Kienle, Frodeno, Frommhold - Titelchancen in Kanada

Ein spannendes Rennen dürfte sie werden, die Ironman-70.3-WM im kanadischen Mont-Tremblant. Allein aus deutscher Sicht treten mit Titelverteidiger Sebastian Kienle, Jan Frodeno, Boris Stein und Nils Frommhold Kandidaten fürs (oberste) Treppchen an.

Von > | 3. September 2014 | Aus: SZENE

Sebastian Kienle | Unsere triathlonTV-Reportage vom Ironman in Frankfurt.

Unsere triathlonTV-Reportage vom Ironman in Frankfurt.

Foto >Michael Rauschendorfer

Das erste Mal findet die Ironman-Weltmeisterschaft über die Mitteldistanz außerhalb der USA statt. Der dafür ausgewählte Ort, Mont-Tremblant in der kanadischen Provinz Quebec, beherbergt zwar erst seit zwei Jahren ein 70.3-Rennen. Dieses hat sich aber bereits zu einem der beliebtesten Ironman-Halbstreckenwettkämpfen entwickelt. Ein so hochkarätiges Starterfeld wie am kommenden Sonntag dürfte dennoch eine Premiere für die 9.000-Seelen-Gemeinde sein. Unter den knapp 2.000 besten Athleten, die sich über Qualifikationswettkämpfe einen Startplatz bei der Weltmeisterschaft gesichert haben, sind einige Triathlon-Schwergewichte.

Konkurrenz aus den eigenen Reihen

Vorjahressieger Sebastian Kienle muss seinen Titel zum Beispiel gegen den mittel- und langstreckenerfahrenen Neuseeländer Terenzo Bozzone verteidigen, der 2008 schon einmal die 70.3-Krone aufsetzen durfte und vergangenes Jahr Zweiter wurde, gegen den radstarken Andrew Starykowicz aus Amerika und den 70.3-Europameister Bart Aernouts aus Belgien.

Boris Stein Jan Frodeno und Nils Frommhold | Stein, Frodeno, Frommhold - sie alle könnten die 70.3-WM maßgeblich mitbestimmen.

Stein, Frodeno, Frommhold - sie alle könnten die 70.3-WM maßgeblich mitbestimmen.

Foto >diverse

Auch Kienles Landsmänner werden es dem Baden-Württemberger schwer machen: Shootingstar und 70.3-Mallorca-Sieger Andreas Dreitz dürfte der bergige Radkurs mit seinen 900 Höhenmetern liegen, Boris Stein bewies mit dem ersten Platz beim Ironman Switzerland, das er in ernstzunehmend guter Form ist und Nils Frommhold machte mit seiner Radflucht in Roth und seinem Sieg beim Ironman Südafrika bereits klar, dass er nicht antreten wird, um lediglich dabei zu sein. Ebenfalls ein starker Anwärter auf den 70.3-Thron ist Jan Frodeno, der vergangenes Jahr von der Kurz- auf die längeren Strecken wechselte und mit einem zweiten Platz bei der 70.3-Europameisterschaft 2013 in Wiesbaden und Rand drei bei der Ironman-Europameisterschaft 2014 in Frankfurt sowie mit Siegen bei den Mitteldistanzen in St. George, Oceanside und Auckland sein großes Talent für diese Rennformate zeigte.

Kurzstreckenprofis als Tempomacher

Er wird bei seinem zweiten Anlauf nach der verletzungsbedingten Aufgabe 2013 bei der diesjährigen Mitteldistanz-WM das Rennen nicht nur beenden, sondern dies auch möglichst weit vorn tun wollen. Und er dürfte in der Lage sein, das Tempo schon beim Schwimmen nach oben zu schrauben. Vielleicht mit Unterstützung von seinen ehemaligen Kurzdistanz-Kollegen Brad Kahlefeldt, Filip Ospaly und Javier Gómez. Gelingt es dem Spanier, der sich soeben den vierten ITU-Weltmeistertitel geholt und sich beim Ironman 70.3 Panama für einen Start in Mont-Tremblant qualifiziert hat, die Rennhärte aus der WTS-Rennserie auf die Mitteldistanz zu übertragen, könnte er den Wettkampfverlauf maßgeblich mitbestimmen. Ob auch in Kanada Deutschland Weltmeister wird? triathlon ist vor Ort und berichtet aktuell.