Joyce und Weiss jubeln, Frommhold Fünfter

Die Hawaii-Zweite Rachel Joyce und der Österreicher Michael Weiss haben den Ironman Cozumel gewonnen. Joyce bezwang in Mexiko die US-Amerikanerinnen Jessie Donovan und Amanda Stevens deutlich. Weiss sorgte im ersten Rennen nach Ablauf seiner Dopingsperre auf dem Rad für die Vorentscheidung. Nils Frommhold verpasste bei seinem Ironman-Comeback das Podium.

Von > | 2. Dezember 2013 | Aus: SZENE

RachelJoyce_Cozumel | Rachel Joyce Ironman Cozumel

Rachel Joyce Ironman Cozumel

Foto >Robbie Little / FinisherPix.com

Dass das Rennen in der Karibik kein Selbstläufer werden würde, hatte Nils Frommhold in den Tagen zuvor selbst immer wieder gesagt. Letztendlich bestätigte sich bei tropischen Temperaturen vor der Küste Mexikos, was der Potsdamer befürchtete. Die fehlenden Laufkilometer aus dem Sommer dürften ihn zumindest den Podestplatz gekostet haben. Die vier besten des Tagen nahmen Frommhold auf der Marathonstrecke mehr als 15 Minuten ab. Für seinen fünften Platz kassierte er dennoch wichtige Punkte, um sein großes Ziel - den Ironman Hawaii 2014 - zu erreichen.

Weiss wagt den Ausreißversuch

Hauptdarsteller des Rennens war zunächst aber der starke Wind, der die Veranstalter dazu zwang, die Schwimmstrecke um etwa einen Kilometer zu kürzen. Vor allem für die starken Schwimmer um Nils Frommhold eher eine schlechte Nachricht. Nur etwa 90 Sekunden legte er gemeinsam mit dem Australier Todd Skipworth auf den knapp drei Schwimmkilometern zwischen sich und die Verfolger. Darunter der spanische Ironman-Europameister Eneko Llanos und Rückkehrer Marino Vanhoenacker. Keine 30 Kilometer konnte das Duo diesen Vorsprung verteidigen. Schnell bildete sich eine große Spitzengruppe, in der vor allem Frommhold für das Tempo sorgte. Wohl auch, um den vermeintlich stärksten Radfahrer im Feld, den Österreicher Michael Weiss, so lange wie möglich auf Distanz zu halten. Doch der hatte sich im ersten Rennen nach seiner zweijährigen Dopingsperre offenbar einiges vorgenommen. Die vier im Wasser verlorenen Minuten holte er noch vor Halbzeit des Radfahrens auf. Statt in der großen Gruppe sitzen zu bleiben, suchte Weiss aber sofort die Flucht nach vorn. Nach gut drei Stunden Renndauer war die Lücke zum immer noch von Frommhold, Llanos und Vanhoenacker angeführten Verfolgerfeld schon drei Minuten groß. Doch Weiss wollte mehr. Und tat dafür noch mehr. Mehr als zehn Minuten vor einem Trio mit Nils Frommhold, Eneko Llanos und Tyler Butterfield von den Bermudas stellte er sein Rad in der Wechselzone ab.

Vanhoenacker strauchelt, Weiss gewinnt

Zu einem Fiasko geriet das Langdistanz-Comeback von Marino Vanhoenacker. Schon nach wenigen Laufkilometer warf der Belgier entkräftet das Handtuch, setzte sich an den Streckenrand und vergrub das Gesicht enttäuscht in den Händen. Damit scheiterte auch sein Plan, noch in diesem Jahr einige Punkte für das Kona Pro Ranking und die möglich Qualifikation für den Ironman Hawaii 2014 zu sammeln. Deutlich erfolgreicher verlief ein anderes Comeback. Michael Weiss ließ sich auch beim Marathon nicht mehr von der Siegerstraße abbringen und feierte dreieinhalb Jahre nach seinem ersten Titel in St. George (USA) auf Cozumel seinen zweiten Ironmansieg. In 7:55:23 Stunden verbesserte er außerdem seine persönliche Langdistanz-Bestzeit um mehr als zwei Minuten. Sein Ticket für Kona buchen, kann Tyler Butterfield. In 2:49:48 Stunden lief der Hawaii-Siebte den schnellsten Marathon des Tages und sicherte sich so den zweiten Platz. Auch Eneko Llanos dürfte nach der kleinen Enttäuschung in Kona mit dem Podestplatz bei seinem Saisonfinale zufrieden sein. Dank eines starken Marathons schob sich der Pole Marek Jaskolka beim Laufen noch vom neunten auf den vierten Platz nach vorn - und damit auch noch an Nils Frommhold vorbei.

Michael Weiss | Comeback nach Maß: Michael Weiss meldet sich mit einem Sieg von seiner Dopingauszeit zurück.

Comeback nach Maß: Michael Weiss meldet sich mit einem Sieg von seiner Dopingauszeit zurück.

Foto >Robbie Little / FinisherPix.com

Ironman Cozumel | Männer

  1. Dezember 2013, Cozumel (MEX)

Name

Nation

Gesamt

3,1 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Michael Weiss

AUT

7:55:23

36:54

4:22:20

2:52:34

2

Tyler Butterfield

BER

8:02:42

34:12

4:35:14

2:49:48

3

Eneko Llanos

ESP

8:05:21

34:19

4:34:40

2:52:38

4

Marek Jaskolka

POL

8:13:29

34:14

4:46:16

2:49:52

5

Nils Frommhold

GER

8:20:16

32:53

3:07:38

6

Justin Daerr

USA

8:27:11

7

Peru Alfaro

ESP

8:29:04

3:12:22

8

Fabio Carvalho

BRA

8:31:12

34:11

2:53:11

9

Anton Blokhin

UKR

8:34:06

34:15

4:40:21

3:15:50

10

Todd Skipworth

AUS

8:36:58

32:49

3:21:57

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Joyce jubelt erneut

Rachel Joyce, die auf Cozumel eigentlich nur ihren Freund bei dessen Rennen unterstützen wollte, hat ihren Startplatz für Kona 2014 sicher. Die Zweite des Ironman Hawaii 2013 meldete spontan und krönte ihre bisher beste Profisaison mit einem weiteren Sieg. Dafür reichten der Britin wie so oft solide Leistungen im Wasser und auf dem Rad und ein überzeugender Marathon. Weder Amanda Stevens, erwartungsgemäß die schnellste Schwimmerin des Tages, noch deren Landsfrau Jessie Donovan oder die junge Schweizerin konnten den Triumph der 35-Jährigen verhindern. Astrid Ganzow verpasste den Sprung unter die zehn besten Profis und wurde Zwölfte.

Ironman Cozumel | Frauen

  1. Dezember 2013, Cozumel (MEX)

Name

Nation

Gesamt

3,1 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Rachel Joyce

GBR

8:52:28

36:59

5:03:41

3:07:10

2

Jessie Donovan

USA

9:01:12

44:46

5:00:35

3:12:02

3

Amanda Stevens

USA

9:06:40

34:17

5:06:18

3:21:47

4

Celine Schärer

SUI

9:12:40

34:18

5:17:21

3:16:33

5

Bree Wee

USA

9:16:26

38:15

5:13:45

3:19:55

6

Ashley Clifford

USA

9:19:15

37:11

5:23:46

3:13:44

7

Saleta Castro

ESP

9:19:32

5:21:06

3:14:32

8

Jackie Arendt

USA

9:27:05

37:22

5:14:21

3:31:13

9

Monique Grossrieder

SUI

9:29:57

5:16:35

3:24:17

10

Malaika Homo

USA

9:33:57

38:07

5:14:09

3:37:07

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