"Ich freue mich über mein Hawaii-Rennen"

Maik Twelsiek hat sich beim Ironman Hawaii mit mutiger Renntaktik in den Fokus der Triathlon-Öffentlichkeit gestrampelt und sein bisher bestes Kona-Ergebnis eingefahren. Wir haben den in den USA lebenden Deutschen im Interview.

Von > | 27. Oktober 2014 | Aus: SZENE

Maik Twelsiek | Maik Twelsiek

Maik Twelsiek

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Maik Twelsiek, nach einer zweijährigen Hawaii-Auszeit sind Sie nicht nur mit Ihrer bisher besten Platzierung heimgereist, sondern haben viele mit Ihrem Radauftritt überrascht. War es Taktik, mit Sebastian Kienle zu fahren?

Nein, das hatte ich so nicht geplant. Klar war es eine Wunschvorstellung, mit ihm durch das Feld zu fahren, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass ich so lange mitfahren konnte und das uns die anderen fahren lassen würden. In einem Rennen mit so einem starken Feld muss man dauernd konzentriert sein, die Augen auf haben und Entscheidungen treffen. Und ich habe die Entscheidung getroffen, mit Sebastian zu fahren.

Auf der zweiten Hälfte sind dann Ihre Leistungswerte etwas abgefallen, haben sie sich Ihr Rennen nicht optimal eingeteilt?

Ich denke, ich habe es schon gut eingeteilt, mich jedoch nicht optimal verpflegt. Wir hatten auf dem Rückweg von Kawaihae Rückenwind und waren schnell unterwegs. Da war es schwierig, Getränke an den Verpflegungsstellen aufzunehmen. Ich hätte stärker abbremsen müssen. Und dann kam der Mann mit dem Hammer - ausgerechnet, als der Wind gedreht hat und es bergauf ging. Das war dann nicht sehr lustig und ich musste ich Sebastian ziehen lassen. Schade, aber ich denke es war die richtige Entscheidung für mich - wegen des bevorstehenden Marathons. 

Dort sind Sie dann am Ende mit Rang elf nur denkbar knapp an den Top Ten vorbeigeschrammt. Sind Sie enttäuscht oder glücklich über das Resultat?

Ich freue mich über das Rennen. Klar, wenn man im Vorfeld von den Top Ten träumt und am Ende 51 Sekunden fehlen, tut das weh. Aber es zeigt auch, das man nicht zu weit von diesem Ziel entfernt ist. Ich bin jetzt fünf Mal auf Hawaii gestartet und vier Mal unter den Top 15 ins Ziel gekommen.  

Sie sind mit einem auffälligen Spezialrad unterwegs gewesen, was steckt dahinter?

Naja, Spezialrad hört sich jetzt krass an. Wenn man sich die Wechselzone auf Hawaii anschaut, stehen da ja nur Spezialräder! Aber ja, ich fahre seit diesem Jahr ein "Dimond" Bike und bin wirklich sehr, sehr happy mit dem guten Stück. Es ist schnell und ich denke, es gehört mit Sicherheit zu den aerodynamischeren Bikes da draußen.

Ihre Frau Hillary Biscay hat ihr eigenes Triathlon-Modelabel, Sie helfen immer wieder aus. Wie viel Arbeit ist das?

Ich helfe ihr beim Versand der Ware, packe also die Bestellungen zusammen und bringe sie zur Post. Wieviel Arbeit das ist, hängt davon ab, wie viele Bestellungen rein kommen. Zum Glück bin ich mittlerweile eigentlich jeden Tag dort. 

Versenden Sie auch nach Deutschland?

Wir verschicken weltweit und natürlich auch nach Deutschland. Der Versand dauert allerdings zwei bis drei Wochen und die Ware muss durch den Zoll. Aber es ist durchaus möglich, online zu bestellen.

Zurück zum Sportlichen: Sie planen eine frühe Qualifikation für den erneuten Angriff auch die Hawaii-Top-Ten, wann und wo geht es wieder an den Start?

Ich werde noch beim Ironman Arizona zu starten. Phoenix ist nur eine gute Autostunde von unserer Heimat Tucson entfernt und das Wetter ist zu dieser Jahreszeit super. Dadurch, dass ich dieses Jahr auch noch nicht so viele Rennen gemacht habe, ist der Kopf noch frisch und die Motivation hoch.

Wird man Maik Twelsiek 2015 auch mal wieder bei einem deutschen Rennen am Start sehen?

Für nächstes Jahr habe ich noch keine genauen Rennpläne, aber ich würde wirklich gerne mal wieder bei einem heimischen Rennen an den Start gehen!

Alles über den Ironman Hawaii, Rennberichte und mit welchem Material Twelsiek auf dem Queen K Highway unterwegs war, lesen Sie in unserem 196 Seiten starken Hawaii-Special. 

Hier gibt's eine Leseprobe