Frodeno, Kienle, Ryf: Die WM-Champions auf der Pressekonferenz

Noch vor der verdienten Dusche standen die Sieger und Platzierten der Ironman-70.3-WM den Medienvertretern Rede und Antwort. So haben Daniela Ryf, Anja Beranek, Jan Frodeno und Sebastian Kienle das WM-Rennen in Zell am See erlebt.

Von > | 30. August 2015 | Aus: SZENE

PK IM 70.3 WM 2015 | Pressekonferenz nach der Ironman 70.3 World Championship 2015

Pressekonferenz nach der Ironman 70.3 World Championship 2015

Foto >Jan Sägert / spomedis

 

 

Jan Frodeno (Ironman-70.3-Weltmeister)

"Beim Schwimmen sind Javier und ich relativ schnell weggekommen. Ich auf der rechten, er auf der linken Seite. Er wollte immer nach rechts und ich nach links. So haben wir uns öfter mal getroffen. Das war ein bisschen chaotisch. Insgesamt musste ich beim Schwimmen richtig arbeiten und wusste schon ziemlich früh, dass das ein langer und harter Arbeitstag werden würde. Mein Körper hatte nicht viel Mitleid mit mir."

"Das Radfahren war sehr interessant. Ich habe mit Andreas Böcherer eine kleine Lücke gerissen bis zum Fuß des Anstiegs. Ich bin dann mit etwa 500 Watt in den Berg hineingefahren - und Andreas hat mich überholt. Danach kam auch noch Andreas Dreitz vorbei. Da habe ich nur gedacht: 'Macht nur, ich bleibe mal hier'. Deshalb war ich am Ende wirklich happy, dass ich bis zum höchsten Punkt nur 80 Sekunden auf die beiden verloren habe. Ich denke, dass ich nicht unbedingt ein Bergspezialist bin - und wusste entsprechend, dass ich meine Chance in der Abfahrt bekommen würde."

"Der ganze Lauf war ein Problem. Ich habe beim Radfahren alles gegeben, was ich hatte und genauso haben sich dann die ersten Meter auf der Laufstrecke angefühlt. Ich war unkoordiniert und ziemlich leer. Und habe eigentlich nur versucht, zu überleben. Aber solche Tage gibt es eben. Dazu habe ich mir fünf Kilometer vor dem zweiten Wechsel noch einen heftigen Krampf eingefangen, nachdem ich durch ein Schlagloch gefahren bin."

"Ich arbeite sehr hart daran, das Double zu schaffen. Heiß und feucht ist definitiv das, was mir liegt. Im Moment bin ich stolz auf das, was heute passiert und wir werden sehen, was in Kona passiert."

Daniela Ryf (Ironman-70.3-Weltmeisterin 2015)

"Ich bin sehr glücklich über meinen Tag. Ich hatte ein fantastisches Schwimmen. Ich zwar nicht als Erste aus dem Wasser gekommen, war aber ziemlich dicht an den Mädels dran. Beim Radfahren wollte ich einfach nur eine gute Vorstellung abliefern. Und das habe ich geschafft. Ich habe richtig Druck gemacht und bin mit voller Kraft den Berg hinauf gefahren. Deshalb haben auch die Abfahrt und die letzten flachen Kilometer ziemlich weh getan. Trotzdem habe ich mich auf das Laufen gefreut - auch wenn ich mir nicht so ganz sicher war, was mich dort erwartet. Immerhin habe ich seit Frankfurt kein Rennen gemacht - und das ist eine sehr lange Zeit für mich. Die ersten Laufkilometer und der ganze Halbmarathon waren heute für niemanden leicht, auch für mich nicht. Vor allem wegen der Hitze und Feuchtigkeit. Doch jetzt sitze ich hier und blicke auf ein tolles Rennen zurück."

Sebastian Kienle (2. Platz Ironman-70.3-WM 2015)

"Das Schwimmen war besser als ich es erwartet hatte. Ich hatte gehofft, dass ich nicht mehr als zwei Minuten auf die Spitze verliere. Das Radfahren war ziemlich hart, weil die Strecke hart war. Aber es gab keine Gruppen, weil der Berg das Feld auseinander gezogen hat. So konnte ich Mann-gegen-Mann kämpfen und nicht Mann-gegen-Gruppe. Trotzdem habe ich das Feld nicht so aufrollen können, wie ich gehofft hatte. Auf der anderen Seite wusste ich aber auch, dass man auf dieser Strecke am Ende leicht hochgehen kann - und das ist einigen meiner Konkurrenten ja auch passiert. Beim Laufen hatte Jan dann zum Glück ein bisschen Mitleid mit uns und hat nicht alles ausgepackt. Ich fühle mich heute definitiv wie der zweite Gewinner und nicht wie der erste Verlierer."

Anja Beranek (3. Platz Ironman-70.3-WM 2015)

"Ich bin sehr sehr glücklich. Das hier waren meine ersten Weltmeisterschaften - und ehrlich gesagt, hatte ich ziemlich großen Respekt vor all den Mädels. Auf der anderen Seite habe ich mich natürlich auch gefreut, gegen sie antreten zu dürfen. Hier als Dritte ins Ziel zu kommen, ist eine große Überraschung für mich. Aber ich hatte eine ziemlich gute Saison, habe in der Region viel trainiert und bin letztes Jahr schon hier gestartet. Vielleicht war das ein kleiner Vorteil. Die Radstrecke war wie für ich gemalt, deshalb war ich überglücklich, dass Zell am See die Weltmeisterschaften bekommen hat. Die Stimmung da draußen war unglaublich. Jedes Mal, wenn die Leute meinen Namen gerufen haben, hatte ich Gänsehaut. Klar wäre der zweite Platz schön gewesen, aber ich ich bin super glücklich mit dem Podiumsplatz."