Ironman startet Kampagne "SwimSmart"

Wellenstarts statt Massenstarts, numerierte Bojen, Rettungsflöße und mehr geschultes Personal. Mit der vor wenigen Tagen initiierten Kampagne "SwimSmart" will die World Triathlon Corporation (WTC) die Sicherheit ihrer Athleten verbessern. Die Maßnahmen sollen vorerst aber nur in Nordamerika greifen.

Von > | 14. Mai 2013 | Aus: SZENE

Ironman Hawaii 2012 - Schwimmen - 39 | Ironman Hawaii 2012 - Schwimmen

Ironman Hawaii 2012 - Schwimmen

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Freiwasserschwimmen gilt als eine der größten Hürden auf dem Weg zur Herausforderung Ironman. Nicht weil der 3,8 Kilometer lange Auftakt in das Abenteuer technisch so anspruchsvoll wäre, sondern vor allem, weil es viele Langdistanz-Neulinge schlicht mit der Angst zu tun bekommen, wenn sie die vielen Arm- und Beinpaare durchs Wasser wirbeln sehen. "Wir wissen, dass das Schwimmen unter den Athleten großen Stress auslöst", sagt Andrew Messick, seit Mai 2011 Chef der World Triathlon Corporation (WTC) und selbst mehrfacher Ironmanfinisher. Eine mögliche Ursache: Das Training im Freiwasser sei mit der Rennsituation sehr schwer zu vergleichen. Damit spielt Messick insbesondere auf das Gedränge am Start und die Positionskämpfe auf ersten Metern an. Obwohl das Schwimmen den kürzesten Teil eines Ironman ausmacht, mache sich ein großer Teil der Athleten über den Auftakt die meisten Sorgen, glaubt der 47-Jährige. Deshalb berät Messick schon seit Ende 2012 mit einem Expertenteam darüber, wie man den Sportlern etwas von dieser Angst nehmen kann. Das Ergebnis: gleich ein ganzer Katalog voller Maßnahmen, die zunächst bei einigen Rennen in Nordamerika umgesetzt werden sollen.

Neue Startszenarien

So wird es beim Ironman Coeur d'Alene und dem Ironman Lake Placid zukünftig sogenannte "Rolling"-Starts statt Massenstarts geben. Ähnlich wie bei den meisten großen Marathonläufen startet die Zeitnahme für jeden Athleten separat - und zwar erst in dem Moment, wenn er über eine Zeitmessmatte läuft. Beim Ironman Mont Tremblant in Kanada versucht man es ab diesem Jahr mit einem Wellenstart, wie er auf kürzeren Triathlondistanzen schon seit Jahren gängige Praxis ist. Am Lake Tahoe und in Florida soll es weiterhin Massenstarts geben, wobei jeder Athlet selbst entscheiden darf, in welchem Bereich der Startzone er sich aufstellt. In Texas, Louisville und Arizona bleibt vorerst noch alles beim Alten.

Zur besseren Orientierung auf der Strecke wird es bei einigen Ironmanrennen in Nordamerika zukünftig auch numerierte Bojen geben. Außerdem sollen die Zahl ausgebildete Rettungboote und -teams im Wasser aufgestockt werden - zweifellos auch eine Reaktion auf die tragischen Unfälle in New York (2012) und Südafrika (2013). Bei beiden Rennen konnten zwei verunglückte Athleten nicht rechtzeitig aus dem Wasser geborgen werden. Fest verankerte Rettungsflöße an strategisch wichtigen Punkten, wie sie in Messicks Agenda vorgesehen sind, hätten den beiden möglicherweise das Leben gerettet. Athleten, die eine Pause brauchen, können diese Flöße dafür nutzen, ohne eine Disqualifikation zu riskieren. "Wer eine Pause braucht, soll sich ausruhen", stellt Messick klar. Sich an einer Rettungsinsel festzuhalten, sei entgegen der weitläufig verbreitenen Annahme, kein Grund für eine Disqualifikation. Um zu verhindern, dass Sportler überhaupt in Notsituationen kommen, planen die WTC-Verantwortlichen spezielle Aufwärmprogramme, die vor dem Start angeboten werden sollen.

Auf die großen europäischen Ironmanrennen haben Messicks Reformen zunächst keine Auswirkungen. Das bestätigte ein Sprecher gegenüber tri-mag.de.