Gajer beim Kräftemessen in Kalifornien

Beim Ironman 70.3 Oceanside startet am Wochenende auch die Deutsche Julia Gajer in die Wettkampfsaison 2013. Unter kalifornischer Sonne trifft die 30-Jährige unter anderem auf die Ironmanweltmeisterin von 2010, Mirinda Carfrae, und die amtierende Roth-Siegerin Rachel Joyce. Doch auch das Männerrennen ist hochkarätig besetzt.

Von > | 28. März 2013 | Aus: SZENE

Julia Gajer | Julia Gajer, Ironman 70.3, Wiesbaden

Julia Gajer, Ironman 70.3, Wiesbaden

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Es scheint als hätten es die Langdistanzprofis in diesem Jahr besonders eilig mit dem Sammeln ihrer ersten Wettkampfkilometer. Auch beim sechsten Ironman-70.3-Rennen des Kalenderjahres im kalifornischen Oceanside hat sich ein hochkarätiges Starterfeld angekündigt - gespickt mit einer Hawaiisiegerin und Langdistanz-Neulingen, die im Oktober in Kailua-Kona Großes vor haben.

Gajer gegen Carfrae, Joyce und Luxford

Mittendrin in diesem Feld wird auch Julia Gajer, die amtierende ETU-Europameisterin auf der Mitteldistanz, zumindest um Punkte für das 70.3 Pro Ranking kämpfen. Die 30-Jährige startet in Oceanside nach einem fünfwöchigen Trainingslager auf Fuerteventura in die Wettkampfsaison, nachdem sie im vergangenen Jahr als Zuschauerin bereits Luft beim Ironman Hawaii geschnuppert und Teile der dortigen Wettkampfstrecke unter die eigenen Füßen genommen hat. Mit einer vorderen Platzierung könnte die in Ditzingen (Baden-Württemberg) lebende gebürtige Hannoveranerin am Wochenende den ersten Schritt tun, um bei der Ironman-WM schon 2013 selbst am Start zu stehen: 750 Kona-Punkte gibt es in Oceanside für die beiden Sieger - sogar 1.500 bei den für gewöhnlich sehr stark besetzten 70.3-US-Meisterschaften in St. George Anfang Mai, die Gajer danach anpeilt. Doch zunächst wagt die Aufsteigerin der letzten Jahre am Osterwochenende in Kalifornien das Kräftemessen mit einigen der besten Langdistanzprofis der Welt.

Neben der Australierin Mirinda Carfrae, die beim Ironman 70.3 San Juan Mitte des Monats noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte schien, hat sich unter anderem Rachel Joyce für den Wettkampf in Oceanside angekündigt. Die Britin hat Gajer schon bei der Challenge Roth im vergangenen Jahr mit starken Leistungen in allen drei Disziplinen nur die Rückansicht gezeigt. Und damit nicht genug: Auch die Dänin Camilla Pedersen dürfte bei der Vergabe der Podestplätze ein Wörtchen mitreden wollen, ebenso wie die US-amerikanische Siegerin des Ironman Austria von 2012, Linsey Corbin, und die frühere Kurzdistanz-Spezialistin Annabel Luxford, die im Januar souverän den Ironman 70.3 in Auckland gewann und dabei unter anderem die Schweizerin Caroline Steffen deutlich distanzierte. Ergänzt wird das Feld von Lisa Mensink (NED), Emma-Kate Lidbury (GBR), Radka Vodickova (CZE), Beth Walsh (USA), Xterra-Weltmeisterin Lesley Paterson (GBR) und der Dritten der 70.3-Weltmeisterschaften von 2012, Heather Jackson (USA).

Drei der zehn Besten des Ironman Hawaii

Auch der Wettkampf der Männer ist hochkarätig besetzt. Neben dem starken Radfahrer Björn Andersson (SWE), der im vergangenen Jahr kaum in Erscheinung trat, haben sich Carfraes Lebensgefährte Timothy O'Donnell und Titelverteidiger Andy Potts (beide USA) angekündigt. Zwar gewann der Hawaii-Siebte von 2012 in den vergangenen Jahren fast alle 70.3-Rennen, bei denen er antrat - allerdings sagte er seine Teilnahme auch mehrfach kurz vor dem Start ab. Zumindest mit zweitklassiger Konkurrenz könnte er das dieses Mal nicht begründen: Denn auch der Dritte des Ironman Hawaii und Sieger des Abu Dhabi Triathlons, Frederik van Lierde (BEL), der Deutsche Swen Sundberg, Luke McKenzie (AUS) und Ben Hoffman (USA) stehen auf der offiziellen Startliste. Gemeldet ist auch der Australier Christopher Legh - dass der nur eine Woche nach seinem fünften Rang beim Ironman Melbourne tatsächlich starten wird, ist aber unwahrscheinlich. Ihr Glück suchen in Oceanside außerdem der kanadische Kurzdistanz-Olympionike Brent McMahon (CAN) und der in seinen ersten Mitteldistanz-Versuchen in diesem Jahr nur schwer in Schwung gekommene Australier Brad Kahlefeldt.

Nachtrag: Auch der Deutsche Andreas Böcherer wird in Oceanside an den Start gehen und um Selbstvertrauen und Punkte kämpfen. In der offiziellen Startliste wurde er allerdings offensichtlich vergessen.