Michael Raelert: "Ich habe die Langdistanz unterschätzt"

Vor drei Jahren schienen große Erfolge auf der Langdistanz für den zweifachen 70.3-Weltmeister Michael Raelert nur eine Frage der Zeit zu sein. Sein Ziel, den legendären Ironman Hawaii zu gewinnen, war in greifbarer Nähe. Im Interview in triathlon Nr. 128 erzählt der Rostocker, warum er es dennoch nicht zu fassen bekam.

Von > | 22. Januar 2015 | Aus: SZENE

Challenge Bahrain 2014 - Radfahren - 20

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Vor drei Jahren schienen große Erfolge auf der Langdistanz für den zweifachen 70.3-Weltmeister Michael Raelert nur eine Frage der Zeit zu sein. Sein Ziel, den legendären Ironman Hawaii zu gewinnen, war in greifbarer Nähe. Im Interview in triathlon Nr. 128 erzählt der Rostocker, warum er es dennoch nicht zu fassen bekam.

Selbstkritisch analysiert Raelert im großen triathlon-Interview, warum er den Schlüssel für die Langdistanz bisher nicht gefunden hat: „Ich habe den Mund relativ voll genommen. Aber ich glaube, hätte ich das nicht getan, wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Klar, man wird immer an Resultaten gemessen. Und das, was ich mir damals vorgenommen habe, ist bisher nicht zu einem Prozent umgesetzt. Ich habe die Langdistanz gnadenlos unterschätzt. Ich dachte, wenn ich das eine kann, kann ich es auch mal zwei – ziemlich naiv."

Ego schlägt Selbstzweifel

Der Rostocker macht keine Hehl daraus, dass ihn die Saison 2014 auf eine harte Probe gestellt hat: ": „Klar kommt einmal der Punkt, an dem man alles in Frage stellt und man nicht weiß, ob es noch Sinn hat. Besonders, wenn einem einige sogar ins Gewissen reden, dass es vielleicht besser wäre, zu akzeptieren, den Sport nicht mehr in der gewohnten Form und mit dem Anspruch machen zu können. Letztlich war mein Ego aber offenbar stärker als die Selbstzweifel, es hat mich zum Weitermachen motiviert.“

triathlon Nr. 128 - Michael Raelert | Michael Raelert: \"Ich dachte, wenn ich das eine kann, kann ich es auch mal zwei - ziemlich naiv.\"

Michael Raelert: "Ich dachte, wenn ich das eine kann, kann ich es auch mal zwei - ziemlich naiv."

Foto >Cube / Ronny Kiaulehn



Der 34-Jährige ist in dieser schwierigen, von Verletzungen und Radstürzen geprägten Zeit, gereift und krönte sein Comeback mit einer imposanten Siegesserie in der zweiten Hälfte des Triathlonjahres 2014. Sein großes Ziel hat Michael Raelert dabei nicht aus den Augen verloren: „Nach wie vor bin ich der Meinung, dass ich das Potenzial habe, auf der Langstrecke hervorragende Leistungen, hoffentlich sogar bessere als auf der Mitteldistanz, zu zeigen. Meinen Traum vom Hawaii-Sieg habe ich nicht aufgegeben – im Gegenteil: Er motiviert mich jeden Tag, dafür mache ich den Sport.“

Das komplette Interview mit Michael Raelert lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift triathlon (Nr. 128), die jetzt im Handel erhältlich ist.
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