Lieto und Twelsiek testen Armstrong

Zu einem Dreikampf der Radgiganten kommt es am Wochenende beim Ironman 70.3 Honu auf Hawaii. Chris Lieto und Maik Twelsiek messen sich auf Big Island mit dem siebenfachen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong. Der bekommt es drei Wochen vor seinem Ironman-Debüt in Nizza zudem mit dem Olympia-Vierten von Athen, Greg Bennett, zu tun.

Von > | 31. Mai 2012 | Aus: SZENE

Lieto_Hawaii_2011 | Chris Lieto Hawaii 2011

Chris Lieto Hawaii 2011

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Eigentlich kennt Lance Armstrong den legendären Bikekurs und die Laufstrecke des Ironman Hawaii. Bei seinen Trainingseinheiten im europäischen Winter war der Texaner immer wieder nach Big Island gereist, um unter anderem mit Chris Lieto über den Highway zu jagen. Wenige Tage vor dem ersten Wettkampfduell trafen sich die beiden sogar zu einer gemeinsamen Schwimmeinheit. Sparringpartner nennt man das im Boxen. Dreimal war Lieto in den vergangenen Jahren bei der Ironman-Weltmeisterschaft in Kona der schnellste Radfahrer, dreimal ging er als Erster auf die Laufstrecke - und dreimal scheiterte er am Sieg. Auch beim 70.3-Rennen an gleicher Stelle blieb dem US-Amerikaner der Sieg bisher verwehrt. Zweimal wurde er geschlagen: einmal von Craig Alexander und zuletzt von Luke Bell. Ob es in diesem Jahr endlich mit dem ersten Sieg auf Big Island klappt, hängt auch von Armstrong ab.

Rad-Asse gegen Kurzdistanz-Dino

Der 39-Jährige präsentierte sich bei seinen bisherigen vier 70.3-Starts vor allem im Wasser und auf dem Rad sehr stark. Bei den gut besetzten Rennen in Texas, Panama und St. Croix musste er sich später den besten Läufern geschlagen geben. In Florida reichte es - auch aufgrund der eher mäßig starken Konkurrenz - am vergangenen Wochenende dann zum ersten Sieg. Schnell schwimmen und Rad fahren - das können Lieto und der Deutsche Maik Twelsiek auch. Der 31-jährige Interims-Amerikaner kletterte beim Ironman Hawaii zuletzt zweimal als Zweiter vom Rad - wurde dann aber wie der US-Boy beim Laufen durchgereicht. Für Samstag deutet damit vieles auf einen 90 Kilometer langen Dreikampf auf Augenhöhe hin - die Entscheidung um den Sieg dürfte beim Laufen fallen. Und dort wird wohl einer mitmischen, der fast zwei Jahrzehnte auf der Kurzstrecke zu Hause war: Greg Bennett. 40 Jahre ist der Olympia-Vierte von Athen mittlerweile alt - doch jung genug, um im Herbst seiner Karriere auf den längeren Distanzen mitzumischen. Bei seinem ersten und bisher einzigen Ironman 70.3 sprang vor knapp drei Jahren in Augusta (USA) gleich der Sieg heraus. Für das Rennen am Samstag hat sich der Australier mit US-amerikanischem Pass noch kleine Tipps von Landsmann Craig Alexander geholt. Der bereitet sich derzeit in Boulder auf den Eagleman 70.3 am übernächsten Wochenende vor.

Etwas weniger hochkarätig kommt das Profifeld der Frauen daher. Neben Titelverteidigerin Bree Wee (USA) werden Linsey Corbin und Hillary Biscay (ebenfalls USA) sowie die Australierin Kate Bevilaqua und Xterra-Ikone Melanie McQuaid aus Kanada auf die 113 Rennkilometer gehen. Die Siegerin könnte ihren Kontostand im 70.3 Pro Ranking um 500 Punkte erhöhen.

Auf tri-mag.de erfahren Sie schon am Sonntagmorgen (MESZ), wie sich Lance Armstrong und Greg Bennett gegen die aktuell stärksten Radfahrer der Szene geschlagen haben.