Mullans Meisterstück, Ganzow starke Dritte

Die Irin Eimear Mullan hat die Premiere des Ironman Mallorca gewonnen. In einem packenden Rennen rang sie die erfahrene US-Amerikanerin Dede Griesbauer nieder – Astrid Ganzow aus Aachen wurde starke Dritte.

Von > | 27. September 2014 | Aus: SZENE

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Nicht nur die Männer haben beim Ironman Mallorca für eie extrem spannende Premiere gesorgt. Während Tim Don bei der Flower Ceremony aufs Podium kletterte, rangelten die beiden Führenden Eimear Mullan und Dede Griesbauer im Frauenrennen noch hart um den Sieg. Kilometerlang ging es zwischen den beiden im Marathon zu wie zwischen zwei Boxern, die sich belauern, um zum entscheidenden Schlag auszuholen.

Griesbauer von vorn

Die US-Amerikanerin Dede Griesbauer  hatte ganz früh am Morgen das Kommando des Rennens übernommen: In der Bucht von Alcudia schlug sie beim Schwimmen das höchste Tempo an und zog die Norwegerin Mette Pettersen Moe mit sich. Gemeinsam beendeten die beiden zeitgleich nach 32:26 Minuten die erste Schwimmrunde, dann war es die Skandinavierin, die als Erste in Richtung erste Wechselzone lief. In 49:52 Minuten lag Pettersen 18 Sekunden vor Griesbauer, die aber gleich auf dem Rad klarstellte, dass sie nicht nach Europa geflogen war, um sich hier abhängen zu lassen. Nach einem harten und langen Tief ihrer Karriere wollte die erfahrene Athletin in Alcudia um den dritten Sieg ihrer Laufbahn mitkämpfen. Auf den ersten 120 Kilometern der Radstrecke konnte die Norwegerin dem Tempo Griesbauers noch folgen, danach setzte sich die Amerikanerin im langen Anstieg zum Kloster Lluc ab.

Ein deutscher Schatten

Statt des norwegischen Schattens war es auf dem Schlussdrittel der anspruchsvollen Radstrecke eine Deutsche, die Griesbauer plötzlich genauso beharrlich folgte: Nina Kuhn aus Mainz. Mit dem besten Radsplit von 5:04:53 Stunden kam Kuhn vom Rad und lag nur 31 Sekunden hinter der US-Amerikanerin. Doch schon der Wechsel in die Laufschuhe dauerte bei Kuhn, die offensichtlich mit Fußproblemen zu kämpfen hatte, lange. Bald darauf musste sie das Rennen aufgeben. Für Spannung war dennoch gesorgt: Nur eine gute Minute hinter Griesbauer war Mette Pettersen Moe als Dritte vom Velo gestiegen, in überaus aussichtsreicher Position lag zudem die irische Mitfavoritin Eimear Mullan. Sie wusste als Topläuferin, dass ihr Rückstand von 6:41 Minuten im Marathon noch aufzuholen war.

Ein altes Duell neu belebt

Erst einmal bekam es Griesbauer beim Laufen aber mit Mette Pettersen Moe zu tun, die nach fünf Kilometern die Führung übernahm und damit das Duell vom Schwimmen und Radfahren neu belebte. Rund 15 Kilometer lang lief das Duo mit einem minimalen Abstand durch das Spalier von Zuschauern und die schnellen männlichen Altersklassenathleten, bis die Amerikanerin attackierte und Pettersen Moe nicht kontern konnte. Kaum war die eine Konkurrentin distanziert, tauchte aber die nächste auf, und zwar die, mit der bereits im Vorfeld fest gerechnet worden war: Eimear Mullan. Mit hohem Tempo war die Seriensiegerin des Ironman 70.3 UK in den Marathon gestartet – bei der Hälfte lag sie nur noch knapp 80 Sekunden hinter Griesbauer. Drei Kilometer darauf war der Abstand auf 30 Sekunden zusammengeschrumpft, doch die US-Amerikanerin hielt wacker dagegen. Lange stagnierte der Vorsprung bei etwa zehn Sekunden, bis Mullan auf den letzten zehn Kilometern entscheidend das Tempo anzog: Bei Kilometer 31 ging sie vorbei.

Ganzow rennt auf Rang drei

Beendet war der Zweikampf an der Spitze des Frauenrennens damit aber noch längst nicht: Dede Griesbauer blieb bis auf 20 Sekunden dran und bis Kilometer 38 immer in Schlagdistanz; erst im harten Finale setzte sich Eimear Mullan durch. In 9:24:17 Stunden lief die Irin dank eines starken Marathons von 3:10:27 Stunden zum Sieg, ihr US-Schatten folgte knapp zweieinhalb Minuten später – und ebenfalls laut jubelnd. Überhaupt wollten die Mädels auf dem Podium gar nicht mehr mit dem Lächeln aufhören: Als Dritte feierte Astrid Ganzow ihren Zieleinlauf am Strand von Alcudia wie einen Sieg.  Als Zehnte war die Aachenerin aus dem Wasser gekommen, hatte sich dann auf dem Rad auf Rang vier vorgearbeitet und im Marathon auf den letzten 15 Kilometern die starke Norwegerin Pettersen Moe abgefangen. Spannender hätten das auch die Jungs nicht hinbekommen.

Astrid Ganzow | Mit einem starken Endspurt sichert sich Astrid Ganzow den ersehnten Platz auf dem Treppchen.

Mit einem starken Endspurt sichert sich Astrid Ganzow den ersehnten Platz auf dem Treppchen.

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