Heimspiel für Molá, Reichel motiviert

Mit Mario Molá wagt sich am kommenden Wochenende ein weiterer Weltklasse-Kurzdistanzler an das Experiment Mitteldistanz. Der derzeit laufstärkste Triathlet der Welt trifft bei der Challenge Paguera-Mallorca unter anderem auf den Darmstädter Horst Reichel, Frodeno-Bezwinger Giulio Molinari, den Schweizer Mathias Hecht und Österreichs Andreas Giglmayr.

Von > | 15. Oktober 2015 | Aus: SZENE

Mario Mola beim ITU Grand Final Chicago 2015 | Mario Mola beim ITU Grand Final 2015 in Chicago

Mario Mola beim ITU Grand Final 2015 in Chicago

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Dass sich die weltbesten Kurzdistanz-Profis auch auf Mittel- und Langdistanz gegen die Besten der Welt durchsetzen und behaupten können, haben der mittlerweile fünffache ITU-Weltmeister Javier Gómez und Olympiasieger Jan Frodeno und in den vergangenen zwei Jahren eindrucksvoll bewiesen. Gómez wurde 2014 im kanadischen Skiort Mont Tremblant überlegen 70.3-Weltmeister, Frodeno räumte 2015 abgesehen vom 70.3-EM-Titel alle großen Siege über die Mittel- und Langdistanz ab. Doch schon 2016 bekommen der Musterprofi aus Galicien und der Wahl-Katalane aus Köln möglicherweise gefährliche Konkurrenz. Ob der aktuell schnellste Läufer im Triathlon dann tatsächlich schon nach den großen Titeln greift, ist zwar noch offen - bei der Challenge Paguera-Mallorca kann Mario Mola aber zumindest schon einmal einen Vorgeschmack auf das liefern, was seinen Konkurrenten auf der Mitteldistanz demnächst blüht. Nämlich Laufzeiten von deutlich unter 69 Minuten. Daran dürften selbst Gómez und Frodeno mächtig zu knabbern haben.

Wie schnell ist der Molá-Express?

Das Mitteldistanz-Debüt am Wochenende in Paguera ist allerdings zunächst nur ein Testlauf für Mola, der vor gut 25 Jahren in der Insel Hauptstadt Palma de Mallorca geboren wurde. Denn während sich Frodeno nach seinem Hawaiisieg vermutlich noch immer durch den Interview-Dschungel schlägt, bereitet sich Gómez schon auf sein Projekt Olympiasieg 2016 vor. Doch auch ohne die hochkarätige deutsch-spanische Konkurrenz muss Molá in seiner Heimat erst einmal beweisen, dass er nicht nur über die Kurzdistanz weltklasse ist. Auch deshalb wäre es unangemessen, seinen Konkurrenten vom Sonntag als Sparrings-Partner zu bezeichnen. Zumal dem Italiener Giulio Molinari im April dieses Jahres etwas gelungen ist, was nicht viele geschafft haben: Beim Cannes International Triathlon besiegte er im April Jan Frodeno. Viele Kilometer Rennerfahrung können Filip Ospaly (CZE) und Molas Landsmann Marcel Zamora in die Waagschale werfen. Dazu haben der Österreicher Andreas Giglmayr, Mathias Hecht (SUI) und Frodenos australische Trainingskollege und Nachbar in Girona, Nick Kastelein. Aus deutscher Sicht will der Darmstädter Horst Reichel ein enttäuschendes Jahr mit einem versöhnlichen Ergebnis beschließen. "Ab sofort wieder Vollgas für die letzten Rennen des Jahres", schrieb Reichel nach einer Woche Urlaub in Alcudia vor wenigen Tagen auf seiner Facebookseite. Während es für Reichel um einen Podestplatz geht, reist Marcus Wöllner (IBH Tristore24 Triathlon Team) als Außenseiter mit Chancen auf eine Top-Ten-Platzierung nach Mallorca.

Eine Dänin, viele Deutsche

Etwas weniger international kommt das Profifeld der Frauen daher. Abgesehen von der starken Dänin Maja Stage Nielsen haben nur deutschsprachige Profifrauen gemeldet. Unter anderem dabei: die Schweizerin Nicole Hofer, Deutschlands Top-Duathletin Franziska Scheffler, Altmeisterin Renate Forstner, Verena Walter, Annett Finger und Nicole Swoboda-Forstner.