Kotsegarov gewinnt Krimi in Tennessee, Schmid Dritter

Der Este Kirill Kotsegarov hat das wahrscheinlich spektakulärste Finish der Ironmangeschichte gewonnen. In Chattanooga (USA) gewann er den Zielsprint hauchdünn gegen US-Profi Matt Chrabot und Stefan Schmid. Bei den Frauen setzte sich Carrie Lester durch, Kristin Möller beendete das Rennen auf dem sechsten Platz.

Von > | 28. September 2015 | Aus: SZENE

Schmid | Stefan Schmid

Stefan Schmid

Foto >FinisherPix.com

Der Ironman in Chattanooga ist einer der jüngsten Nordamerikas - und doch hat er schon jetzt einen Platz in der Geschichte der internationalen Rennserie. Binnen acht Sekunden war das Podium der Männer komplett. Und das nach einem Rennen, das mehr als acht Stunden lang hin und her wogte. Mittendrin im Kampf um den Sieg: Stefan Schmid aus dem oberbayrischen Peißenberg. Am Ende fehlten ihm besagte acht Sekunden für den ersten Ironmansieg seiner Karriere. Enttäuscht war der 28-Jährige dennoch nur kurz.

US-Trio von vorn, Schmid kontrolliert

Auf den ersten 3,8 Kilometern des Rennens am Tennessee River bestimmte der Ungar Balasz Csoke gemeinsam mit den US-Amerikanern Matt Chrabot und Eric Limkemann das Tempo. Von der Strömung unterstützt, stieg das Trio nach rekordverdächtigen 40 Minuten aus dem Wasser. Schmid brauchte knapp vier Minuten länger. Auf dem welligen Radkurs übernahm dann zunächst Limkemann die Initiative. In seinem Schlepptau: Chrabot und TJ Tollakson. Bei Halbzeit hatte der US-Express einen Vorsprung von etwa drei Minuten auf eine große Verfolgergruppe, zu der auch der zunächst kontrolliert fahrende Stefan Schmid gehörte. Erst bei Kilometer 130 lancierte der 28-Jährige eine Tempoverschärfung, löste sich mit Kotsegarov und dem Schweden Danielsson und schloss kurz vor dem zweiten Wechsel zu Chrabot und Tollakson auf. Für Schmid stand am Ende sogar die beste Radzeit des Tages zu Buche. Keine zwei Minuten nach Limkemann startete das Quintett um Schmid seine Verfolgungsjagd.

Kotsegarov clever, Schmid stark

Nach knapp fünfeinhalb Stunden "Vorgeplänkel" ging das Rennen nun in seine spannende Phase. Bei Marathonkilometer 15 musste Schmid, der offensiv gestartet war, Chrabot passieren lassen. Auch Limkemann und Kotsegarov lagen zu diesem Zeitpunkt vor dem Deutschen. Einige Kilometer später musste Limkemann erst die Führung an Chabot und danach auch seinen Podiumsplatz an Kotsegarov und Schmid abgeben, die inzwischen gemeinsam unterwegs waren. Als die sich die meisten schon auf einen Heimsieg Chrabot eingestellt hatten, kam dieser ins Straucheln. Fünf Kilometer vor dem Ziel, nach 221 von 226 Kilometern, begann das Rennen von vorn. Seite an Seite ging es auch auf die letzten 1.000 Meter. 400 Meter vor der Finishline musste dann zuerst Schmid seinen Traum vom Sieg begraben. "Ich hatte nichts mehr entgegen zu setzen und musste mir den Zielsprint von hinten anschauen", so Schmid wenige Stunden nach dem Rennen. Im Zielsprint war Kotsegarov am Ende etwas cleverer. Als Chrabot auf den letzten Metern auch noch stolperte, hatte der Este den Sieg in der Tasche. Schmid "tröstete" sich mit Platzt drei, der schnellsten Radzeit des Tages, einer neuen persönlichen Langdistanz-Bestzeit und war entsprechend zufrieden. "Ich habe 100 Prozent gegeben und kann mir nichts vorwerfen."

Ironman Chattanooga | Männer

  1. September 2015, Chattanooga (AUS)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

186 km Bike

42,195 km Run

1

Kirill Kotsegarov

EST

8:08:32

44:51

4:27:37

2:50:53

2

Matt Chrabot

USA

8:08:34

40:56

4:31:19

2:51:05

3

Stefan Schmid

GER

8:08:40

44:25

4:27:31

2:51:05

4

Eric Limkemann

USA

8:12:59

40:52

4:29:51

2:57:41

5

Esben Hovgaard

DEN

8:15:56

44:54

4:31:57

2:54:03

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Lester lässig, Möller chancenlos

So packend das Rennen der Männer war, so einseitig verlief das der Frauen. Nachdem sie im Wasser den US-Amerikanerinnen Christina Jackson und Anna Cleaver das Feld überlassen hatte, machte sich Carrie Lester auf den Weg an die Spitze. Dort angekommen, schaute sie nicht wieder nach hinten, attackierte als einzige die 5-Stunden-Marke und kam sieben Minuten vor Bree Wee (USA) zum zweiten Wechsel. Kristin Möller, die schon beim Schwimmen acht Minuten auf Lester verlor, büßte auf der Radstrecke weitere 20 Minuten ein und musste den Traum vom Podium bereits vor dem Marathon aufgeben. Mit der zweitschnellsten Laufzeit schob sie sich zwar noch auf den sechsten Platz nach vorn. Zum dritten Platz von Kim Schwabenbauer fehlten am Ende aber noch mehr als sieben Minuten. Ganz vorn fuhr Carrie Lester souverän den Sieg ein und blieb nebenbei auch noch deutlich unter der 9-Stunden-Grenze.