McCormack attackiert Europäer

Der Hawaii-Sieger von 2007, Chris McCormack, hat eingestanden, dass er seine Karriere nach einem Ironman-Sieg 2008 beendet hätte. In einem Gespräch mit dem US-Magazin Triathlete erneuerte er zudem seine Angriffe gegen Faris Al-Sultan.

Von > | 11. April 2009 | Aus: SZENE

Chris McCormack | Chris McCormack

Chris McCormack

Foto >Frank Wechsel / spomedis

"Ich wollte den Ironman immer zweimal gewinnen", sagt McCormack in der akutellen Ausgabe der Zeitschrift Triathlete. "Aber Kona und ich passen nicht zusammen. Es ist zu heiß und ich bin zu schwer. Mit 78 Kilogramm bin ich der schwerste Athlet, der je auf Hawaii gewonnen hat."

"Neue Generation ist besser als ich"

Da McCormack im Vorjahr mit technischem Defekt, an dem einige europäische Athleten später ihre Zweifel äußerten, aussteigen musste, will der 36-Jährige in diesem Herbst erneut auf Titeljagd gehen - und im Erfolgsfall Hawaii von seiner To-do-Liste streichen. Dafür habe er am Australien Institute of Sport in Canberra eine Testreihe durchgeführt - mit dem Ergebnis, dass er ab einer Herzfrequenz von 152 Schlägen pro Minute mehr Flüssigkeit verliere, als er aufnehmen könne. Dementsprechend werde er auch in diesem Jahr seine defensive Taktik auf dem Rad fortsetzen - wohl wissend, dass es sich um eine seiner letzten Chancen handeln wird, denn "es gibt da viele junge Sportler, die sind besser als ich." Und die seien in der Lage, einen Ironman in weit unter 7:40 Stunden zu finishen. Wenn er also den Ironman Hawaii gewinne, würde Macca gern noch in Brasilien, Klagenfurt und Kanada starten, bevor er sich endgültig vom Sport zurückziehe.

Macca an Al-Sultan: "Du bist ein Witz"

Doch weil zu seinem derzeitigen Erfolgsrezept stets auch die psychologische Komponente gehört, startet er im Triathlete-Gespräch auch gleich mit den Verbalangriffen gegen seinen Lieblingsfeind Faris Al-Sultan: Der Ironman Germany 2008 gehöre zu seinen wertvollsten Erinnerungen - aber wohl nicht wegen seines Sieges, sondern wegen seiner Konversation mit dem Münchner auf dem Rad. "Du bist ein Witz, Junge", habe er dem Hawaii-Sieger von 2005 zugerufen. "Du bist schlecht für den Sport - schau dich doch an mit deiner Badehose. Und rasier dich doch endlich mal." Al-Sultan stieg später aus dem Rennen aus, McCormack siegte nach dem Laufduell mit dem Spanier Eneko Llanos.

Dopingvorwürfe nach Südeuropa

Doch nicht nur nach Deutschland zielen die Angriffe McCormacks, auch mit der vermeintlichen Doping-Mentalität der Europäer rechnet er scharf ab. Während Doping in den USA eher versteckt stattfinde, werde man in Europa gleich gefragt, ob man Medizin benötige, nur weil man mit dem Rennrad fahre. Vor allem in Italien und Spanien vermutet er ein weit verbreitetes Doping-Problem, da man dort die entsprechenden Medikamente auf den Regalen jeder Apotheke finde.