Leanda Cave beerbt Wellington, Tajsich Vierte

Dank konstanten Leistungen in allen Disziplinen hat die Britin Leanda Cave zum ersten Mal den Ironman Hawaii gewonnen. Die 34-Jährige musste zwar eine Zeitstrafe absitzen und überholte erst bei Kilometer 37 die führende Schweizerin Caroline Steffen, lief in 9:15:54 Stunden aber zum größten Erfolg ihrer Karriere.

Von > | 14. Oktober 2012 | Aus: SZENE

Leanda Cave gewinnt den Ironman Hawaii 2012 | Leanda Cave gewinnt den Ironman Hawaii 2012

Leanda Cave gewinnt den Ironman Hawaii 2012

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Das Schwimmen in der Bucht von Kailua-Kona dominiert Amanda Stevens. Die US-Amerikanerin, die bei der Ironman-EM in Frankfurt in 45:04 Minuten die schnellste Schwimmzeit in der Geschichte des Ironman hingelegt hatte, liegt nach wenigen Metern bereits allein vorn. Nach 55:09 Minuten kommt sie aus dem Wasser – mit 47 Sekunden Vorsprung auf die Kanadierin Meredith Kessler, die eine fünfköpfige Gruppe mit Gina Crawford (NZL), Leanda Cave, Mary Beth Ellis und Amy Marsh anführt. Topfavoritin Caroline Steffen liegt mit ihrer Schwimmzeit von 57:37 Minuten nur knapp dahinter.

Strafe für Steffen

Auf dem Rad ist es dann vor allem die Schweizerin, die dem Rennen ihren Stempel aufdrückt. Wie erwartet, bestimmt die 34-Jährige aus Spiez dort das Tempo. Doch bis sie an die Spitze fährt, dauert es etwas. Denn zunächt genießt Amanda Stevens die komfortable Situation, einmal den Ironman Hawaii anzuführen. Sie liegt gemeinsam mit der britischen Ironman-70.3-Weltmeisterin Leanda Cave und Mary Beth Ellis (USA) an der Spitze. Dann setzen sich Cave und Ellis ab. Steffen liegt nach 40 Kilometern auf Platz drei, aber mit 20 Sekunden Rückstand schon in Schlagdistanz. Kurz darauf geht sie - so hatten es die meisten vorhergesagt - wie im vergangenen Jahr in Führung. Doch nur wenig später zeigen die TV-Bilder, wie die amtierende Ironman-Europameisterin die Penalty Box ansteuert. Gemeinsam mit einem anderen Profi muss sie dort eine vierminütige Zeitstrafe verbüßen.

Schweizerin wie ein Uhrwerk

Als Steffen zurück auf der Rennstrecke kommt, drückt sie richtig aufs Tempo und pulverisiert ihren großen Rückstand binnen wenigen Kilometern. Nach 15 Kilometern hat sie den Abstand schon halbiert, nach 25 Kilometern ist von den vier Minuten nur noch etwas mehr als eine Minute übrig. Nach 35 Kilometern bildet sie mit Cave und Ellis schließlich das Führungstrio. Mirinda Carfrae aus Australien hat zu diesem Zeitpunkt, nach knapp 100 Radkilometern, bereits elf Minuten Rückstand. Es sieht schlecht aus für die Siegerin von 2010. Wird sie diesen Rückstand im Marathon aufholen können? Natascha Badmann aus der Schweiz, die inzwischen 45 Jahre alte sechsfache Gewinnerin des Ironman Hawaii, liegt noch knapp vor Carfrae.

Nach sechs Rennstunden steigen Ellis und Steffen praktisch zeitgleich vom Rad. Leanda Cave hat als Dritte vier Minuten Rückstand – auch sie hat auf dem Rückweg von Hawi eine Zeitstrafe verbüßen müssen. Es fast amüsant, dass später auch Ellis vier Minuten absitzen muss. Die hat sich ihre Strafe jedoch bis zum zweiten Wechsel aufgespart. So ist der Weg zunächst frei für Steffen, die souverän in den Marathon startet und voller Konzentration unterwegs ist. Carfrae liegt da zwar schon auf Rang vier, aber fast acht Minuten zurück, Natascha Badmann ist Fünfte – und die Deutsche Sonja Tajsich rundet die Top-10 ab. Der Rückstand der Regensburgerin ist allerdings groß: 14:30 Minuten.

Entscheidung auf den letzten Kilometern

Im Marathon führt Caroline Steffen bis fünf Kilometer vor dem Ziel souverän. So sehr ihre Konkurrentinnen auch drängen, Steffen läuft stark. Sie ist konzentriert und fokussiert, während sich hinter ihr Cave, Ellis und Carfrae gegenseitig auf die Pelle rücken. Carfrae kann den Rückstand bis zur Halbmarathonmarke auf weniger als drei Minuten drücken, sie überholt Ellis und bedrängt Cave. „Der Weg aus dem Energy Lab heraus war der härteste Teil der Laufstrecke, das war sehr heftig“, sagt Steffen, die offenbar genau dort gespürt hat, wie die Konkurrenz immer näher kam. Aber zumindest Cafrae scheint sich im Kampf um die Positionen zu übernehmen. Im Duell gegeneinander drücken Carfrae und Cave den Rückstand auf unter zwei Minuten. Doch während Cave das Tempo halten kann, bricht die Australierin etwas überraschend ein. Bei Kilometer 37 geht Cave an Steffen vorbei und läuft in 9:15:54 Stunden vor der Schweizerin (9:16:58 Std.) und Carfrae zum ersten Ironman-WM-Titel ihrer Karriere.

Den größten Jubel zeigt auf der Ziellinie allerdings Sonja Tajsich: Die Regensburgerin läuft nicht, sie stürmt mit dem besten Marathon des Tages (2:59:27 Stunden) hinter Mirinda Carfrae ins Ziel – in herausragenden 9:22:45 Stunden. Tajsich überholt Ellis 500 Meter vor dem Ziel mit einem furiosen Spurt und erreicht den Alii Drive zwölf Sekunden vor der US-Amerikanerin. Sechste wird Natascha Badmann in glänzenden 9:26:25 Stunden.

Ironman World Championship 2012 | Frauen

  1. Oktober 2012, Kailua-Kona (Hawaii, USA)

Name

Nation

Gesamt

3,86 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Leanda Cave

GBR

9:15:54

56:03

5:12:06

3:03:13

2

Caroline Steffen

SUI

9:16:58

57:37

5:06:49

3:08:08

3

Mirinda Carfrae

AUS

9:21:41

1:00:06

5:12:18

3:05:04

4

Sonja Tajsich

GER

9:22:45

1:10:36

5:07:57

2:59:26

5

Mary Beth Ellis

USA

9:22:57

56:06

5:08:06

3:10:30

6

Natascha Badmann

SUI

9:26:25

1:06:21

5:06:07

3:09:18

7

Gina Crawford

NZL

9:28:54

55:59

5:21:30

3:06:16

8

Linsey Corbin

USA

9:32:18

1:02:53

5:16:55

3:07:55

9

Caitlin Snow

USA

9:36:18

57:43

5:30:47

3:03:06

10

Amy Marsh

USA

9:38:15

56:08

5:16:36

3:20:27

11

Rachel Joyce

GBR

9:40:16

57:42

5:24:27

3:12:31

12

Michelle Vesterby

DEN

9:42:22

57:44

5:16:57

3:22:47

13

Rebekah Keat

AUS

9:43:43

57:44

5:26:53

3:14:05

14

Heather Wurtele

CAN

9:44:04

1:00:04

5:16:58

3:22:28

15

Kelly Williamson

USA

9:46:51

57:39

5:40:03

3:05:01

16

Tine Deckers

BEL

9:48:38

1:06:18

5:19:25

3:18:43

17

Kristin Möller

GER

9:51:16

1:16:43

5:23:46

3:06:36

18

Amanda Stevens

USA

9:51:59

55:09

5:27:07

3:24:50

19

Mareen Hufe

GER

9:52:58

1:06:25

5:20:44

3:21:01

20

Simone Braendli

SUI

9:53:24

57:40

5:29:07

3:21:38

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