Hyldelund und Ryf cool zum Sieg, Bracht Dritter

Der Däne Henrik Hyldelund hat den KMD Ironman Copenhagen gewonnen. In 8:03:39 Stunden setzte er sich vor dem Spanier Clemente Alonso-McKernan (8:10:53) durch, Timo Bracht wurde in 8:11:32 Dritter. Bei den Frauen setzte die Schweizerin Daniela Ryf ein weiteres Glanzlicht in dieser Saison.

Von > | 24. August 2014 | Aus: SZENE

17 Ironman Switzerland 2014 | ... wennauch nicht ganz so weit wie Daniela Ryf. Nur einen Tag nach ihrem Sieg beim 5i50 Zürich, bewies sie (unter anderem) ihre Laufstärke ...

... wennauch nicht ganz so weit wie Daniela Ryf. Nur einen Tag nach ihrem Sieg beim 5i50 Zürich, bewies sie (unter anderem) ihre Laufstärke ...

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Der Ironman Copenhagen bleibt in dänischer Hand. Henrik Hyldelund gewann die zweite Auflage des Rennens in der dänischen Hauptstadt und folgte damit seinem Landsmann Jens Petersen-Bach, der das Challenge-Nachfolgerennen im Vorjahr für sich entschieden hatte. Mit einem überragenden Auftritt auf dem Rad schockte Hyldelund nicht nur seine Konkurrenz, er schuf damit auch für die Grundlage seines Siegs in 8:03:39 Stunden. „Er ist gefahren wie Sebastian Kienle“, erklärte Timo Bracht, der fünf Wochen nach seinem umjubelten Erfolg in Roth in Kopenhagen ein sehr solides Rennen zeigte.

Däne donnert davon

In 45:58 Minuten hatte der Spanier Clemente Alonso-McKernan das Profifeld nach 3,8 Kilometern am Amager Beach Park vor den Toren der City aus dem Wasser geführt. Beim Schwimmen durch die künstlich angelegte Lagune gehörten Henrik Hyldelund und Timo Bracht vom Start weg zur Spitzengruppe, Hyldelund kam nach 46:09 Minuten in die erste Wechselzone, Bracht beendete das Schwimmen in 46:21 Minuten als Vierter hinter dem Ukrainer Anton Blokhin. Bald darauf setzte der 29 Jahre alte Däne alles aufs Radfahren. Als schwächerer Läufer wusste Hyldelund schließlich, dass er nur mit einer starken Performance auf dem Rad würde bestehen können. Mit der Erinnerung im Gedächtnis, dass ihn Landsmann Jens Petersen-Bach zwölf Monate zuvor nach langer Führung auf den letzten Metern überlaufen, hämmerte er brachial drauflos. Nach 33 Kilometern lag nur Alonso-McKernan noch in Sichtweite, danach war der Däne als Solist unterwegs. Er trotzte dem Wind und den kühlen Temperaturen und stieg mit der sensationellen Zeit von 4:16:41 Stunden vom Rad. Bracht fühlte sich an Sebastian Kienle erinnert, das Feld war zerrissen.

Als Zweiter stieg Timo Bracht vom Rad, seine Radzeit lag in 4:27:17 Stunden absolut im grünen Bereich und der führende Däne mit 10:51 Minuten Vorsprung auch nicht zu weit weg. Doch der Eberbacher spürte schnell, dass er nicht seinen gewohnt langen Marathonschritt ziehen konnte. So schrumpfte der Rückstand auf den ersten drei Kilometern zwar um eine Minute, bald musste sich Bracht aber stärker um den Dritten, Alonso-McKernan, kümmern als um Hyldelund. Dicht an dicht folgte der Spanier dem Deutschen über den Kurs durch die Kopenhagener Innenstadt, bei Kilometer 25 zog er vorbei. Auch wenn Bracht in der Folge dran blieb, am Ende konnte er den zweiten Platz nicht mehr an sich reißen. Während Hyldelund in 8:03:39 Stunden souverän zum Sieg lief, folgten Alonso-McKernan und Bracht wenige Sekunden voneinander getrennt gut sieben Minuten nach dem Vorjahreszweiten ins Ziel am Christiansborg Castle. Kein Glück in Kopenhagen hatte der deutsche Geheimtipp Marc Dülsen, der nach dem Radfahren ausstieg.

KMD Ironman Copenhagen | Männer

  1. August 2014, Kopenhagen (DEN)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Henryk Hyldelund

DEN

8:03:39

46:09

4:16:41

2:56:58

2

Clemente Alonso-McKernan

ESP

8:10:53

45:58

4:30:30

2:49:24

3

Timo Bracht

GER

8:11:32

46:21

4:27:16

2:53:54

4

Mads Vittrup-Pedersen

DEN

8:16:03

54:21

4:32:13

2:45:05

5

Jens Petersen-Bach

DEN

8:25:37

48:41

4:41:59

2:50:26

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Ryf rockt auch Kopenhagen

Bei den Frauen konnte eine Dänin nur staunend zuschauen, was ihr in Kona am 11. Oktober blühen könnte, falls Daniela Ryf bei der Ironman-Weltmeisterschaft antreten sollte. Camilla Pedersen war als Zaungast nach Kopenhagen gekommen und erlebte einen weiteren Glanzauftritt der Schweizerin. Erst vier Wochen zuvor hatte Ryf ihr Debüt beim Ironman in Zürich dominiert und vor zwei Wochen die Ironman-70.3-Europameisterschaft bestimmt. Dann kam Kopenhagen, und sie schmetterte förmlich durchs Feld – durch das der Männer. Ryf bekam gar erst nicht die Chance, während des Rennens etwas von ihrer eigentlichen Konkurrenz zu sehen

Im Wasser positionierte sich die 27-jährige Solothurnerin neben Vorjahres-Männersieger Jens Petersen-Bach und kletterte nach 48:37 Minuten als Gesamtfünfte aus dem Wasser. „Ich hatte ein fantastisches Schwimmen, erklärte sie nach dem Rennen. Das Beste sollte allerdings erst noch folgen: „Auf dem Rad wollte ich richtig hart fahren.“ Gesagt, getan, nach 4:44:09 Stunden stieg sie vom Velo und lag damit 18:10 Minuten vor der Belgierin Sofie Goos, die ab Kilometer 100 mit nur einem Gang fahren musste, da die Schaltung nicht mehr mitspielte. Die übrige Konkurrenz lag noch weiter zurück, Tamsyn Hayes aus Neuseeland folgte rund 25 Minuten nach Ryf vom Rad und lag damit nur knapp vor der Deutschen Mareen Hufe.

Beim kühlen Marathon wirkte es fast, als würde Ryf den Schongang einlegen und schon mal vorausschauen auf die Ironman-70.3-WM in zwei Wochen und auf das Rennen in Kona Mitte Oktober. In 3:16:16 Stunden lief sie ohne den letzten Punch ins Ziel und blieb in 8:53:33 Stunden dennoch locker unter der 9-Stunden-Marke.  „Ich war 20 Minuten schneller als in Zürich, aber dieser Kurs ist auch deutlich schneller“, erklärte sie, während sie ausreichend Zeit dazu hatte, auf die Platzierten zu warten. Goos folgte in 9:06:08 Stunden auf dem Silberrang, bevor Mareen Hufe nach 9:25:18 Stunden die beste Ironman-Platzierung ihrem zweiten Platz beim Ironman Western Australia im Vorjahr feiern konnte.

KMD Ironman Copenhagen | Frauen

  1. August 2014, Kopenhagen (DEN)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Daniela Ryf

SUI

8:53:33

48:37

4:44:09

3:16:15

2

Sofie Goos

BEL

9:06:08

54:30

4:56:38

3:10:36

3

Mareen Hufe

GER

9:25:18

58:44

4:58:39

3:22:44

4

Tamsyn Hayes

NZL

9:34:42

54:22

5:02:40

3:32:56

5

Maria Lemeseva

RUS

9:38:42

1:06:26

5:15:22

3:10:59

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