Fachbach siegt am Chiemsee, Beranek in Roth

Nur noch eine Woche bis zur Ironman-EM. Während die Frankfurt-Starter tapern und nervös mit den Hufen scharren, lieferten sich andere schon heiße Duelle mit den Konkurrenten. Daniela Sämmler und Markus Fachbach gewannen am Chiemsee, Andy Potts triumphierte beim Ironman Coeur d'Alene und Horst Reichel war beim Heinerman erfolgreich, Anja Beranek glückte am Rothsee das Comeback. Das Renn-Wochenende im Überblick.

Von > | 1. Juli 2014 | Aus: SZENE

MarkusFachbach | Markus Fachbach

Markus Fachbach

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Wie nah Glück und Pech im Triathlon manchmal beieinander liegen bekamen beim Chiemsee Triathlon Per Bittner, Niclas Bock und Markus Fachbach zu spüren. Weil sie vom Führungsfahrzeug und der Polizei in einem Kreisverkehr vom rechten Weg abgebracht wurden, mussten Bock und Bittner ihre Siegchancen schon beim Radfahren begraben. Fachbach, der in den vergangenen Jahren wahrscheinlich die meisten vierten Plätze im Triathlon gesammelt hat, profitierte von der organisatorischen Panne, wobei er den erneut starken Johannes Moldan erst auf den 20 finalen Laufkilometern abfangen und letztlich knapp bezwingen. 14 Sekunden lagen nach 3:47 Stunden zwischen den beiden. Platz drei ging an den Kroaten Andrej Vistica. Im Rennen der Frauen setzte Daniela Sämmler ihre erfolgreiche Saison fort. Die Darmstädterin lag nach dem Schwimmen und Radfahren zwar noch knapp hinter der Tschechin Eva Potuckova - war in den Laufschuhen aber die mit Abstand schnellste. "Auf dem Rad war ich echt vorsichtig und wollte nicht zu viel riskieren", erklärte Sämmler im Ziel. Dort kam sie knapp fünf Minuten vor Potuckova und mehr als 13 vor Carolin Lehrieder an.

Potts-Power beim Ironman Coeur d'Alene

In seiner Heimat gewinnt auch Andy Potts am liebsten. Nach zwei Titeln beim Ironman USA in Lake Placid gewann der Hawaii-Siebte von 2013 am Wochenende zum zweiten Mal den Ironman Coeur d'Alene in Idaho. Fünf Minuten legte Potts beim Schwimmen zwischen sich und seine Verfolger - darunter den Deutschen Maik Twelsiek. Der drehte beim Radfahren richtig auf, war mehr als sieben Minuten schneller als Potts und damit gut zwei Minuten vor dem US-Amerikaner beim zweiten Wechsel. Doch der Traum von einem weiteren Ironmansieg währte nur zehn Kilometer. Potts kassierte Twelsiek und ließ sich danach auch von seinem furios laufenden  Landsmann Ben Hofmann (2:43:59 Std.) und dem Ukrainer Viktor Zyemtsev (2:46:03 Std.) aus der Ruhe bringen. Knapp drei Minuten Vorsprung verteidigte der frühere 70.3-Weltmeister gegen den am Ende Zweitplatzierten Zyemtsev und Hofmann, der Dritter wurde. Twelsiek verpasste das Podium um fünf Minuten. Potts' Siegerzeit: 8:25:44 Stunden. Frauensiegerin Heather Wurtele ließ zu keiner Sekunde des Rennens Zweifel darüber aufkommen, dass sie das Ziel als Siegerin erreichen würde. Mehr als 17 Minuten knöpfte die Kanadierin allein Kelly Williamson ab, die am Ende auch beim Laufen kaum noch Zeit aufholen konnte und sich mit dem zweiten Platz begnügen musste. Wurtele brauchte für die 226 Kilometer durch den US-Bundesstaat Idaho exakt 9:34:32 Stunden. Den dritten und letzte Podiumsplatz eroberte Jessica Smith (USA).

Heinerman: Reichel holt sechsten Sieg

Aller guten Dinge sind drei. Auch Horst Reichel feierte am Wochenende einen Heimsieg. Beim Heinerman in Darmstadt gewann der Profi vom Powerhorse Triathlon Team schon zum sechsten Mal und meldete sich nach überstandener Krankheits- und Verletzungspause in guter Form zurück. An der Seite von Paul Schuster war Reichel nach 1,5 Kilometern aus dem Woog gestiegen, auf den 40 Radkilometer fuhr er dann mehr als drei Minuten auf den Bundesliga-Athleten von der TuS Griesheim heraus. Der konnte auch beim Laufen nicht mehr am Sieg des 32-Jährigen rütteln. Das Rennen der Frauen gewann Claudia Alfes (ASC Darmstadt).

ETU Europacup Kiew: Sieburger knapp geschlagen

Lisa Sieburger hat die missglückte EM in Kitzbühel offenbar gut weggesteckt. Die DTU-Kaderathletin sammelte beim Europacup in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nicht nur wichtige Punkte in den internationalen Rankings, sondern auch eine gute Portion Selbstvertrauen für den weiteren Saisonverlauf. Nach einer Aufholjagd beim Radfahren musste sich die 22-jährige gebürtige Kölnerin beim Laufen nur Lokalmatadorin Julia Yelistratova geschlagen geben. Das Rennen der Männer ging an den Portugiesen Pedro Palma, der Yegor Martynenko (UKR) den Ungarn Akos Vanek im Schlussspurt auf die Plätze zwei und drei verwies.

Rothsee-Triathlon an Beranek und Heining

Beim traditionsreichen Rothsee-Triathlon, seit Jahren so etwas wie die Generalprobe für die Challenge Roth, setzten sich Anja Beranek und Tobias Heining durch. Beranek feierte nach einer längeren Verletzungspause einen nie gefährdeten Start-Ziel-Sieg und scheint bereit für die Challenge Roth in knapp zwei Wochen. Auch Heining ließ seinen Konkurrenten vom ersten Meter an keine Chance. "Es ist genau so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte", sagte der 25-jährige Nürnberger im Ziel zufrieden. In starken 33:27 Minuten war Heining auch beim abschließenden Lauf das Maß aller Dinge. Nach 1:57:02 Stunden stand der überlegene Sieger fest. Fabian Conrad und Sebastian Bleisteiner gesellten sich auf dem Podest neben Heining.