Molinari will den Heimsieg, Schulz eine Medaille

Bei der dritten Auflage der Challenge Rimini sucht die European Triathlon Union am kommenden Wochenende Europas schnellste Athleten auf der Mitteldistanz. Mit den besten Karten geht der Italiener Giulio Molinari in seinem Heimrennen auf die Jagd nach dem zweiten EM-Gold. Er trifft an der Adria unter anderem auf Dirk Bockel und Ruedi Wild. Aber auch die Deutsche Jenny Schulz kann sich im Rennen der Frauen Hoffnungen auf eine Medaille machen.

Von > | 21. Mai 2015 | Aus: SZENE

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Foto >Thierry Deketelaere

Klangvoll ist sein Name ohnehin. Spätestens mit seinem eindrucksvollen Sieg beim Cannes Triathlon vor einem Monat hat sich Giulio Molinari auch sportlich einen Namen gemacht. Denn am Mittelmeer bezwang und beeindruckte er neben Ironmanweltmeister Sebastian Kienle auch 70.3-Vizeweltmeister Jan Frodeno. Der hatte von dem Italiener zuvor noch nie etwas gehört. Ganz so spektakulär wie in Cannes ist das Feld bei den European Championships nach ETU-Version am Wochenende nicht. Molinari dürfte das allerdings kaum davon abhalten, wieder auf seine zuletzt so erfolgreiche Taktik zu setzen: Schnell schwimmen, mögliche Begleiter beim Radfahren abschütteln und die Führung mit einem soliden Halbmarathon bis ins Ziel verteidigen.

Giulio Molinari - Cannes International Triathlon 2015 | Beim Cannes Triathlon bringt Giulio Molinari seinen Vorsprung sicher ins Ziel.

Beim Cannes Triathlon bringt Giulio Molinari seinen Vorsprung sicher ins Ziel.

Foto >Jan Sägert / spomedis

Aernouts, Bockel, Wild - wer knackt Molinari?

Einen Sieg im Vorbeigehen wird es für den Polizisten aus dem Piemont aber sehr sicher nicht geben. Denn in der Meldeliste finden sich bei genauerem Hinsehen deutlich prominentere Namen als in den vergangenen Jahren. Neben seinen Landsleuten Massimo Cigana und Alberto Casadei wollen dem Italiener unter anderem der Schweizer Ruedi Wild, der Wahl-Luxemburger Dirk Bockel, dessen Uplace-Teamkollege Bart Aernouts (BEL), Ex-70.3-Europameister Ritchie Nicholls (GBR), der Franzose Cyril Viennot, Bruno Pais aus Portugal, der Russe Artem Parienko und der Tscheche Filip Ospaly den Titel abjagen. Im Herbst 2014 hatte sich Molinari bei der Challenge Paguera auf Mallorca erstmals zum Mitteldistanz-Europameister gekrönt. Silber ging damals an den Portugiesen Pais. Wichtige internationale Rennerfahrung sollen Jens Frommhold, Bruder des Hawaii-Sechsten Nils Frommhold, - und Patrick Dirksmeier sammeln. Im Feld der 44 gemeldeten Athleten wäre eine Top20-Platzierung für die beiden Deutschen wohl schon ein Erfolg.

Schulz geht auf Medaillenjagd

Jenny Schulz hat im Rennen der Frauen etwas mehr vor. Die Frankfurterin, die bei den Powerman-Europameisterschaften Mitte April in Horst aan de Maas (NED) hinter ihren eigenen Erwartungen geblieben war, könnte in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Erwischt sie beim Schwimmauftakt im Mittelmeer einen guten Tag, könnte sie sich auf dem Rad in eine gute Ausgangsposition bringen, um in ihrer Paradedisziplin die Podestplätze anzugreifen. Als leichte Favoritin geht aber Simone Brändli ins Rennen. Die Schweizerin hat der Ironmanserie vor dem Saisonstart den Rücken gekehrt und fokussiert sich fortan komplett auf die Rennen der Challenge Family. Chancen auf eine Medaille rechnen sich zudem die Finnin Kaisa Lehtonen, Eva Potuckova aus Tschechien, die Französin Jeanne Collonge sowie die Britin Britin Vanessa Raw aus. Das deutsche Damentrio komplettieren Beate Görtz und die junge Würzburgerin Carolin Lehrieder.

Jenny Schulz | Deutsche Vizemeisterin 2013 - Im Kraichgau feierte Jenny Schulz ihren bisher größten Erfolg auf der Mitteldistanz.

Deutsche Vizemeisterin 2013 - Im Kraichgau feierte Jenny Schulz ihren bisher größten Erfolg auf der Mitteldistanz.

Foto >Frank Wechsel / spomedis