Mittelhandbruch bei Dirk Bockel

Dirk Bockel startet am Samstag mit einem großen Handicap in die Jagd nach einem Podestplatz beim Ironman Hawaii. Der 35-Jährige hat sich beim Lauftraining in Kona einen Mittelhandknochen gebrochen.

Von > | 9. Oktober 2012 | Aus: SZENE

bockel | Dirk Bockel Ironman 2012

Dirk Bockel Ironman 2012

Foto >Jan Sägert / spomedis

Im Interview mit tri-mag.de wirkte Dirk Bockel am Wochenende noch relativ entspannt, nachdem er sich beim Lauftraining an der Hand verletzt hatte. "Ich bin am Auto hängen geblieben", erklärte der Vorjahresvierte von Kona. Hautfarbene Pflaster überzogen seinen rechten Arm, aber der Wahl-Luxemburger machte im Gespräch einen recht unaufgeregten Eindruck. Er wollte nicht zu viel von seinem Unfall im Training berichten. Nun gibt es zwei Tage später eine Medienmitteilung seines Teams Leopard-Trek, die mehr Details zu der Verletzung des 35-Jährigen preisgibt: "Dirk Bockels abschließende Vorbereitung für die Ironman-Weltmeisterschaft wurde am vergangenen Freitag jäh unterbrochen, als Bockel beim Lauftraining mit seiner rechten Hand am Außenspiegel des Team-Autos hängengeblieben ist, als er eine Flasche austauschen wollte."

Die Diagnose ist niederschmetternd für den Mitfavoriten, laut Leopard-Trek hat Bockel sich eine Fraktur des vierten Mittelhandknochens zugezogen. "Das ist eine ernsthafte Verletzung", sagt der deutsche Teamarzt Andreas Gösele, "gerade wenn man an das Schwimmen denkt, bei dem ein großer Druck auf die Hand einwirkt. Dieser Unfall kommt zum schlechtesten Zeitpunkt für Dirk."

Kein Gedanke ans Aufgeben

Bockel will am Samstag dennoch starten. "Ein Ironman ist eine sehr große mentale Herausforderung, genauso wie er eine körperliche Beanspruchung darstellt. Der Zeitpunkt ist ein Horror, aber ich werde am Samstag ins Wasser gehen, so wie ich es immer geplant habe. Ich bin in einer großartigen Form und habe die gesamte Saison für dieses Rennen trainiert. Das werde ich nicht so leicht aufgeben."

Der Olympiateilnehmer von Peking will am Samstag mit einer Schiene schwimmen, die seiner rechten Hand mehr Stabilität gibt. Lediglich um das Greifen nach Wasserbechern und Getränkeflaschen beim Laufen und Radfahren macht er sich Gedanken, denn dies dürfte eine vor allem sehr schmerzhafte Herausforderung werden. Dennoch ist Dirk Bockel weiter zuversichtlich: "Ich werde das Beste aus diesem Alptraum machen. Ich bin immer noch sehr optimistisch, dass ich im wichtigsten Rennen des Jahres ein gutes Ergebnis machen kann."