IM Florida: Van Vlerken krönt Comeback-Saison

Yvonne van Vlerken hat ihren Titel beim Ironman Florida verteidigt. Die Niederländerin schrammte nur knapp am Radrekord von Caroline Steffen vorbei und siegte am Ende klar vor Ashley Clifford und Erika Csomor. Ein überragender Marathon bescherte dem Basken Victor Del Corral seinen zweiten Ironmanerfolg.

Von > | 3. November 2013 | Aus: SZENE

JRB_3660_Crop2 | Ironman Florida 2013

Ironman Florida 2013

Foto >Jason Budd | J Ryan Photography / FinisherPix.com

Der Ironman Florida hat seinem Ruf als Rekordrennen der Ironmanserie bei seiner 15. Auflage alle Ehre gemacht. Die Sieger, Yvonne van Vlerken und Victor Del Corral, löschten die Streckenbestzeiten aus, der Radexpress mit Andrew Starykowicz (USA) als Pilot unterbot die eigene 180-Kilometer-Radbestmarke nach nur einem Jahr um weitere zwei Minuten - auf nun sagenhafte 4:02:17 Stunden. Das entspricht einem Durchschnittstempo von mehr als 44,5 km/h. Die deutschen Profis beteiligten sich nicht an der Rekordjagd - allein Mareen Hufe überzeugte als Gesamt-Fünfte und mit einer der besten Radleistungen des Tages.

Starykowicz scheitert, Del Corral grandios

Bei beinahe perfekten äußeren Bedingungen konzentrierten sich die Blicke der Zuschauer zunächst auf den Tschechen Filip Ospaly. Der Ironman-Debütant scherte sich nicht um taktische Geplänkel, schwamm seinen Konkurrenten im Golf von Mexiko davon und hüpfte mit fast zwei Minuten Vorsprung auf seine Verfolger auf sein Zeitfahrrad. Schon nach wenigen Kilometer passierte dann das, woran im Vorfeld kaum Zweifel bestanden hatten: Andrew Starykowicz flog im Höllentempo an Ospaly vorbei an die Spitze. Ähnlich wie beim Ironman Hawaii vor drei Wochen suchte der US-Amerikaner sein Heil in der Flucht. Wohlwissend, dass hinter ihm Athleten lauern, die den Marathon um 2:40 Stunden laufen können. Nach weniger als fünf Rennstunden übergab Starykowicz seine Maschine in der zweiten Wechselzone einem der vielen Helfer. Die konnten sich danach noch 20 Minuten die Zeit vertreiben. Erst dann rollte der Este Kyrill Kotsegarov mit Daniel Fontana (ITA), dem späteren Sieger Del Corral und einigen weiteren Athleten im Schlepptau zum zweiten Wechsel. Am Ende fehlten dem tapferen Starykowicz nur drei Meilen, um seinen Sieg aus dem Vorjahr zu wiederholen. Del Corral, 2012 schon einmal Sieger des Ironman Lanzarote, zerstörte diesen Traum keine fünf Kilometer vor dem Ziel in Panama City Beach. In 2:37:29 Stunden lief der Spanier nicht nur eine der schnellsten je innerhalb eines Ironman erzielten Zeiten; er knackte zugleich den Streckenrekord, den der Schweizer Ronnie Schildknecht vor zwei Jahren an gleicher Stelle aufgestellt hatte. Starykowicz rettete sich vor Ospaly als Zweiter ins Ziel. Der Tscheche blieb gleich bei seinem Langdistanzdebüt unter der Acht-Stunden-Marke.

Victor Del Corral | Florida-Sieger Victor Del Corral (ESP)

Florida-Sieger Victor Del Corral (ESP)

Foto >Jason Budd | J Ryan Photography / FinisherPix.com

Wagner stark, Bittner platt

Der Titel "bester Deutscher" ging etwas überraschend an Dorian Wagner. Dem Allersberger glückten in allen Disziplinen ausgeglichene Leistungen. Das reichte in einem Rekordprofifeld am Ende für den bemerkenswerten achten Platz. Michael Göhner strich als Zwölfter ebenfalls noch ein paar Punkte fürs Kona Pro Ranking ein. Für Per Bittner waren fünf Langdistanzen binnen eines Jahres offenbar doch zumindest eine zu viel. Der Leipziger stieg an 20. Stelle liegend an der Halbmarathonmarke aus.

Ironman Florida | Männer

  1. November 2013, Panama City Beach (USA)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Victor Del Corral

ESP

7:53:12

55:23

4:15:15

2:37:29

2

Andrew Starykowicz

USA

7:55:22

49:53

4:02:17

2:58:18

3

Filip Ospaly

CZE

7:58:44

48:06

4:23:53

2:41:17

4

Daniel Fontana

ITA

8:05:48

49:59

4:20:43

2:50:28

5

Pedro Gomes

POR

8:08:34

49:51

4:20:59

2:52:59

Swipe me

Van Vlerken vornweg, Hufe hinterher

Im Rennen der Frauen setzte sich zunächst die aktuell schnellsten Schwimmerin im Ironmanzirkus, die US-Amerikanerin Haley Chura, in Szene. Vier Minuten legte die auch auf Hawaii nach dem Auftakt Führende im Wasser zwischen sich und ihre Konkurrentinnen. Bis zur 60-Kilometer-Marke lag sie an der Spitze des Feldes. Danach übernahmen die Österreicherin Lisa Hütthaler und Yvonne van Vlerken das Kommando. Bis zum zweiten Wechsel wichen sich die beiden nicht von der Seite. Mit dem Ironman-Radrekord von Caroline Steffen (Melbourne 2012) vor Augen und knapp vor Hütthaler erreichte die Niederländerin schließlich als Erste die Wechselzone. Winzige 20 Sekunden fehlten ihr am Ende zur Bestmarke der Schweizerin. Davon unbeeindruckt schüttelte Van Vlerken die Konkurrentin aus ihrer Wahlheimat Österreich schon auf den ersten Laufkilometern ab. Für Hütthaler blieb bei ihrem Ironman-Comeback am Ende Platz sechs. Zumindest einem Rekord war Van Vlerken beim Marathon noch auf der Spur - und wurde schließlich auch belohnt. Sie verbesserte ihren eigenen Streckenrekord um acht Minuten und war in 8:43:07 Stunden so schnell wie noch nie in einem Ironmanrennen. Ashley Clifford schob sich dank Tagesbestzeit beim Laufen noch vom siebten auf den zweiten Platz nach vorn. Die drittplatzierte Ungarin Erika Csomor blieb ebenfalls noch unter neun Stunden. Wichtige Punkte auf dem Weg zum Ironman Hawaii sicherten sich Mareen Hufe, Beate Görtz und die Schweizerin Simone Braendli. Braendli verpasste das Podium als Vierte um vier Minuten. Hufe und Görtz landeten auf den Plätzen fünf und acht.

Ironman Florida | Frauen

  1. November 2013, Panama City Beach (USA)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Yvonne van Vlerken

NED

8:43:07

1:00:14

4:35:49

3:01:55

2

Ashley Clifford

USA

8:49:03

55:21

4:51:20

2:56:35

3

Erika Csomor

HUN

8:56:41

1:02:13

4:45:09

3:03:32

4

Simone Braendli

SUI

9:00:40

54:43

4:51:35

3:08:33

5

Mareen Hufe

GER

9:03:15

1:00:46

4:39:17

3:16:31

Swipe me