Ironman 70.3 St. Pölten: Weltklasse in der Wachau

Bei der achten Auflage des Ironman 70.3 St. Pölten kommt es am Sonntag in der Wachau zum Duell zwischen Titelverteidigerin Lisa Hütthaler und Abu-Dhabi-Siegerin Svenja Bazlen. Im Rennen der Männer können sich einige deutsche Profis - darunter Christian Kramer, Patrick Lange und Per Bittner - gegen Weltklasseathleten wie Eneko Llanos, Marino Vanhoenacker und 70.3-Europameister Ritchie Nicholls beweisen.

Von > | 22. Mai 2014 | Aus: SZENE

t112_ac_st.pölten_10_JosefBollwein | Van Vlerken in St. Pölten

Van Vlerken in St. Pölten

Foto >Josef Bollwein

Bevor die mehr als 2.500 Athleten am Sonntag auf die schweren Strecken in der Wachau gehen, kamen in den letzten Tagen erstmal die österreichischen Veranstalter mächtig ins Schwitzen. Starke Regenfälle hatten das kleine Flüsschen Traisen derart anschwellen lassen, dass nicht nur auf dem Wettkampfgelände am Ratzersdorfer See sondern auch im Regierungsviertel von St. Pölten - am Renntag Teil der Laufstrecke - Land unter herrschte. Mittlerweile hat sich sie Lage entspannt und das Rennen kann wie geplant stattfinden. Die Meteorologen versprechen nahezu perfekte Bedingungen und sommerliche Temperaturen um 25 Grad. Welch ein Kontrast zum Kälte-Chaos im vergangenen Jahr. Damals hatten die Organisatoren wegen des schlechten Wetters kurzfristig das Schwimmen streichen und das Rennen zu einem Duathlon zusammenstreichen müssen.

Ospaly fehlt, deutsche Profis lauern

Ein Sonntagsausflug an den Ratzersdorfer See lohnt sich aber nicht nur wegen des angekündigten Sonnenscheins. Zwei Wochen nach dem Ironman 70.3 Mallorca hat sich auch in St. Pölten ein internationales und hochkarätiges Feld angekündigt. Nur einen werden die Fans vermissen. Filip Ospaly, der dreimailige Champion aus Tschechien, musste seine Teilnahme vor ein paar Tagen wegen einer Knieverletzung absagen. Ein Konkurrent weniger - auch für Eneko Llanos, der beim Duathlon 2013 hinter Bart Aernouts (BEL) und Andreas Böcherer Dritter wurde und kurzentschlossen nach Österreich gereist ist. Der Spanier bekommt es am Sonntag unter anderem mit dem Belgier Marino Vanhoenacker, 70.3-Europameister Ritchie Nicholls (GBR), dessen Landsmann Daniel Halksworth, dem Schweizer Mathias Hecht, Alessandro Degasperi aus Italien sowie den Österreichern Andreas Giglmayr und Michael Weiss zu tun. Dazu wollen gleich eine Handvoll deutsche Profis im Kampf ums Podium und Punkte fürs Kona Pro Ranking mitmischen. Gemeldet haben Per Bittner, Sean Donelly, Patrick Lange, Johannes Moldan und Christian Kramer. "Aufgrund der schwankenden Form in den letzten Wochen bin ich etwas unsicher, was meinen aktuellen Leistungsstand angeht", so Kramer drei Tage vor dem Rennen gegenüber tri-mag.de vorsichtig. Er hoffe dennoch, dass es sich der Trip nach St. Pölten punktemäßig zumindest etwas lohnt.

Bazlen fordert Hütthaler zum Duell

Während bei den Männern Titelverteidiger Aernouts und alle anderen bisherigen Sieger fehlen, sind unter den 18 gemeldeten Profifrauen gleich drei, die wissen, wie man das Rennen in Niederösterreich gewinnt. Mit dem Rückenwind ihres verteidigten Titels von Mallorca kommt Lisa Hütthaler zu ihrem Heimrennen und hatte auch dort alle Trümpfe für den zweiten Sieg in Folge in der Hand. Doch auch Svenja Bazlen geht hochmotiviert in ihr dritten großes Rennen nach dem 70.3 Panama und ihrem Sieg beim Abu Dhabi Triathlon. Die Tübingerin hat keine echte Schwäche - zuletzt nur immer wieder Mühe, ihre hart erkämpften Minuten auf der Laufstrecke gegen die Topläuferinnen zu verteidigen. Auch daran hat sie im Trainingslager im April in Südfrankreich mit Coach Lubos Bilek gearbeitet. Yvonne van Vlerken wird da bei ihrem fünften St. Pölten-Start wahrscheinlich noch nicht mithalten können. Die Siegerin von 2008 und 2010 hat nach ihrem Schlüsselbeinbruch noch ein wenig Trainingsrückstand.

Drei mal drei für Daniela Sämmler?

Auch Erika Csomor, mit sich Van Vlerken 2010 eins der packenden Finishs der 70.3-Geschichte lieferte, dürfte gegen Bazlen und Hütthaler chancenlos sein. Mit Ambitionen auf einen Podiumsplatz geht Daniela Sämmler ins Rennen. In ihrem dritten Mitteldistanzrennen binnen vier Wochen könnte die 25-Jährige zum dritten Mal unter die besten drei kommen. "Mein Ziel ist das Treppchen, aber dafür brauche ich noch einmal einen richtig guten Tag", sagt die Darmstädterin, die schon die Rennen auf Fuerteventura und in Rimini in den Beinen hat. Für einen spannenden Rennverlauf werden zudem die Schweizerinnen Simone Brändli und Natascha Badmann sowie Gina Crawford aus Neusseeland sorgen. Um möglichst viele Punkte fürs Kona Pro Ranking geht es außerdem für die Thüringerin Katja Konschak und Natascha Schmitt aus Frankfurt.