Michael Raelert beim Ironman 70.3 St. George

Zwei Wochen nach seinem Bruder hat auch Michael Raelert zum ersten Mal Einblick in seine Saisonplanung gewährt. Der zweifache Ironman-70.3-Weltmeister wird Anfang Mai beim Ironman 70.3 St. George seine Jagd nach dem Kona-Ticket starten. Dort warten gleich eine Handvoll Hochkaräter auf den Rostocker. Darunter Sebastian Kienle und drei weitere frühere 70.3-Weltmeister.

Von > | 10. April 2013 | Aus: SZENE

RAU_1430_NEU | Michael Raelert Wiesbaden

Michael Raelert Wiesbaden

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Seit zehn Tagen trainieren Andreas und sein Bruder Michael Raelert in einem der beliebtesten Triathlon-Trainingsreviere der USA, in Boulder (Colorado). Doch sollte der Plan gewesen sein, dem nicht enden wollenden europäischen Winter in wärmere Gefilde zu entfliehen, um sich optimal auf die lange Saison vorzubereiten, ist dieser gescheitert. Denn während sich der Frühling in Deutschland langsam ausbreitet, ist Boulder tief verschneit. An den Rennplänen der beiden Rostocker wird der Wintereinbruch im Trainingslager allerdings nichts ändern. Für Andreas beginnt die Saison erst am 11. Mai beim Ironman 70.3 Mallorca, Michael hat sich für den Ironman 70.3 St. George entschieden, der eine Woche früher stattfindet. Wie schon 2012 lässt der 32-Jährige keine Chance aus, sich mit den besten der Welt zu messen. Denn das Starterfeld bei dem als US-Meisterschaften ausgeschriebenen 70.3-Event im Mormonenstaat Utah verspricht ein Rennen der absoluten Extra-Klasse. Zumindest aus deutscher Sicht wird am 4. Mai das Duell zwischen Raelert, dem Weltmeister von 2009 und 2010, und Sebastian Kienle, dem amtierenden 70.3-Champion, im Fokus des Interesses stehen.

Prestige und Punkte

Der Badener hatte seine Saisonplanung und den Start in Utah schon Ende Januar bekanntgegeben. In St. George könnte er Raelert zum dritten Mal nacheinander auf seiner Schokoladendistanz bezwingen. Bei den letzten beiden Duellen, in Miami (Oktober 2011) und Texas (April 2012) hatte er die Nase vorn. Für Raelert geht es in gut drei Wochen aber nicht nur ums Prestige, sondern vor allem um wichtige Punkte im Kampf um sein Ticket für die Ironman-Weltmeisterschaften im Oktober. Mit 1.050 Zählern liegt er im Kona Pro Ranking derzeit weit abgeschlagen auf dem 95. Platz. Mit der Prämie von 1.500 Punkten, die er für den Sieg in St. George einstreichen würde, könnte er einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung machen.

Neben den beiden Deutschen haben gleich drei weitere frühere 70.3-Weltmeister ihren Start in Utah angekündigt: Craig Alexander (AUS), Terenzo Bozzone (NZL) und Andy Potts (USA). Damit werden zum ersten Mal in der Geschichte der Serie alle bisherigen 70.3-Titelträger in einem Rennen aufeinandertreffen. Als Herausforderer des illustren Quintetts sollen Kiwi Bevan Docherty und Kurzdistanz-Altmeister Greg Bennett für noch mehr Spannung sorgen. Nach der krankheitsbedingten Absage des Ironman Melbourne will auch Jan Raphael in St. George punkten. Das Hauptaugenmerk des 33-Jährigen aus Hannover liegt allerdings mehr auf dem Ironman Texas, der am 18. Mai stattfindet.