Ironman 70.3: EM in Wiesbaden vor dem Aus?

Acht Jahre nach seiner Premiere steht eins der wichtigsten 70.3-Rennen der Welt vor dem Aus. Wie die Main-Spitze heute berichtet, ist knapp vier Monate vor dem Start noch immer unklar, wo bei der Ironman-70.3-EM 2015 das Schwimmen stattfinden soll. Eine Lösung sei nicht in Sicht. Ironman-Europachef Thomas Dieckhoff ist ernüchtert.

Von > | 18. April 2015 | Aus: SZENE

wiesbaden-01 | 70.3 Germany 2013

70.3 Germany 2013

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Als Wiesbadener blute ihm das Herz, bei dem Gedanken, dass das Rennen hier bald nicht mehr stattfinden könnte, so Thomas Dieckhoff gegenüber der "Main-Spitze". Doch ohne Planungssicherheit sei eine professionelle Austragung des Events auf Dauer nicht zu gewährleisten. Hintergrund der offenbar ernsthaften Sorgen Dieckhoffs sind einmal mehr die Diskussionen um das Schwimmen. Das hatte in den ersten drei Jahren noch am Schiersteiner Hafen stattgefunden. Wegen hygienischer Bedenken musste der Tross 2011 umziehen. Der Start und mit ihm Teile der Radstrecke wurden an den logistisch suboptimalen Raunheimer Waldsee verlegt. Dort will man die Triathleten nun aber auch nicht mehr. Eine Begündung gibt es dazu aktuell nicht.

Comeback in Schierstein? Nein!

Die in den vergangenen zwei Jahren immer wieder diskutierte Rückkehr an den Schiersteiner Hafen droht ebenfalls zu scheitern. In einem Schreiben aus dem hessischen Umweltministerium soll stehen, dass das Schwimmen dort aus gesundheitlichen Gründen nach wie vor "nicht zu empfehlen" sei. Eine Begründung dafür liege ihm bis dato nicht vor, so Dieckhoff in der "Main-Spitze". Er sehe die Ursache für die Erkrankungen der Athleten nach dem Rennen 2010 noch immer in der Wetterlage und nicht im angeblich mit Schwermetallen verunreinigten Grundschlamm. Denn daran habe sich seit der ersten Genehmigung durch das Regierungspräsidium vor acht Jahren nichts geändert. In den nächsten Tage will Dieckhoff weitere Details bekanntgeben. Möglicherweise bleibt ihm dann nicht anderes übrig, als die prestigeträchtige EM aus seiner Heimatstadt abzuziehen.