Kona-Warm-up: Swallow und Cunnama in Cozumel

Jodie Swallow und James Cunnama nutzen das kommende Rennwochenende für den letzten Formtest vor der Ironman World Championship in Kailua-Kona. Drei Wochen vor dem Saisonfinale auf Big Island messen sich die Britin und der Südafrikaner beim Ironman 70.3 Cozumel mit einigen der besten 70.3-Profis der Welt. Unter ihnen auch zwei, die in Las Vegas auf dem WM-Podium standen.

Von > | 20. September 2013 | Aus: SZENE

20130901_challenge_walchsee_1575 | James Cunnama

James Cunnama

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Viel riskieren werden Jodie Swallow und James Cunnama auf Cozumel sicher nicht. Zu präsent dürfte vor allem der Trainingssturz ihrer TBB-Teamkollegin Mary Beth Ellis in den Köpfen der beiden sein. Die US-Amerikanerin brach sich vor einigen Tagen auf Cozumel das Schlüsselbein und wird am 12. Oktober wohl nicht auf Hawaii starten können. Vielmehr dürfte es der Ironman-Vize-Europameisterin und ihrem Lebenspartner darum gehen, sich unter Wettkampfbedingungen etwas an das Kona-Klima zu gewöhnen. Bei den vorhergesagten Temperaturen um 30 Grad, starkem Wind und extrem hohe Luftfeuchte sollte dieser Plan auch aufgehen. Sportlich wird das Rennen auf der kleinen Insel vor der Ostküste Mexikos vor allem für Cunnama ein Härtetest. Neben Ironman-70.3-Europameister Ritchie Nicholls, der bei der WM in Las Vegas nicht seinen besten Tag erwischte, trifft er auf den derzeit bärenstarken Vizeweltmeister Terenzo Bozzone. Der Kiwi wollte eigentlich beim Ironman Lake Tahoe an den Start gehen - entschied sich kurzfristig aber doch für seine Lieblingsdistanz. Für hochklassigen Triathlonsport dürften zudem die Australier Brad Kahlefeldt, Josh Amberger, Paul Ambrose und Todd Skipworth sowie Tim Don (GBR) und der US-Amerikaner Matt Chrabot sorgen.

Drei Absagen und ein harter Brocken

Das Feld der Frauen hat sich in den vergangenen Tagen und Wochen gelichtet. Sowohl Mary Beth Ellis als auch die Dänin Camilla Pedersen wollten ihr letztes Vorbereitungsrennen für Hawaii in Mexiko bestreiten. Während Ellis in Boulder medizinisch betreut wird und noch um ihren Start kämpft, liegt Pedersen knapp drei Wochen nach ihrem Trainingsunfall in Esbjerg noch immer im künstlichen Koma. Nach Angaben ihrer Ärzte wolle man demnächst damit beginnen, sie langsam aufzuwecken. Auch Heather Jackson, die Überraschungs-Zweite von Las Vegas, hatte für die dritte Auflage des Ironman 70.3 Cozumel gemeldet. Wenige Tage vor dem Rennen entschied sich die US-Amerikanerin aber doch für einen Sprint-Wettkampf in Las Vegas. Locker und leicht zum Titel fliegen, dürfte Jodie Swallow aber trotz der vielen prominenten Ausfälle nicht. Annabel Luxford, die Dritte der Ironman-70.3-WM, kann sowohl im Wasser als auch auf dem Rad mit der Britin mithalten. Läuferisch ist die zierliche Australierin sogar noch stärker einzuschätzen. Zumindest für einen Podestplatz ist die Schweizerin Celine Schärer gut. Vor zwei Wochen hatte die Zweite des Ironman Switzerland beim Triathlon Alpe d'Huez das Podium noch knapp verpasst.

Auch Lange muss passen

Im französischen Peyrolles in der Provence fällt am Sonntag der Startschuss zum vorletzten europäischen Ironman 70.3 des Jahres. Der Ironman 70.3 Pays d'Aix findet wie das Rennen in Cozumel zum dritten Mal statt. Die Titelverteidiger Mary Beth Ellis und Cyril Viennot (FRA) fehlen. Die Chance für andere, sich den Saisonausklang mit einem Preisgeld und Punkten fürs Kona Pro Ranking zu versüßen. Ein heißer Anwärter auf den Sieg wäre Patrick Lange gewesen, der seine erfolgreiche Saison in Aix-en-Provence krönen wollte. Doch der 27-jährige Griesheimer stürzte bei einem Trainingslauf in Spanien, verletzte sich dabei an der Hüfte und muss nun kurzfristig passen. "So habe ich mir das Ende der Saison nicht vorgestellt, aber die Gesundheit geht vor", schreibt Lange auf seiner Facebook-Seite. So dürften die Franzosen Bertrand Billard und Hervé Faure, der Italienier Daniel Fontana, William Clarke (GBR) und der Schweizer Manuel Küng den Titel unter sich ausmachen. Im Rennen der Frauen kämpft Nicole Woysch gegen dessen Schwester Rahel und die Britin Tamsin Lewis um den Sieg.