Knie heil, Saison futsch: Raelert sagt Las Vegas ab

Michael Raelert hat seinen Start bei den Ironman-70.3-Weltmeisterschaften in Las Vegas abgesagt. Der 32-jährige Rostocker wurde am vergangenen Sonntag am Knie operiert und dürfte damit auch für den Rest der Saison ausfallen. Wegen anhaltender Verletzungssorgen hatte der zweimalige 70.3-Weltmeister schon die Qualifikation für den Ironman Hawaii am 12. Oktober verpasst.

Von > | 20. August 2013 | Aus: SZENE

20130707_im_frankfurt_fw_3345_NEU | Michael Raelert in Frankfurt 2013

Michael Raelert in Frankfurt 2013

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Die Rolle des Zuschauers hat der Triathlongott Michael Raelert in diesem Jahr offenbar auf den Leib geschneidert. Nur zwei Mal konnte Raelert in dieser Saison seinen Renndress überstreifen. Den Rest des Jahres schlug er sich mit den Nachwirkungen eines Mountainbikesturzes während der Saisonvorbereitung herum. Nun hat der 70.3-Weltmeister von 2009 und 2010 die Notbremse gezogen. Ein operativer Eingriff an der Patellasehne seines linken Knies kostet ihn die Saison - möglicherweise eröffnet er ihm aber auch die Chance, im kommenden Jahr all das zu erreichen, was er sich schon für diese Saison vorgenommen hatte.

Problem Patellasehne

Sportorthophäde Prof. Dr. Thomas Tischer entfernte seinem prominenten Patienten am Sonntag in Rostock einen Entzündungsherd im Knie - offenbar die Ursache für die anhaltenden Probleme Raelerts. "Alles ist sehr gut verlaufen", bestätigt der 32-Jährige, der mittlerweile in Berlin lebt und trainiert. "Es musste jetzt einfach eine Lösung her." Er habe sich letztlich auf Anraten der Ärzte für den kleinen Eingriff entschieden, um das Problem ein für allemal zu beheben, begründet Raelert seinen Weg auf den OP-Tisch. Eine Schiene soll das behandelte Bein nun während der ersten Reha-Maßnahmen schützen. Und Raelert wäre nicht Raelert, würde er nicht drei Tage nach dem 30-minütigen ambulanten Eingriff schon wieder an seinen Sport denken: Er freue sich sehr darauf, schon bald wieder ins Training einsteigen zu können.

Michael Raelert | Eine Schiene soll das am Sonntag operierte Knie in den nächsten Tagen schützen.

Eine Schiene soll das am Sonntag operierte Knie in den nächsten Tagen schützen.

Foto >raelert brothers

Knie heil, Saison futsch

Sportlich ist die Saison für Raelert mit dem operierten Knie gelaufen. Die gesundheitlichen Fortschritte seien zwar sehr positiv, heißt es in einer Pressemeldung der "Raelert Brothers". Die Ironman-70.3-WM am 8. September in Las Vegas komme aber noch zu früh. Auch beim Ironman Hawaii wird Michael Raelert in diesem Jahr nicht mitmischen. Der Sieg beim Ironman 70.3 Berlin und sein schwer erkämpfter siebter Platz beim Ironman Germany in Frankfurt reichten nicht, um sich einen der 50 Startplätze für den Showdown auf Big Island zu sichern. "Dieses Jahr hat einfach vieles nicht so zusammengepasst, wie ich es mir erhofft hatte", erklärt Raelert ernüchtert. Resignieren wird er trotz dieser miserablen Saison aber nicht. "Ich bin bester Dinge, dass ich im nächsten Jahr wieder im Konzert der Großen mitspielen kann." In diesem Jahr muss Raelert auf Big Island zuschauen - denn die Musik spielen am 12. Oktober wieder andere. Dabei sein will er trotzdem - als Helfer und Motivator seines Bruders Andreas, der bei seinem fünften Kona-Start nach seiner ersten WM-Krone greift.