"Ich bin ein Ironman-Mann"

Faris Al-Sultan ist Hawaiiexperte: Seit über einem Jahrzehnt ist er bei der Ironman-WM am Start. Der Weltmeister von 2005 spricht in unserem Hawaii-Special über den Ironman damals und heute, seine Zukunft im Profisport und seinen Ärger über Plastikteller.

Von > | 5. November 2014 | Aus: SZENE

Faris Al-Sultan | Faris Al-Sultan beim Ironman Hawaii 2014

Faris Al-Sultan beim Ironman Hawaii 2014

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Faris Al-Sultan, ist es noch etwas Besonderes, nach Hawaii zu fliegen, oder gehört es inzwischen zum üblichen Jahresprogramm?

Es ist schon einiges Routine, das ist klar. Seit 2003 fahre ich jedes Jahr nach Hawaii. Auf der anderen Seite ist es natürlich immer etwas Besonderes. Es ist nach wie vor DER Wettkampf. Nichts ist mit der Bedeutung der Ironman-Weltmeisterschaft vergleichbar.

Was hat sich über die Jahre verändert?

Der Wettkampf ist noch gruppenlastiger ­geworden: Bei den Herren gibt es ­Gruppe eins, die 51-­Minuten-Schwimmer. Dann kommt Gruppe zwei, die 53-­Minuten-Schwimmer, danach noch ein paar einzelne ­Versprengte, die ­eigentlich schon chancenlos sind. Das ist in den letzten Jahren immer extremer geworden.

Und über den Profitellerrand hinaus?

Es sind generell mehr Leute da, mehr Starter. Die Expo ist viel größer geworden. Das finde ich ­eigentlich sehr lustig, weil das eine Geldverbrennung sondergleichen ist. Auf dieser Expo kauft ja keiner was. Die Jungs, die da sind, haben alles, die meisten sind langjährige ­Triathleten. Da kauft sich einer höchstens mal eine Gas­kartusche. Auch diese ganzen Veranstaltungen mit Topathleten, Signier- und Autogrammstunden, da sind eigentlich kaum Leute. Die Athleten, die dort sind, die kennen das schon alles, die haben schon alle Bilder und Autogramme. Hawaii ist eben schwer zu erreichen, und es sind nicht so viele Fans da. Zu ­einem normalen amerikanischen oder europä­ischen Rennen können die Leute mit dem Auto hinfahren, das gibt’s halt alles auf Hawaii nicht. Mich fasziniert immer wieder, wie viel Aufwand von den Firmen auf der Expo betrieben wird.

Mehr Leute, mehr Expo, mehr Show. Würden Sie so weit gehen und behaupten, dass die Veranstaltung zu kommerziell ist?

Was heißt kommerziell? Die Leute projizieren in die Vergangenheit manchmal Vorstellungen, die sie von der Vergangenheit haben, die aber nichts mit der Realität dieser Zeit zu tun ­haben. 1978 war der ­Ironman noch eine Abenteuer­veranstaltung, klar. Aber schon zu Zeiten von Dave Scott und Mark ­Allen ging es im Spitzenbereich vor ­allem um Geld, und auch da wollten Firmen schon Produkte an Triathleten verkaufen. Da­ran hat sich nichts geändert, und daran wird sich auch nichts ändern. Wenn man sich das organisatorische Niveau anschaut, dann ist es besser geworden über die Jahre. Es gibt ­immer noch Mängel, sogar schwere, aber es gibt eine stringente Entwicklung zum Besseren.

Welche Mängel Faris Al-Sultan meint, warum ihn Plastikteller stören und weshalb er ein Ironman-Mann ist - kurz: das komplette Interview sowie alles über den Ironman Hawaii, Rennberichte und alle Langdistanztermine für das Jahr 2015 finden Sie in unserem 196 Seiten starken Hawaii-Special. 

Hier gibt's eine Leseprobe: