Miami Twice: Raelert überrennt Starykowicz

Michael Raelert hat auch beim Ironman 70.3 Miami seinen Sieg aus dem Vorjahr wiederholt. Auf dem Rad hatte der Rostocker gegen den wie entfesselt fahrenden Andrew Starykowicz zwar keine Chance, doch beim Laufen schlug Raelert eindrucksvoll zurück. Das Rennen der Frauen ging an die US-Amerikanerin Sarah Haskins.

Von > | 26. Oktober 2015 | Aus: SZENE

Michael Raelert | Michael Raelert während der Challenge Dubai.

Michael Raelert während der Challenge Dubai.

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Während Bruder Andreas mit seiner Frau Julia, den früheren DTU-Kollegen Maik Petzold und Daniel Unger und vielen anderen Gästen auf der Hochzeitsfeier am vergangenen Wochenende bis in die Puppen tanzten, ließ Michael Raelert in Miami die Beine fliegen. Mit dem hart erkämpften zweiten Sieg in Serie schuf sich der 35-Jährige eine gute Basis, um im Oktober 2016 an der Seite von Andreas feiern zu dürfen - und zwar bei der Ironman-WM in Kailua-Kona.

Starykowicz schreibt Geschichte

Auf einem der schnellsten Kurse der weltweiten 70.3-Serie setzte sich zunächst ein Quintett in Szene. Angeführt vom US-Amerikaner Cameron Dye stiegen Raelert, der Este Marko Albert, Paul Matthews (AUS) und Dyes Landsmann Andrew Yoder nach etwas mehr als 21 Minuten aus dem Wasser. Nur 50 Sekunden später präparierte sich Andrew Starykowicz für einen historischen Ritt über die Straßen rund um Miami. Bei Halbzeit der tellerflachen Radstrecke zündete der US-Amerikaner den Turbo, ging an Raelert vorbei an die Spitze und zog davon. Fünf Minuten büßte allein Raelert bis zum zweiten Wechsel noch auf den überragenden Radfahrer ein. Und der markierte am Ende auch den besten Bikesplit in der Geschichte der Rennserie. 1:56:11 Stunden. 46,55 Kilometer pro Stunde. Ein Rekord, der vermutlich einige Zeit Bestand haben wird. Auch Raelert liefert in 2:01:56 Stunden noch eine glänzende Leistung ab und war damit vor dem Laufen der Einzige, der Starykowicz noch am Sieg hindern konnte. Und so kam es dann auch. Nach knapp zehn Kilometern überrannte der Deutsche den US-Profi und lief das Rennen sicher nach Hause. Zweieinhalb Minuten blieben ihm im Ziel am Bayfront Park für den Solojubel. Starykowicz belohnte sich mit Platz zwei, der dritte Podiumsplatz ging an den Brasilianer Santiago Ascenco. Auf dem starken sechsten Rang beendete Marc Duelsen (Merzhausen) das Rennen in der Biscayne Bay.

Ironman 70.3 Miami | Männer

  1. Oktober 2015, Miami (USA)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21,1 km Run

1

Michael Raelert

GER

3:43:23

21:23

2:01:56

1:17:46

2

Andrew Starykowicz

USA

3:45:52

22:10

1:56:11

1:25:18

3

Santiago Ascenco

BRA

3:48:47

23:58

2:05:38

1:16:46

4

Raul Tejada

GTM

3:49:29

24:07

2:05:20

1:17:25

5

Taylor Reed

CAN

3:50:40

23:25

2:06:30

1:18:16

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Haskins ungefährdet

Was Starykowicz bei den Männern nicht glückte, schaffte Landsfrau Sarah Haskins im Rennen der Damen. Die US-Amerikanerin gewann ihr Heimrennen auf eindrucksvolle Art und Weise. Erst kletterte sie nur eine Minute nach den schnellsten Männern - an der Seite von Jennifer Spieldenner (USA) - aus dem Wasser, danach sorgte die 36-Jährige aus Chicago auf den 90 Radkilometern fürs Tempo. Nicht einmal Leanda Cave, die frühere Ironmanweltmeisterin, konnte ihr folgen. Spieldenner verlor bis zum zweiten Wechsel etwas überraschend nur zwei Minuten auf Haskins, zahlte für ihre Energieleistung aber beim Laufen viel Lehrgeld. Haskins reichte ein solider Halbmarathon, um den Heimsieg nach 4:12:57 Stunden klar zu machen. Cave rettete den zweiten Platz ins Ziel. Die von hinten heran stürmende Österreicherin Michaela Herlbauer (Team Mohrenwirt) rang US-Girl Lesley Smith im Kampf um den dritten Platz nieder.