Jan Raphael krönt deutsche Ironman-Party

Mit einem historischen Dreifachsieg für die deutschen Profis endet die Premiere des Ironman Sweden. Jan Raphael feiert in Kalmar nach sechs Jahren Pause seinen zweiten Ironmantitel. Die Außenseiter Dorian Wagner und Horst Reichel stehlen Andreas Böcherer die Podiums-Show. Der ist nach Platz sechs aber sicher für Kona qualifiziert. Bei den Frauen bleibt der Sieg in Schweden.

Von > | 18. August 2012 | Aus: SZENE

Ironman Sweden Jan Raphael | Jan Raphael Ironman Sweden 2012

Jan Raphael Ironman Sweden 2012

Foto >Stefan Jäger / WTC

Frauen: Eßmüllers mutige Flucht nach vorn

Exakt eine Stunde nach dem Zieleinlauf des Schweden Djurback rasten die schwedischen Triathlonfans auf dem Stortorget noch einmal richtig aus. Sie feiern Åsa Lundstroem, die ihren Landsleuten gleich bei der Premiere einen Heimsieg schenkt. Dabei sieht es auch im Rennen der Frauen lange nach einem deutschen Erfolg aus. Rebekka Eßmüller braucht für die 3,8 Schwimmkilometer nur etwas mehr als 55 Minuten und ist ihrer ersten Verfolgerin, Stine Møllebro aus Dänemark bei ersten Wechsel schon eineinhalb Minuten enteilt. Dana Wagner, die wie Eßmüller aus Hannover kommt und in ihrer ersten Profisaison Vierte beim Ironman in Klagenfurt wurde, liegt weitere zweieinhalb Minuten zurück. Ihre ersten Versuche, Eßmüller zu stellen scheitern. Nach zwei Rennstunden liegen immer noch mehr als vier Minuten zwischen den beiden Deutschen, die das kleine Profifeld inzwischen aber gemeinsam anführen. Dahinter schiebt sich die Schwedin Lundstroem langsam an das Duo heran. Doch auch bei Halbzeit der Radtstrecke hat die Lokalmatadorin noch mehr als sieben Minuten Rückstand auf die Führende. 50 Kilometer vor dem zweiten Wechsel ist Eßmüllers Solofahrt dann doch zu Ende. Wagner geht vorbei und fährt noch mehr als fünf Minuten heraus - Auch Åsa Lundstroem muss Eßmüller nach ihrem mutigen Alleingang noch vorbeilassen. Klappt es dennoch mit einem deutschen Sieg? Es wäre der erste in der jungen Profikarriere von Dana Wagner.

Frauen-Krone bleibt in Schweden

Bei Laufkilometer 20 liegt Wagner immer noch mehr als zwei Minuten vor ihrer schwedischen Verfolgerin. Doch die holt - getragen von den schwedischen Zuschauern - Sekunde um Sekunde auf. Schließlich fliegt die 28-Jährige, die in der Wintersport-Hochburg Falun geboren wurde, doch noch an der Deutschen vorbei. Wagner, 2011 Deutschen Meisterin auf der Mitteldistanz, kämpft inzwischen mit einer Fußverletzung und muss Lundstroem ohne Gegenwehr ziehen lassen. Sieben Kilometer ist der Rückstand auf vier Minuten angewachsen und das Rennen entschieden. Lundstroem reichen solide Leistungen in den beiden ersten Disziplinen und der schnellste Marathon des Tages zum größten Erfolg ihrer Karriere, der nach 9:13:27 Stunden offiziell ist. Auch Wagner toppt ihr Resultat aus Klagenfurt und klettert zum ersten Mal auf ein Podium. Neun Minuten liegen nach 226 Kilometern zwischen ihr und Siegerin Lundstroem. Eßmüller verpasst das Podium um viereinhalb Minuten. Angespornt von der Chance auf das letzten Hawaiiticket schiebt sich die Japanerin Emi Sakai noch an der 32-Jährigen vorbei.

Ironman Sweden | Frauen

  1. August 2012, Kalmar (SWE)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Asa Lundstroem

SWE

9:13:27

1:00:17

4:51:46

3:18:20

2

Dana Wagner

GER

9:22:32

58:55

4:48:48

3:31:30

3

Emi Sakai

JAP

9:34:36

1:04:48

4:53:39

3:31:05

4

Rebekka Eßmüller

GER

9:39:02

55:03

4:57:28

3:42:29

5

Stine Moellebro

DEN

9:47:11

56:32

5:14:10

3:27:01

6

Emma Graaf

SWE

9:51:50

57:45

5:16:25

3:33:17

7

Olja Bregar

SLO

9:56:04

1:07:09

5:04:24

3:38:24

8

Henrika Malmstroem

FIN

9:56:29

1:09:27

5:20:50

3:21:09

9

Esther Leal

ESP

10:03:44

59:35

5:20:49

3:36:38

10

Simone Wirth

SUI

10:05:48

1:10:27

5:15:55

3:34:04

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