Europäer in der Überzahl

Eine kleine Gruppe US-Marines hob den Ironman Hawaii 1978 aus der Taufe. 17 Jahre in Folge stellten die USA danach den Ironman-Weltmeister. Erst 1994 durchbrach der Australier Greg Welch die Siegesserie der Gastgeber. Zwei Jahre später ging der begehrte Siegerkranz zum ersten Mal an einen Europäer. Die haben zumindest numerisch mittlerweile die Vormachtstellung in Kona übernommen.

Von > | 27. August 2013 | Aus: SZENE

D36_0176 | Ironman Hawaii 2012

Ironman Hawaii 2012

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Mehrere Hundert Profiathleten haben in den vergangenen zehn Monaten weltweit um Punkte für das Kona Pro Ranking gekämpft. Die 88 erfolgreichsten Punktesammler hat die World Triathlon Corporation nun zu den Ironman World Championships nach Kailua-Kona eingeladen.

Timo Bracht, der Minimalist

4.740 Punkte musste die Australierin Rebecca Hoschke sammeln, um sich als letzte der 36 Frauen für das Rennen zu qualifizieren. Bei den Männern - und das war in den vergangenen Jahren ähnlich - reichten 3.790 Zähler für den begehrten Hawaiislot. 4,68 Ironman- oder Ironman-70.3-Rennen brachten die 36 qualifizierten Frauen durchschnittlich in die Wertung. Mit den wenigsten, nämlich nur drei, kamen die Britin Corinne Abraham und Kona-Queen Natascha Badmann aus der Schweiz aus. Toppen konnte das nur noch Timo Bracht: Dem Eberbacher reichte neben dem sechsten Platz bei der WM im Vorjahr ein Sieg beim Ironman Los Cabos (Mexiko). Seine 51 qualifizierten Kollegen lagen mit 4,67 eingebrachten Ergebnisse nur hauchdünn hinter den Frauen.

Gastgeber mit Großaufgebot

Aus 23 Nationen kommen die Profistarter in diesem Jahr. Die fleißigsten Punktesammler kamen traditionell aus den USA. 21 Sportler schicken die Vereinigten Staaten am 12. Oktober in den Kampf um die WM-Krone. Im Gegensatz zu den Deutschen, die mit 14 Athleten dagegenhalten wollen, warten die Amerikaner schon seit elf Jahren auf einen Heimsieg. Beinahe symbolisch lief Tim DeBoom, der letzte US-amerikanische Ironmanweltmeister, 2010 an der Seite von Normann Stadler, dem letzten deutschen Champion, über den Zielstrich auf dem Alii Drive. Im Nationenranking folgen Australien (10 Starter), Großbritannien (6 Starter), Belgien (5 Starter) und die Schweiz (4 Starter).

Europäer in der Überzahl

Was den globalen Vergleich angeht, schwimmen, radeln und laufen die europäischen Ironmanprofis in den vergangenen Jahren zumindest zahlenmäßig auf der Überholspur. 47 der 88 Profis kommen aus Europa - das sind mehr als 53 Prozent. Etwa jeder vierte qualifizierte Berufsathlet ist in Nordamerika zu Hause, knapp 16 Prozent kommen aus Australien und Ozeanien. Dazu kommt je ein Profi aus Afrika, Südamerika und der zum Hoheitsgebiet Großbritanniens gehörenden Inselgruppe Bermuda.