Julia Gajer krönt Aufholjagd im Tempe

Mit dem ersten Ironmansieg ihrer Karriere hat Julia Gajer die Tür Richtung Kona 2014 weit aufgestoßen. Die 31-Jährige rang in der Wüste von Arizona die US-Amerikanerin Meredith Kessler und Michelle Vesterby aus Dänemark nieder. Bei den Männern glückte dem Spanier Victor Del Corral zwei Wochen nach seinem Triumph in Florida der Doppelschlag. Der Stuttgarter Marc Dülsen führte ein deutsches Trio unter die Top Ten.

Von > | 18. November 2013 | Aus: SZENE

JRB_8391_JuliaGajer | Julia Gajer

Julia Gajer

Foto >Jason R. Budd / FinisherPix.com

Tempe ist und bleibt ein gutes Pflaster für deutschen Ironmanprofis. Ein Jahr nach dem siegreichen Debüt von Nils Frommhold gelang Julia Gajer in Arizona der fünfte Sieg für schwarz-rot-gold. Zuvor triumphierten im Südwesten der USA schon Faris Al-Sultan (2005), Andreas Raelert (2008) und Timo Bracht (2010). Damit holten die Deutschen in Tempe in neun Jahren sogar mehr Titel als die Gastgeber. Die Männer verpassten das Podium in diesem Jahr zwar - schafften es dafür aber mit drei Athleten unter die besten Zehn.

Gajer schnappt beim Marathon zu

Komfortable drei Minuten vor allen anderen Frauen beendete Meredith Kessler die 3,8 Schwimmkilometer im Tempe Town Lake. In Michelle Vesterby fand Julia Gajer die perfekte Partnerin für die ersten Disziplin. Gemeinsam mit der Dänin machte sich die gebürtige Hannoveranerin auf die Verfolgung Kesslers. Die zog jedoch die Einsamkeit der Wüste vor und behauptete ihre Führung bis zum zweiten Wechsel. Vesterby, die sich auf dem schnellen Kurs ans Hinterrad der US-Amerikanerin hatte heften wollen, kam nur bis auf eine Minute heran. Julia Gajer ließ die Dänin gewähren und verlor auf den 180 Kilometern fast zehn Minuten. Beim Wechsel in die Laufschuhe lag sie zwar mehr als zehn Minuten hinter Kessler und Vesterby - aber keinesfalls aussichtslos im Rennen. Denn das Duo an der Spitze war im Oktober dort, wo Gajer im nächsten Jahr gern hin möchte: Bei der Ironman-WM in Kailua-Kona landete Kessler als Siebte einen Platz vor Vesterby. Inwieweit den beiden dieses Rennen noch in ihren Knochen gesteckt hat, ist sicher spekulativ und am Ende auch nur am Rande wichtig. Fünf Kilometer vor dem Ziel überholte Gajer zunächst Vesterby und kurz darauf auch Kessler. Fast 15 Minuten knöpfte die 31-Jährige ihren Kontrahentinnen letztlich auf den 42 Kilometern ab. In 3:02:02 Stunden verpasste sie die 3-Stunden-Marathonmarke zwar knapp - der erste Ironmansieg dürfte sie darüber aber locker hinwegtrösten. Zugleich durchbrach sie im fünften Langdistanz-Rennen ihrer Karriere zum vierten Mal die 9-Stunden-Schallmauer. Kessler rettete sich wie in Kona knapp vor Vesterby ins Ziel und unterbot die wichtige Marke zum ersten Mal. Diana Riesler verpasste die Top Ten um etwa vier Minuten und wurde Elfte.

Ironman Arizona | Frauen

  1. November 2013, Tempe (USA)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Julia Gajer

GER

8:52:49

53:24

4:51:47

3:02:02

2

Meredith Kessler

USA

8:55:47

50:14

4:45:34

3:16:05

3

Michelle Vesterby

DEN

8:57:24

53:03

4:42:59

3:16:43

4

Sarah Piampiano

USA

9:05:57

1:02:48

4:46:24

3:12:49

5

Asa Lundström

SWE

9:12:20

59:46

4:55:31

3:12:47

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Del Corral schafft das Double

Schon zum zweiten Mal binnen zwei Wochen überrumpelte Victor Del Corral in Tempe seine Konkurrenten. Mit der gleichen Taktik wie in Florida und einem nur unwesentlich langsameren Marathon jagte der Spanier erneut zum Sieg. Beim Schwimmen verlor er zwar mehr als fünf Minuten auf den Deutschen Johann Ackermann und Pedro Gomes (POR) und auch auf dem Rad konnte er nicht mit den schnellsten, dem US-Amerikaner Jordan Rapp und Trevor Wurtele (CAN), mithalten. Nach 20 Laufkilometern war das aber nur noch eine Randnotiz für Statistiker. Del Corral jagte Rapp die Führung ab und dürfte mit dem Rekord-Doppelschlag auch den Startplatz für die Ironman-WM im Oktober 2014 schon jetzt so gut wie in der Tasche haben. Rapp, der 2009 in Tempe gewonnen hatte, verteidigte seinen zweiten Platz vor dem Dänen Jens Petersen-Bach. Ein glänzender Saisonabschluss glückte dem Stuttgarter Marc Dülsen: Der 28-Jährige mischte vom Start bis ins Ziel vorn mit und lag zwischenzeitlich sogar auf dem vierten Rang. Am Ende reichte es in persönlicher Bestzeit (8:14:29 Stunden) für den starken siebten Platz. Christian Brader und Johann Ackermann beendeten ihre Wettkampfsaison auf den Plätzen acht und zehn. Mit einem kleinen Rückschlag verabschiedete sich Horst Reichel in die Saisonpause: Der Darmstädter verzichtete wegen muskulären Problemen auf den Marathon.

Victor Del Corral | Zwei Siege in zwei Wochen: Victor Del Corral gewinnt nach dem Rennen in Florida auch den Ironman Arizona.

Zwei Siege in zwei Wochen: Victor Del Corral gewinnt nach dem Rennen in Florida auch den Ironman Arizona.

Foto >Jason R. Budd / FinisherPix.com

Ironman Arizona | Männer

  1. November 2013, Tempe (USA)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Victor Del Corral

ESP

8:02:00

54:03

4:20:13

2:43:58

2

Jordan Rapp

USA

8:06:13

52:45

4:14:46

2:54:54

3

Jens Petersen-Bach

DEN

8:07:53

52:10

4:22:23

2:49:39

4

Denis Chevrot

FRA

8:09:04

48:41

4:27:01

2:49:47

5

Pedro Gomes

POR

8:11:42

48:49

4:21:21

2:57:57

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