Non-Drafting Tucson Boys

Was im ersten Moment nach Boyband klingt, ist bei genauem Betrachten eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Triathleten aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands. In Tucson, Arizona haben wir uns auf die „Herbst-Ironman-Rennen“ vorbereitet.

Von > | 22. November 2013 | Aus: SZENE

Nils Frommhold bei der Trainingspause | Nils Frommhold beim Schwimmtraining

Nils Frommhold beim Schwimmtraining

Foto >privat

Ähnlich wie in einer Boyband ist für jeden Geschmack ein anderer Typ dabei. Gerade diese Mischung macht so ein Unterfangen ja besonders erfolgversprechend. Dennoch begebe ich mich auf die Suche nach der Antwort auf die Frage: Was machen wir hier eigentlich?

Zwar verfolgen wir hier nicht alle den gleichen Trainingsplan, Triathleten sind ja bekanntlich Individuen - aber wir alle sind auf der Jagd nach einem ähnlichen Ziel: Mit einem erfolgreichen Ironman im Gepäck den Rückflug antreten.

Die Motive der Einzelnen könnten trotzdem kaum unterschiedlicher sein: Da hätten wir Christian Brader, der sich dieses Jahr auf Hawaii eine Pause gegönnt hat, um dort nächstes Jahr wieder anzugreifen. Horst Reichel, der nach seiner Kona-Premiere noch mal Lust auf einen weiteren Start 2014 verspürte. Marc Dülsen, der in seiner ersten Profisaison für Furore sorgen will und natürlich „die kritische Stimme des deutschen Triathlons“, Niclas Bock. Der hatte nach seinem 8:30-Stunden-Langdistanz-Debüt tatsächlich ein schlechtes Gewissen, da er deutlich weniger für so eine Zeit trainieren musste als normal üblich ist. Im Gegensatz zu uns anderen sammelt er seine Kilometer hier irgendwie nach dem Wettkampf. Fehlt nur noch einer: Ich. Kurz gesagt, will ich beim Ironman Cozumel am ersten Dezember an meine Leistungen vom letzten Jahr anknüpfen.

Wie sich ein gemeinsames Trainingslager auf die Leistungen einzelner auswirken kann, zeigten die Non-Drafting Tucson Boys beim Ironman Arizona. Besonders ins Rampenlicht trat dabei Marc. Im Gegensatz zu den meisten anderen wusste ich von seiner Stärke. Gute Trainingsergebnisse täuschen eben nicht. Daher freue ich mich sehr für ihn, weil ich weiß, wie hart er in den vergangen sieben Wochen in Amerika trainiert hat. Daneben zeigte Christian „The Brader-Man“ Kämpferqualitäten und ein geiles Comeback. Niemand lief die zweite Marathonhälfte so schnell wie er und Platz acht war der verdiente Lohn. Jedoch kann auch nicht immer alles klappen: Horst erreichte verletzungsbedingt nicht das Ziel.

Freud und Leid liegen eben auch bei den Non-Drafting Tucson Boys eng beieinander. Eins ist jedoch sicher: Fortsetzung folgt. Nach den Non-Drafting Clermont Boys (2012) und den Non-Drafting Tucson Boys (2013) planen wir schon, wo es nächstes Jahr hingeht.

Im Frühjahr sind auf jeden Fall die Non-Drafting Ballermann Boys eine Option. Neue und alte Charaktere nicht ausgeschlossen. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Bis dahin!

Euer Nils