"Ich möchte eine Triathlon-Langdistanz machen"

Ein Biathlet auf Abwegen: Bei der Challenge Roth hat Andreas Birnbacher für eine Charity-Staffel den Radpart übernommen. Und die 180 Kilometer beeindruckend schnell zurückgelegt. Im tri-mag.de-Interview spricht Birnbacher nun vom Traum, selbst einmal zum Langdistanz-Triathlet werden zu wollen.

Von > | 26. Juli 2014 | Aus: SZENE

Andreas Birnbacher | Staffel in Roth

Staffel in Roth

Foto >ProNet Performance Consultancy

Andreas Birnbacher, Sie haben in Roth viele mit einer Radzeit unter 4:30 Stunden überrascht. Wie viele Kilometer reißt ein Biathlonprofi im Jahr auf dem Rennrad ab?

Für uns Biathleten spielt sich das Training im Sommer vor allem auf den Skirollern, zu Fuß und auf dem Fahrrad ab. Gerne verbringe ich den Sommer über immer wieder einige Trainingseinheiten auf dem Rennrad, das stärkt die Beine, kräftigt den Rumpf und bietet mir die nötige Abwechslung zu den alltäglichen Trainingseinheiten. Im Training lege ich pro Jahr ungefähr 3.500 Kilometer auf dem Rad, 1.500 Kilometer zu Fuß und 8.000 Kilometer mit Ski und Skiroller zurück. 

Andi Birnbacher | Andi Birnbacher fährt mit über 40 km/h über die Rother Radstrecke.

Andi Birnbacher fährt mit über 40 km/h über die Rother Radstrecke.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Der Staffeleinsatz in Roth war nicht Ihr erster Triathlonstart. Sie waren bereits beim Chiemsee-Triathlon unter den ersten Zehn. Reizt Sie eine Langdistanz wie die in Roth auch als Einzelstarter?

Die Kombination und Harmonie aus drei Sportarten fasziniert mich und davon abgesehen ist die Stimmung, speziell in Roth natürlich unglaublich. Ehrlich gesagt, JA spiele ich bereits mit dem Gedanken einmal eine Langdistanz zu bewältigen, jedoch wird es bei meinem momentanen Trainingsaufwand und auch bei dem erforderlichen Trainingsaufwand für eine Langdistanz nicht möglich sein, dies während meiner aktiven Biathlonzeit als Profi zu bewältigen, gerne aber zu einem späteren Zeitpunkt. 

Wovor haben Sie dann am meisten Respekt? 

Vor dem Schwimmen, da fehlen mir einfach die nötigen Trainingseinheiten, das Feingefühl und die Routine. Immerhin ist dieses Element bei meinen Trainingseinheiten meistens gefrorenen.

Wie empfinden Sie als medienerfahrener Profisportler die oft etwas familiär wirkende Triathlonszene?

Triathlon ist für mich wie eine unentdeckte Perle, die leider immer noch nicht das richtige Fernsehformat gefunden hat. Ich denke, Triathlon betreibt man nicht als Hobby - sondern Triathlon lebt man einfach und das sieht man vor allem bei Events wie der Challenge Roth. Die herzliche und familiäre Atmosphäre ist einfach unglaublich. 

Biathlon ist – etwas überspitzt gesagt - ein Sport, den fast niemand ausübt, aber alle kennen. Im Triathlon ist es genau andersherum. Was könnte der Dreikampf Ihrer Meinung nach von den Biathleten lernen? 

Biathlon hat in der Tat eine überwältigende Medienpräsenz, medial sicherlich von Vorteil sind dabei die hohe Konzentration, die dauerhafte Spannung und die kurze Dauer der Wettkämpfe. Triathlon bringt unwahrscheinlich viele positive Werte mit sich und diese müssen meiner Meinung nach inszeniert und kommuniziert werden. Ich denke, ein Dialog von Medienvertretern, Sponsoren, Athleten und Veranstaltern wäre der richtige Weg, um neue Impulse zu setzen.

Ihr Staffeleinsatz war eine Charity-Aktion zugunsten der Organisation Herzkind e.V. Sie haben diesen Verein nicht zum ersten Mal unterstützt. Ist Ihnen das Thema besonders wichtig?

Das Thema ist mir in der Tat sehr wichtig. Jeden Tag werden in Deutschland ungefähr 15 Babys mit einer Fehlbildung des Herzens geboren und etwa 16 Kinder am offenen Herzen operiert. Herzfehler sind die häufigste angeborene Fehlbildung. Es ist schwierig für die Familien und Angehörigen und natürlich auch für die betroffenen Kinder, mit der Situation umzugehen und umso wichtiger finde ich es, Hilfe anzubieten und derartige Vereine zu unterstützen.