Nordish by nature

Hügel, Wind und Meer – Sonntagmorgen um sieben fällt der Startschuss der nördlichsten Langdistanz Deutschlands. Beim 14. Ostseeman an der Flensburger Förde will der Rostocker Christian Nitschke den sechsten Sieg, bei den Frauen werden mehrere Favoritinnen die Abwesenheit der Vorjahressiegerin nutzen.

Von > | 30. Juli 2015 | Aus: SZENE

Start des Ostseeman 2010 | Start des Ostseeman 2010

Start des Ostseeman 2010

Foto >Sina Horsthemke / spomedis

Die Teilnehmerzahl ist übersichtlich, es geht nicht um Hawaii-Slots und auch nicht um Weltmeister im Starterfeld. Dennoch ist der Ostseeman etwas ganz Besonderes: Bei der vergleichsweise kleinen Langdistanz in der nördlichsten Stadt Deutschlands, wo Dänemark in Sichtweite ist, geht es um den Kampf gegen die Elemente, um die Freude am Finishen, um Triathlon in familiärer Atmosphäre. Im Start- und Zielbereich an der Strandpromenade herrscht Urlaubsstimmung, dennoch sind die Strecken knallhart: Nicht selten begleiten Feuerquallen die Teilnehmer auf den 3,8 Auftaktkilometern in der Flensburger Förde. Die 180 Radkilometer sind auf sechs Runden zwischen Glücksburg und Angeln aufgeteilt - hügelig und windanfällig. Und die abschließende Marathonstrecke ist nicht nur wegen der wechselnden Untergründe von Schotter bis Kopfsteinpflaster eine Herausforderung. Von der Kurpromenade am Strand führt die fünfmal zu durchlaufende Runde hinauf in die Stadt, wo die Teilnehmer im idyllischen Schlosspark den See umrunden, um dann wieder hinab zum Strand zu laufen, wo sich Start, Ziel und Wechselzone direkt nebeneinander befinden - auch für Zuschauerfreundlichkeit steht der Ostseeman.

Sechster Sieg für Nitschke?

Als haushoher Favorit der 14. Auflage geht erneut Christian Nitschke ins Rennen. Der 30-jährige Rostocker hat das Rennen seit 2010 jedes Jahr gewonnen und dürfte die Strecken inzwischen auswendig kennen. Nitschkes sechsten Sieg verhindern will vor allem Till Schramm, der im vergangenen Jahr als Zweiter, allerdings mit zwölf Minuten Rückstand auf den Dauersieger ins Ziel kam. Das Rennen der Frauen gewann zuletzt Almuth Grüber, die diesmal allerdings nicht am Start sein wird. Ihre Chance nutzen möchten die Vorjahreszweite Julia Bohn, die ehemalige Duathlon-Weltmeisterin Ulrike Schwalbe, Beate Görtz aus Köln und Nicole Woysch aus dem Saarland, die nach ihrem vorzeitigen Ausstieg 2014 mit dem Ostseeman noch eine Rechnung offen hat.

Insgesamt gehen 469 Einzelstarter (davon 39 Frauen) und rund 300 Staffeln an den Start, für alle Nordlichter geht es um die Norddeutschen Langdistanz-Meisterschaften.