Ironman 2015: Ryf und Frodeno räumen ab

Mit dem Ironman Hawaii ging am vergangenen Wochenende die Ironmansaison zu Ende, die im März traditionell am Lake Taupo in Neuseeland begonnen hatte. Sieben Monate dauerte die Reise um die Welt. Sie hat Helden geboren und Geschlagene zurückgelassen. Nur vier Athleten konnten mehr als ein Rennen gewinnen. Und hier sind sie - die Champions der Ironmansaison 2015!

Von > | 16. Oktober 2015 | Aus: SZENE

Jan Frodeno | Ironman Germany in Frankfurt 2015, Jan Frodeno stellt einen neuen Radrekord auf

Ironman Germany in Frankfurt 2015, Jan Frodeno stellt einen neuen Radrekord auf

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Aus den insgesamt 29 Rennen zwischen März und Oktober gingen 53 verschiedene Sieger hervor. Bei den Frauen gelang nur Yvonne van Vlerken (Maastricht und Barcelona) und Daniela Ryf (Frankfurt und Hawaii) das Kunststück, zwei Rennen zu gewinnen. Gleiches schafften Marino Vanhoenacker (Klagenfurt und Florianopolis) und Jan Frodeno (Frankfurt und Hawaii) bei den Männern. Die Saisonbestzeit schaffte der Belgier Vanhoenacker, der beim Ironman Austria nach 7:48:45 Stunden im Ziel war. Yvonne van Vlerken setzte im letzten Rennen vor Hawaii, beim Ironman Barcelona, in 8:46:44 Stunden die Bestmarke bei den Frauen. Die 53 Champions kamen aus 19 Nationen.

USA vor Deutschland

Im inoffiziellen Medaillenspiegel hatten die Profis aus den USA die Nase vorn. 35 Mal standen sie nach dem Rennen unter der Champagnerdusche, 15 Mal davon ganz oben. Immerhin neun Siege räumten die Deutschen ab. Zweimal gewann Jan Frodeno, je einmal siegten Anja Beranek, Diana Riesler, Daniela Sämmler, Astrid Stienen, Timo Bracht, Boris Stein und Swen Sundberg. Auf immerhin vier Titel brachten es Daniela Ryf und ihre Eidgenossen Ronnie Schildknecht und Mauro Baertsch. 

Und hier ist der inoffizielle Medaillenspiegel 2015

Ironman 2015 - Medaillenspiegel

nach 29 von 29 Rennen

Nation

Gesamt

  1. Platz
  1. Platz
  1. Platz

USA

35

15

11

9

Deutschland

22

9

4

9

Australien

15

5

5

5

Schweiz

10

4

1

5

Großbritannien

16

3

7

6

Niederlande

8

3

4

1

Belgien

5

3

1

1

Neuseeland

12

2

6

4

Kanada

6

2

1

3

Schweden

6

1

3

2

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Knappe Rennen, klare Sieger

Die knappste der 57 Entscheidungen um Sieg und Podium fiel erst vor wenigen Wochen im US-amerikanischen Chattanooga. Dort lagen zwischen Sieger Kirill Kotsegarov und dem Drittplatzierten Stefan Schmid (GER) nach 226 Rennkilometern gerade einmal acht Sekunden. Mit dem deutlichsten Vorsprung gewann die Britin Lucy Gossage im Juli ihren Heim-Ironman in Bolton. Im Ziel hatte sie dort exakt 33 Minuten und 23 Sekunden Vorsprung auf ihre Landsfrau Caroline Livesey. Auch die Fürtherin Anja Beranek musste bei ihrem Sieg in Wales mehr als 32 Minuten auf die Niederländerin Tineke Van Den Berg warten.

Nur dreimal Sub8

Bei den Männern fiel die magische 8-Stundenmarke in dieser Saison nur dreimal. Marino Vanhoenacker blieb sowohl in Brasilien als auch kurz darauf am Wörthersee darunter. Jan Frodeno knackte die Schallmauer bei der Ironman-EM in Frankfurt. Dagegen gelang es neun der 28 Siegerinnen die 226 Kilometer in weniger als neun Stunden zu bewältigen. In Japan reichten Swen Sundberg (Herzogenaurach) 9:22:56 Stunden zum Sieg, im gleichen Rennen setzte sich die Taiwanesin Shiao-Yu Li nach 10:22:59 Stunden durch. Damit war der Ironman im Land der aufgehenden Sonne der "vermeintlich" langsamste der Saison.