Ironman Südafrika: Al-Sultans siebter Streich?

Vier Wochen nach dem Erfolg von Timo Bracht in Mexiko kämpfen Faris Al-Sultan und Horst Reichel am kommenden Wochenende in Südafrika um den zweiten deutschen Ironmansieg dieses Jahres. Sie treffen auf drei starke Schweizer und einen hochmotivierten James Cunnama.

Von > | 10. April 2013 | Aus: SZENE

SanJuan_019_NEU | Faris Al-Sultan San Juan

Faris Al-Sultan San Juan

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Nein, ein gelungener Saisonstart sieht wahrlich anders aus: Erst torpedierten die Scheichs aus Abu Dhabi sein Triathlon-Team, ein paar Wochen später holte er sich zum Saisonstart beim Ironman 70.3 in Puerto Rico als 18. auch sportlich eine üble Packung ab. Doch Faris Al-Sultan ist schon zu lange Profi, um sich davon die Lust am Triathlon verderben zu lassen. Letztes Jahr in St. Pölten sei sein Zustand ähnlich gewesen, schreibt der Münchner auf seiner, erst kürzlich vom Abu-Dhabi-Branding befreiten, Website. Danach triumphierte er beim Ironman Austria in Klagenfurt. Er hoffe, dass es nun genauso klappt - es wäre der siebte Ironmantitel seiner Karriere. Statt sechs Wochen liegen zwischen Frust und der Chance zur Wiedergutmachung dieses Mal aber nur vier Wochen. Dazu wartet beim Ironman Südafrika am kommenden Sonntag mehr als nur Laufkundschaft auf den Ironman-Weltmeister von 2005.

Cunnama gegen halb Europa

Al-Sultan vertraut trotz Muskelproblemen im "Hinterteil", die er vor gut drei Wochen aus San Juan mitgebracht hat, vor seinem ersten Start in Port Elizabeth auf satte 15 Jahre Triathlonroutine. Wie seine "etwas andere" direkte Vorwettkampfphase aussieht, wollte er aber nicht verraten. Kein Geheimnis ist dagegen die Startliste des Ironman Südafrika 2013. Neben Al-Sultan geht es am Indischen Ozean für 29 weitere Profis um wichtige Punkte fürs Kona Pro Ranking. Immerhin 2.000 nimmt der Sieger mit nach Hause. Clemente Alonso Mckernan, der das Rennen 2012 gewann und ein paar Wochen später beim Ironman Germany aufs Podium lief, ist am Sonntag nicht dabei. Die Chance, dass bei der elften Auflage zum achten Mal ein Europäer gewinnt, ist dennoch groß. Verhindern will das der Roth-Sieger von 2012, James Cunnama. Doch dafür muss der Südafrikaner in seiner Heimat nicht nur Al-Sultan und den Darmstädter Horst Reichel, sondern auch die Schweizer Mike Aigroz (2012 Dritter), Ronnie Schildknecht und Jan van Berkel aus dem Weg räumen. Dazu wollen der Franzose Cyril Viennot, im Vorjahr hinter Mckernan Zweiter, und Bas Diederen aus den Niederlanden um den Titel mitkämpfen.

Wer beerbt Badmann?

Nur 16 Namen stehen auf der Startliste der Profifrauen. Drei davon sind Stammgäste an der Südspitze des afrikanischen Kontinents - und genau die dürften die drei Podiumsplätze bei einem normalen Rennverlauf auch untereinander aufteilen. Lucie Reed, die erfahrendste des Trios, hat das Rennen 2009 schon einmal gewonnen. Doch die Tschechin wird gegen Simone Brändli aus der Schweiz - 2012 hinter Natascha Badmann Zweite - und die Britin Jodie Swallow einen schweren Stand haben. Wobei Swallow, die die 70.3-Version im wenige Autostunden entfernten East London im Januar zum dritten Mal in Folge gewann, ihre Langdistanztauglichkeit erst noch beweisen muss. Aus der Heimat des langjährigen Kurzdistanzprofis Maik Petzold kommt die einzige Deutsche im Feld. Doch für die Bautzenerin Katharina Grohmann geht es im ersten Profirennen ihrer Karriere eher darum, Erfahrung zu sammeln. Als Agegrouperin gewann 26-Jährige in den vergangenen Jahren unter anderem den Ironman Germany (2010) und den Ironman Switzerland (2012). Auf Hawaii schaffte sie 2011 in der AK 18-24 den Sprung aufs Podium.