Ironman 70.3: Cave und Jacobs rollen sich ein

Mühsam haben sich Leanda Cave und Pete Jacobs am Wochenende ihrer Hawaiiform ein Stück näher gebracht. Cave kassierte beim Ironman 70.3 Boulder allerdings eine deutliche Niederlage gegen Melissa Hauschildt. Nur knapp musste Jacobs auf den Philippinen dem Neuseeländer Courtney Atkinson den Vortritt lassen.

Von > | 5. August 2013 | Aus: SZENE

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Pete Jacobs

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Überzeugend war das noch nicht. Doch nach ihren zweiten Plätzen bei den Ironman-70.3-Rennen in Boulder und auf den Philippinen sieht die Saisonbilanz für Leanda Cave und Pete Jacobs schon etwas freundlicher aus. Zehn Wochen vor dem Ironman Hawaii holten sich die Titelverteidiger von Kona gegen teils hochklassige Gegner zweite Plätze. Doch vor allem für Cave scheint der Weg zur Hawaiiform noch weit.

Hauschildt weltmeisterlich

Zwar schwamm die Britin in ihrem Trainingsrevier Boulder gemeinsam mit Amanda Stevens (USA) zum Auftakt rund zweieinhalb Minuten auf Melissa Hauschildt heraus - auf dem Rad kam Cave danach aber überhaupt nicht in Tritt. Indiskutable acht Minuten büßte sie im zweiten Rennabschnitt auf die kleine Australierin ein. Ein Klassenunterschied. Auch Stevens' Tempo konnte die amtierende 70.3-Weltmeisterin im ersten Rennen nach der langen Verletzungspause noch nicht mitgehen. Beim Laufen fand Cave danach zumindest etwas in ihren Rhythmus zurück und schob sich kurz vor dem Ziel immerhin noch an Stevens vorbei auf den zweiten Platz. Konkurrenzfähig ist sie mit einer Halbmarathonzeit von knapp unter 90 Minuten bei der 70.3-WM in fünf Wochen in Las Vegas aber keinesfalls. Ganz anders Hauschildt: Die schraubte mit einer Laufzeit von 1:22:38 Stunden ihren Vorsprung bis ins Ziel noch auf fast 13 Minuten nach oben. Mehr als ein Fingerzeig auf die Weltmeisterschaften. Aktuell deutet Vieles darauf hin, dass sich Hauschildt ihren 2012 an Cave verlorenen Titel am 8. September zurückerobern wird. Für die Britin dürfte es in der aktuellen Verfassung schwer werden, um den Sieg mitzukämpfen.

Im weniger hochklassig besetzen, dafür aber umso spannenderen Männerrennen spielte Joe Gambles seine Streckenkenntnis aus. Der US-Amerikaner stieg mit der Spitze aus dem Boulder Reservoir und schloss sich danach einem Trio mit Landsmann Greg Bennett, Callum Millward (NZL) und Paul Ambrose (AUS) an. Die Tagesbestzeit beim Halbmarathon reichte schließlich, um die drei abzuschütteln und nach 3:44:41 Stunden zum dritten Mal in Folge in Boulder zu gewinnen. Bennett und Millward sortierten sich hinter Gambles auf dem Podium ein.

Jacobs im Auschwung, Steffen souverän

Auch Pete Jacobs ist noch nicht in einer Form, mit der er seinen Konkurrenten am 12. Oktober auf Hawaii Angst einjagen kann. Auf den Philippinen musste er sich am Sonntag seinem Landsmann Courtney Atkinson geschlagen geben. Nach einem soliden Schwimmen verspielte Jacobs den möglichen vierten Sieg in Folge beim Radfahren. "Die Beine waren heute nicht da, so musste ich mit der Gruppe fahren", twitterte er später. Dreieinhalb Minuten kassierte er auf den späteren Sieger, auch Chris McCormack, David Dellow und der Kanadier Brent McMahon waren auf dem Rad deutlich schneller unterwegs. Läuferisch scheint sich Jacobs dagegen langsam seiner alten Form zu nähern. In 1:15:37 Stunden war er mit Abstand der Schnellste des Tages. So mussten McMahon und McCormack ihre Podestplätze am Ende noch für den Ironmanweltmeister räumen. An Atkinson führte für Jacobs aber kein Weg mehr vorbei.

Ein einsames Rennen schwamm, fuhr und lief Caroline Steffen bei ihrer Titelverteidigung. Nach Bestzeiten in allen drei Disziplinen gewann sie nicht nur die Frauenwertung überlegen, sondern ließ sogar noch einige ihrer männlichen Kollegen hinter sich. Pete Jacobs war auf den 90 Radkilometern nur zwei Minuten schneller unterwegs. Die Formkurve der Schweizerin zeigt zehn Wochen vor Hawaii also in die richtige Richtung.