Kienle führt deutsches Dutzend nach Kona

Die ersten 75 Einladungen für die Ironman World Championship 2013 sind verschickt. Zwölf davon dürften in den kommenden Tagen aus deutschen Briefkästen gefischt werden. Damit sind Kienle, Raelert, Tajsich & Co. am 12. Oktober auf Big Island wieder eine der schlagkräftigsten Nationen. Einige Promis hängen dagegen noch in der Warteschleife. Unter ihnen auch der zweifache Ironman-70.3-Weltmeister Michael Raelert.

Von > | 31. Juli 2013 | Aus: SZENE

20130707_im_frankfurt_fw_1186 | Sebastian Kienle

Sebastian Kienle

Foto >Frank Wechsel / tri-mag.de

Nichts geht mehr. Die erste Qualifikationsphase für die Ironman-WM 2013 ist abgeschlossen. Für 44 Männer und 31 Frauen haben sich die Mühen der vergangenen Monate gelohnt. Sie werden - so sie die Einladung der World Triathlon Corporation annehmen - am 12. Oktober in Kailua-Kona dabei sein und können sich ab sofort sorgenlos auf das Saisonhighlight im Pazifik vorbereiten. In letzter Sekunde schoben sich beispielsweise der Spanier Ivan Rana, Maxim Kriat aus der Ukraine, Tyler Butterfield von den Bermudas, der US-Amerikaner Ian Mikelson und Marko Albert aus Estland noch über den Qualifikationsstrich. Michael Raelert und Marino Vanhoenacker rutschte das Ticket dagegen am letzten Rennwochenende noch durch die Finger. Bis zum 25. August haben die beiden und alle anderen, die noch in Schlagdistanz liegen, die Chance, eins der verbleibenden zehn Tickets zu ergattern. Bei den Frauen werden nach dem letzten August-Wochenende noch sieben Plätze verteilt. Raelert dürfte mit einem soliden Rennen in Wiesbaden die fehlenden Punkte holen. Wie und wo Vanhoenacker seine bisher eher durchwachsene Saison retten will, ist noch unklar.

Routiniers, Rückkehrer und zwei Rookies

Unter den 75 aktuell für Hawaii qualifizierten sind insgesamt zwölf deutsche Profis. Angeführt wird das Dutzend von Sebastian Kienle, der auch im vor drei Jahren installierten Kona Pro Ranking immer noch von ganz oben grüßt und damit wohl mit der Startnummer 1 in seine zweite Ironman-WM gehen wird. Während sich Andreas Raelert in Boulder (Colorado) auf seinen vierten Start einstimmt, hat Faris Al-Sultan wahrscheinlich schon aufgehört mitzuzählen. Der Münchner ist mit zwölf Teilnahmen der erfahrendste unter den Deutschen. Ein Jubiläum feiert Timo Bracht. Der WM-Sechste von 2012 nimmt den zehnten Anlauf, um sich endlich den ersehnten Podiumsplatz zu holen. Jan Raphael kehrt drei Jahre nach seinem DNF nach Kona zurück. Der Zweite der Ironman-Europameisterschaft von Frankfurt hat auf Hawaii bisher nur einen 62. Platz stehen. In seiner aktuellen Form dürfte das für den 33-Jährigen eine lösbare Aufgabe sein. Andreas Böcherer schaffte 2011 schon einmal den Sprung in die TopTen. Dort will der Freiburger - angespornt von der anstehenden Geburt seines zweiten Kindes - auch am 12. Oktober wieder hin. Nicht ganz so hoch hängen die Trauben für Christian Ritter, Horst Reichel und Per Bittner. Der Leipziger brachte das Ticket mit seinem dritten Platz beim Ironman Switzerland am vergangenen Wochenende endgültig ins Ziel. Er wird wie Reichel zum ersten Mal in Kona dabei sein. Der Darmstädter komplettiert damit das Powerhorse Triathlon Team, das im ersten Anlauf gleich drei Athleten in die Ironman World Championship 2013 schickt. Ritter reichte der sechste Platz in der Hitzeschlacht von Frankfurt für seine zweite Hawaii-Qualifikation. Dabei hatte der 29-Jährige seine Saison Mitte Mai schon beinahe abgehakt. Mit üblen Blessuren und Prellungen war er nach einem Radsturz beim Ironman 70.3 St. George (USA) nach Deutschland zurückgekehrt. Zweieinhalb Monate später erhält auch er eine Einladung von der WTC.

Frauen-Trio - oder doch ein Quartett?

Nicht ganz so breit aufgestellt, dafür ebenfalls schlagkräftig ist das deutsche Frauen-Trio, das im ersten Anlauf die Hürde Hawaii genommen hat. Sonja Tajsich, die ihren Platzschon Ende der letzten Saison beim Ironman in Mexiko sichergestellt hatte, ging als Achte des Kona Pro Rankings durchs Ziel. Mit ihrem Sieg auf Lanzarote und dem Fabelmarathon von Frankfurt buchte Kristin Möller die Reise zur WM. Nach der unkonventionellen Vorbereitung im Vorjahr und einem lehrreichen Hawaiidebüt, das auf dem 19. Platz endete, dürfte sich die 29-Jährige in diesem Jahr etwas mehr ausrechnen. Komplettiert wird das Trio von Maren Hufe, die sich als 23. für das Profifeld der Frauen qualifiziert hat. Als 62. ist Anja Beranek trotz ihres Sieges beim Ironman Switzerland noch weit von den sieben Plätzen entfernt, die für sie noch zu einem Hawaii-Ticket reichen würden. Aufgeben will sie aber nicht. Ihre letzte Chance: der Ironman Mont-Tremblant (CAN) am 18. August. Zumindest Platz vier sollte dort für die Fürtherin herausspringen - dann könnte ihr Plan B aufgehen und ihre persönliche "Road to Kona" tatsächlich noch auf den Queen K Highway führen.

Ironman World Championship 2013 | Nationen

Stand: 31. Juli 2013

Frauen

Männer

Gesamt

USA

10

9

19

Deutschland

3

9

12

Australien

2

7

9

Belgien

1

3

4

Großbritannien

4

4

Schweiz

2

1

3

Neuseeland

2

1

3

Dänemark

2

1

3

Niederlande

2

1

3

Kanada

2

1

3

Ungarn

1

1

2

Frankreich

1

1

Bermudas

1

1

Brasilien

1

1

Estland

1

1

Luxemburg

1

1

Südafrika

1

1

Tschechien

1

1

Ukraine

1

1

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