Hawaii-Sieg 2015?

Spätestens 2015 will Jan Frodeno den Ironman Hawaii gewinnen. Uns hat er erzählt, wie hart er dafür schon jetzt trainiert und warum er lieber an der kurzen Leine läuft.

Von > | 5. September 2014 | Aus: SZENE

Frodeno Girona - 11 | .. besonders lang, bis ...

.. besonders lang, bis ...

Foto >Felix Rüdiger - letsmakeaplan.de

Von den Schmerzen nach einem Ironman, und ganz besonders nach dem Debüt auf der Langdistanz, bleibt wohl keiner verschont – auch ein Olympiasieger nicht. Denn in den Tagen nach dem Ironman in Frankfurt, wo er trotz mehrerer Reifenpannen auf der Radstrecke und Krämpfen beim Laufen Dritter wurde, habe er wohl ein interessantes Bild abgegeben, glaubt Jan Frodeno. „Wenn ein 1,94 Meter großer Mann Treppenstufen nur bewältigen kann, indem er sich auf seiner 1,60 Meter kleinen Frau abstützt, muss das schon ziemlich lustig aussehen.“ Von den Horrorgeschichten, die man mitunter höre – „dass etwa mancher Kollege nach einem Ironman nachts mit Puls 200 aufwacht“ – sei er glücklicherweise verschont geblieben. „Muskulär war ich aber wirklich zerstört.“

Beweglich wie ein Amboss

Vor allem lag das daran, dass der 33-Jährige bei seinem dritten Rang in Frankfurt die komplette Marathonstrecke mit Krämpfen im Oberschenkel zu kämpfen hatte – obwohl mit der Verpflegung, die größte Unbekannte im Vorfeld, alles einwandfrei funktioniert hatte. „Für Krämpfe bin ich allgemein sehr anfällig, weil ich einen hohen Muskeltonus habe und beweglich bin wie ein Amboss“, erklärt Frodeno. Es seien aber noch andere Faktoren hinzugekommen. „Bei all den vielen Dingen, die ich in Frankfurt auf Anhieb richtig gemacht habe, überlege ich, nächstes Mal noch mehr Salz zuzuführen.“ Auch die Krafteinteilung auf dem Rad habe wohl zu den Problemen geführt: „Ich bin zwar konstant gefahren und habe trotz des unglücklichen Rennverlaufs einen kühlen Kopf bewahrt, geriet aber doch hin und wieder über die Schwelle, wenn ich einen Konkurrenten abschütteln wollte. Das hat sicher mit in diese Krampfproblematik hineingespielt.“

Die muskulären Probleme konnten den 33-Jährigen in den Tagen nach dem Rennen jedenfalls nicht davon abhalten, die Regeneration durch leichtes Training zu beschleunigen. „Jan ist ein Typ, der sich sehr gern bewegt, daher musste ich ihn dazu nicht anweisen“, sagt Trainer Dan Lorang. Nach zwei bis drei Wochen begann für den Nationalcoach und seinen Schützling wieder das Training auf ­Frodenos Premiere beim Ironman Hawaii, vor dem der Olympiasieger außerdem noch bei der Ironman-­70.3-Weltmeisterschaft in Mont-Tremblant startet.

Zu viel an der langen Leine

Die enge Freundschaft mit seinem ehemaligen Trainer Roland Knoll, glaubt Frodeno, habe ihm über die Jahre eine zu lange Leine beschert. Dan Lorang sei da anders. „Er kann es nicht leiden, wenn ihm jemand ins Training pfuscht, und sagt auch mal ganz klar Nein. So etwas brauche ich, für mich ist er wie ein Fels in der Brandung.“ Frodeno bekommt von Lorang klare Aufgaben und versucht, diese mit voller Konsequenz zu erfüllen. Was mitunter auch heißen kann, dass sich der Olympiasieger an einem verregneten Sommertag mit dem Zeitfahrrad auf die Rolle begibt, um das einstündige Programm zu absolvieren …

Mehr über das Training von Jan Frodeno und seine Ziele für den Ironman Hawaii 2014 im Oktober lesen Sie in der neuen triathlon training Nr. 47. Hier geht's zur kostenlosen Leseprobe: