Kanadischer Youngster bezwingt Raelert

Der haushohe Favorit Andreas Raelert musste sich beim Ironman 70.3 Muskoka völlig überraschend dem jungen Kanadier Lionel Sanders geschlagen geben. In starker Hawaiiform präsentierte sich die Australierin Mirinda Carfrae. Fünf Wochen vor der Ironman-WM gewann die Weltmeisterin von 2010 den Härtetest im Osten Kanadas.

Von > | 8. September 2013 | Aus: SZENE

Renngalerie Ironman 70.3 Mallorca | Dort ist auch er: Andreas Raelert fährt in der Spitzengruppe...

Dort ist auch er: Andreas Raelert fährt in der Spitzengruppe...

Foto >Michael Rauschendorfer

Beinahe gebetsmühlenartig wiederholt Andreas Raelert vor beinahe jedem Rennen, dass er jeden seiner Konkurrenten ernst nimmt und respektiert. So war der Sieg beim letzten Hawaii-Härtetest in Muskoka für den Rostocker zwar zweifellos das Ziel. Den als reine Formsache abzutun, überließ Raelert fünf Wochen vor dem Ironman Hawaii aber Außenstehenden und sogenannten Experten. Und so dürfte der Zweite der Ironman-Weltmeisterschaften von 2012 im Ziel des Ironman 70.3 Muskoka einer derjenigen gewesen sein, die vom Sieg des Außenseiters Lionel Sanders am wenigsten überrascht waren.

Sanders sensationell

Knapp eine Minute hinter dem Neuseeländer Tom Davison und Aussie James Seear und mehr als zwei vor dem späteren Sieger Sanders stieg Raelert nach 1,9 Schwimmkilometern aus dem Wasser. Auf der Radstrecke brummte Sanders, der sich vor zwei Jahren über den Triathlon aus dem Drogensumpf rettete, seinem prominenten Gegner gleich sieben Minuten auf. Auch Davison war in der zweiten Disziplin deutlich schneller unterwegs als der Deutsche. Wer nun gedacht hatte, Raelert würde sich die beiden mutigen Herausforderer beim Laufen zurechtlegen und locker passieren, musste sich danach verblüfft die Augen reiben. Denn Sanders schlug auf den ersten Kilometern ein Tempo an, dass Raelert, der direkt aus dem Trainingslager in der Höhe von Boulder angereist war, nicht mitgehen konnte. Ein Durchschnittstempo von 3:16 Minuten pro Kilometer stoppten die Zeitnehmer für den 25-Jährigen bis zur Halbzeit. Zu schnell für Raelert, der Davison zwar noch abfangen konnte - an Sanders, der auch auf den letzten Kilometern nicht abbaute, aber nicht mehr herankam. Sechseinhalb Minuten konnte sich der Kanadier von seinen Zuschauern feiern lassen bis Raelert als Zweiter über den Zielstrich lief. Auch beim Laufen hatte Raelert statt Zeit gutzumachen, noch fast zwei Minuten auf den Überraschungssieger verloren.

Ironman 70.3 Muskoka | Männer

  1. September 2013, Muskoka (CAN)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21,1 km Run

1

Lionel Sanders

CAN

4:01:20

26:17

2:20:54

1:10:58

2

Andreas Raelert

GER

4:07:50

24:00

2:27:41

1:12:50

3

Tom Davison

NZL

4:11:29

23:07

2:22:25

1:22:24

4

James Seear

AUS

4:15:14

23:05

2:26:50

1:22:08

5

Gudmund Snilstveit

NOR

4:17:28

27:32

2:23:52

1:22:52

Swipe me

Carfrae kann es noch

Im Rennen der Frauen hat sich Mirinda Carfrae nach einer bisher durchwachsenen Saison wieder ins Gespräch um den Ironman-WM-Titel gebracht. Die flinke Australierin schwamm und radelte in Muskoka zwar - wie zuletzt auch - zunächst etwas hinterher, fand dieses Mal aber in der entscheidenden Rennphase zu alter Laufstärke zurück. In 1:18:09 Stunden ließ sie ihren vorrangig kanadischen Konkurrentinnen im Finale keine Chance. In dieser Form dürfte in fünf Wochen in Kona wieder mit der Ironman-Weltmeisterin von 2010 zu rechnen sein. Rachel McBride und Lisa Mensink (beide CAN) rahmten Carfrae bei der Siegerehrung auf dem Podium ein.

Ironman 70.3 Muskoka | Frauen

  1. September 2013, Muskoka (CAN)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21,1 km Run

1

Mirinda Carfrae

AUS

4:29:34

27:33

2:40:18

1:18:09

2

Rachel McBride

CAN

4:31:30

26:10

2:38:12

1:23:38

3

Lisa Mensink

CAN

4:44:16

25:34

2:45:19

1:29:51

4

Sara Gross

CAN

4:47:14

27:35

2:49:09

1:26:42

5

Michelle Vesterby

DEN

4:51:04

25:27

2:51:39

1:30:28

Swipe me