Ingolstadt: Grünes Licht für Reichel & Co.

Bis Dienstag stand der Ingolstadt Triathlon noch auf der Kippe. Mittlerweile ist sicher: der Wettkampf in der Audi-Stadt an der Donau kann wie geplant stattfinden. Neben mehr als 2.000 Agegroupern dürften sich die Augen der Zuschauer am Sonntag vor allem auf die deutschen Profis Sonja Tajsich, Horst Reichel, Jan Raphael und Georg Potrebitsch richten.

Von > | 13. Juni 2013 | Aus: SZENE

Power Horse Team 3 | Nein, das Team trägt kein Kamel im Namen sondern ein Pferd.

Nein, das Team trägt kein Kamel im Namen sondern ein Pferd.

Foto >Sabine Hütter

Es muss ein riesiger Stein gewesen sein, der Gerhard Budy Mitte der Woche vom Herzen gefallen ist. Denn noch am vergangenen Wochenende traute der Organisator des Ingolstadt Triathlons seinen Augen nicht, als er an jenem Baggersee stand, wo das Rennen gestartet werden soll. Nicht nur, dass die angrenzende Donau über die Ufer getreten war - vielmehr befürchtete er aufgrund der vollständigen Überschwemmung von Wechselzonen und Laufstrecke das Worst-Case-Szenario: der Triathlon könnte zum Duathlon werden.

Grünes Licht für 2.000 Athleten

Erst als die Gesundheitsbehörde am Dienstag Grünes Licht gab, dem Baggersee eine unbedenkliche Wasserqualität bescheinigte und der Donaupegel deutlich sank, atmeten Budy und sein Team auf. Seitdem kümmern sie sich wieder um den Kern der Sache. Und das sind vor allem die mehr als 2.000 gemeldeten Einzel- und Staffelathleten, die am Wochenende über die Sprint,- Kurz- und Mitteldistanz an den Start gehen werden. Damit gehört der Ingolstadt Triathlon bereits nach wenigen Jahren zu den größten Triathlon-Events in Deutschland.

Reichel vs .Raphael

Genau das zieht nicht nur viele Hobbysportler in den Süden der Republik. Auch eine immer größer werdende Schar von Profiathleten nutzt die Chance zu einem Formtest so kurz vor den wichtigen Langdistanzen in Roth, Frankfurt und anderswo. Über die olympische Distanz (Sonntag ab 9.50 Uhr) möchte Horst Reichel mit der Empfehlung seines Ironman-70.3-Sieges in Pescara (ITA) vor Wochenfrist am liebsten den nächsten Sieg einfahren. Dem gegenüber steht ein ähnliches Vorhaben seines Team-Kollegen Jan Raphael. Aufgrund der ähnlichen Leistungsstruktur der beiden Langdistanzprofis, die gemeinsam im rot-weißen Trikot des Powerhorse Triathlon-Teams an den Start gehen, können sich die Zuschauer auf ein packendes Rennen mit einem furiosen Finale freuen. Bei den Frauen geht Sonja Tajsich über die gleiche Distanz nach einer langen Trainingsphase im Frühjahr in Boulder (USA) als Favoritin in das Rennen. Auf dem recht flachen Parcours dürfte Natascha Schmitt - zuletzt Vierte bei der Challenge Kraichgau - ihre ärgste Kontrahentin werden.

Mit Druck aus den Schweizer Bergen

Dem schnellen Kurs möchte auf der Mitteldistanz (Sonntag ab 10.15 Uhr) vor allem Georg Potrebitsch - wie Reichel und Raphael vom Powerhorse Triathlon-Team - seinen Stempel aufdrücken. Nach einem intensiven Trainingslager in den Schweizer Alpen dürfte vor allem der Druck auf dem Rad eine entscheidende Waffe sein, um den schärfsten Mitbewerber um den Sieg, Christian Brader, bis zum Zieleinlauf in Schach zu halten. Vorjahressiegering Rebekka Eßmüller geht nicht nur mit viel Streckenerfahrung, sondern auch in guter Form auf die zwei Kilometer lange Schwimmstrecke, den 80 Kilometer langen Radabschnitt und den abschließenden, direkt am See verlaufenden 4-Runden-Laufkurs, über 21 Kilometer.

Hochsommerliche Temperaturen von bis zu 28 Grad sagen die Meteorologen für's Wochenende voraus - damit scheint der deutsche Triathlon-Sommer endlich da zu sein. tri-mag.de berichtet am Sonntag aktuell über die Rennen in Ingolstadt.