Klagenfurt statt Kona: Vanhoenacker will Raña ärgern

Marino Vanhoenacker kehrt nach drei Jahren Auszeit an den Wörthersee zurück. Beim Ironman Austria trifft der sechsmalige Klagenfurt-Champion am 28. Juni auf den spanischen Vorjahressieger Iván Raña. Der hatte den Streckenrekord des Belgiers 2014 um weniger als drei Minuten verpasst. Bei den Frauen will Eva Wutti nach fünfjähriger Durststrecke den ersten Sieg für Österreich.

Von > | 23. April 2015 | Aus: SZENE

Marino Vanhoenacker | Marino Vanhoenacker

Marino Vanhoenacker

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Elf Ironmantitel hat Marino Vanhoenacker seit seinem ersten Sieg im November 2005 in Florida gesammelt. Mehr als die Hälfte davon, nämlich sechs, holte sich der 38-Jährige beim Ironman Austria. Nach einer fast schon unheimlichen Siegesserie wurde er 2012 von Faris Al-Sultan als König von Klagenfurt abgelöst. Danach steckte der Familienvater viel Energie in seinen Traum, doch zumindest einmal den Ironman Hawaii zu gewinnnen. Vergeblich. In einem dramatischen Rennen nahm ihn sein Freund und früherer Teamkollege Normann Stadler 2012 am Eingang zum Energy Lab aus dem Wettkampf, nachdem Vanhoenacker in Führung liegend vollkommen dehydriert war. Beim Sieg im kanadischen Whistler blitzte im vergangenen Jahr noch einmal die Klasse des früheren Ironman-Europameisters auf. Für seinen zwölften - und möglicherweise auch Abschiedssieg - hat er sich sein Wohnzimmer in Österreich ausgesucht.

Vanhoenacker und der schrecklich schnelle Iván

Doch für den vielleicht letzten großen Sieg seiner Karriere wird sich Vanhoenacker mächtig strecken müssen. Denn am 28. Juni wartet zwar ein kleiner, dafür aber harter und sehr schneller Brocken auf ihn. Iván Raña katapultierte sich bei seinem Sieg im vergangenen Jahr auf den dritten Platz der ewigen Ironman-Bestzeitenliste. Der Spanier dürfte sowohl im Wasser als auch beim Laufen die deutlich besseren Karten haben. Letztlich wird es wohl darauf ankommen, wie viel Vorsprung Rekordsieger Vanhoenacker auf den 180 Kilometern durch die Kärntner Berge gegenüber Raña herausfahren kann. In der 18-jährigen Geschichte des Rennens gab es erst fünf Podiumplätze für österreichische Männer. Dieses Scharte will Andreas Giglmayr auswetzen, nachdem er 2014 nach aufopferungsvollem Kampf als Vierter im Strandbad Klagenfurt ankam und wie ein angezählter Boxer zu Boden ging.

Wutti-Show am Wörthersee?

Auch die österreichischen Damen warten seit 2010 auf einen weiteren Heimsieg. Nur der gebürtigen Australierin Kate Allen (2003 & 2005) und Eva Dollinger (2010) gelang es bisher, die Kärntner Triathlonfans in Ekstase zu versetzen. Nach zwei dritten Plätzen für Lisa Hütthaler (2014) und Michaela Rudolph (2012) will Eva Wutti rot-weiß-rot endlich wieder in die Siegerliste bringen. 2013 war die Wolfsbergerin schon einmal am Start - hatte das Rennen wegen einer Radpanne aber aufgeben müssen. Mit wem es die 26-Jährige am letzten Juni-Wochenende zu tun bekommt, steht noch nicht fest.