Lidbury leidet, Schmitt startet durch

Im Schatten des Solosieges von Michael Raelert erwischte die Frankfurterin Natascha Schmitt im dritten Ironman 70.3 ihrer Karriere einen glänzenden Tag und sicherte sich neben Siegerin Emma-Kate Lidbury und Tine Deckers den dritten Platz auf dem Podium des Ironman 70.3 Mallorca.

Von > | 12. Mai 2012 | Aus: SZENE

Angriffslustig | Beim Schwimmen und in den Bergen des Tramuntana-Gebirges legte Natascha Schmitt die Basis für den größten Erfolg ihre Karriere

Beim Schwimmen und in den Bergen des Tramuntana-Gebirges legte Natascha Schmitt die Basis für den größten Erfolg ihre Karriere

Foto >Jan Sägert / spomedis

Dass Wechsel auch zum Triathlon gehören, wusste Emma-Kate Lidbury sicher schon vor ihrem zweiten Auftritt in Alcúdia. Wie schmerzhaft sie sein können, bekam die Titelverteidigerin aber erst in ihrer vierten Saison als Triathlonprofi zu spüren. Und beinahe hätte sie die unglückliche Kollision mit einem Agegrouper beim Abstieg vom Rad den Sieg gekostet. "Ich habe eine Weile im Wechselzelt gesessen und daran gedacht aufzugeben", gab die Britin im Ziel-Interview mit triathlonTVzu. Bei einer Fleischwunde am linken Knie, die nach dem Rennen mit drei Stichen genäht werden musste, hätte ihr das niemand verdenken können. Doch Lidbury entschied sich anders und wurde dafür belohnt - mit dem zweiten Sieg auf Mallorca, ihrem vierten 70.3-Erfolg insgesamt.

Mutig nach vorn

Doch nicht nur kämpferisch, sondern auch sportlich verdiente sich Lidbury den letztlich klaren Sieg. Nur eine leistete von Beginn an beherzt Gegenwehr. "Als es schon beim Schwimmen so gut lief, wusste ich, dass heute was geht", jubelte Natascha Schmitt am Ende des besten Triathlonrennens ihrer noch jungen Profikarriere. An der Seite von Lidbury rannte die 26-Jährige nach gut 27 Minuten durch die wahrscheinlich längste Wechselzone der Ironman-70.3-Serie. Den vor dem Rennen hoch gehandelten Belgierinnen Tine Deckers und Sofie hatte sie damit schon vor eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt. Dass Schmitt, die das Radfahren nicht zu ihren Stärken zählt, auf dem schweren Rundkurs auch noch Lidbury attackierte, machte diese nicht leichter. Im Anstieg zum Kloster Lluc zog die Frankfurterin an der Britin vorbei und erst als ihr auf dem Flachstück zwischen Inca und dem zweiten Wechsel etwas die Kraft ausging, holte sich Lidbury die Führung zurück. Auch Deckers und die tagesschnellste Radfahrerin, Christine Liebendörfer, musste die Sportstudentin schließlich noch passieren lassen.

Lidbury vor Deckers und Schmitt

Doch Schmitts Schokoladendisziplin kam erst noch. Und als wolle sie dort ihren Platz an der Spitze schnellstmöglich zurückerobern, spurtete sie aus der Wechselzone auf die erste der drei Laufrunden. Letztlich stieß aber auch Schmitt auf dem fast schattenlosen Halbmarathonkurs an ihre körperlichen Grenzen. Die Plätze eins und zwei waren damit an Lidbury und Deckers vergeben. Schmitt eroberte sich den dritten Podestplatz von Liebendörfer zurück und wehrte danach auch die Angriffe von Goos und Kristin Möller ab, die in 1:25:14 Stunden die Laufbestmarke setzte, sich aber mit dem fünften Rang begnügen musste.

Ironman 70.3 Mallorca | Frauen

  1. Mai 2012, Port d'Alcudia / Mallorca (Spanien)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21,1 km Run

1

Emma-Kate Lidbury

GBR

4:39:05

27:10

2:37:03

1:28:01

2

Tine Deckers

BEL

4:43:18

30:32

2:39:03

1:27:47

3

Natascha Schmitt

GER

4:47:11

27:11

2:44:28

1:29:31

4

Sofie Goos

BEL

4:49:43

28:11

2:47:00

1:28:24

5

Kristin Möller

GER

4:50:04

32:25

2:46:30

1:25:14

6

Georgie Rutherford

GBR

4:52:41

28:47

2:46:47

1:29:55

7

Meike Krebs

GER

4:53:04

29:38

2:42:47

1:34:27

8

Christine Liebendörfer

GER

4:57:40

35:34

2:35:25

1:39:59

9

Mareen Hufe

GER

4:57:58

32:26

2:44:49

1:33:58

10

Camilla Larsson

SWE

5:03:02

41:52

2:41:16

1:32:59

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