O'Donnell kratzt 8-Stunden-Marke, Schmid Dritter

Im dritten Anlauf hat der US-Amerikaner Timothy O'Donnell den ersten Ironman seiner Karriere gewonnen. Der Hawaii-Achte von 2012 scheiterte beim Ironman Brasil in Florianopolis nur knapp an der 8-Stunden-Grenze. Der Schongauer Stefan Schmid schaffte zum zweiten Mal den Sprung aufs Podium. Amanda Stevens (USA) gewann beim einzigen Ironman in Südamerika das Rennen der Frauen.

Von > | 28. Mai 2013 | Aus: SZENE

RAU_5263_bearb | Stefan Schmid beim Ironman Germany 2012

Stefan Schmid beim Ironman Germany 2012

Foto >Michael Rauschendorfer

Für die beiden Protagonisten des Rennens auf der kleinen Insel Santa Catarina hatte die Wettkampfsaison ähnlich bescheiden begonnen. Timothy O'Donnell machte beim Ironman 70.3 San Juan unfreiwillig Bekanntschaft mit dem Asphalt und rappelte sich am Ende noch eben auf's Podium. Ohne Sturz, dafür mit einem enttäuschenden zehnten Platz und viel Wut im Bauch reiste der 32-Jährige vom Ironman 70.3 Oceanside in Kalifornien ab. Stefan Schmid musste wegen einer Grippe sogar ganz auf seinen geplanten Saisoneinstand beim Ironman Südafrika verzichten. Um sich die Chance auf den Ironman Hawaii 2013 zu erhalten, disponierte der 26-Jährige um. Und der Trip nach Südamerika hat sich gelohnt: für Schmid und O'Donnell.

O'Donnell ohne Handbremse

Als erster US-Amerikaner seit dem legendären Ken Glah bei der Premiere im Jahr 2000 holte O'Donnell auf Santa Catarina den Titel. Den einzigen, wenn auch unbedeutenden Schönheitsfleck, verpasste ihm der Brasilianer Luiz Paiva, der nach den 3,8 Schwimmkilometern fünf Sekunden vor dem späteren Sieger über die Zeitmessmatte lief. Als Schmid sechs Minuten später wechselte, hatte O'Donnell die Spitze des Rennen schon übernommen. In 4:22 Stunden fegte er mit seinem Bike über die nur 54 Kilometer lange Insel an der brasilianischen Atlantikküste - und ließ seine Konkurrenten staunend zurück. Selbst Schmid, der sich bis zum zweiten Wechsel vom 17. auf den vierten Platz nach vorn fuhr, kassierte mehr als zehn Miuten. Die 8-Stunden-Marke vor Augen lief O'Donnell seinen ersten Ironmansieg nicht einfach so nach Hause. Der 32-Jährige aus Pennsylvania kämpfte auch beim Marathon noch um jede Sekunde. Am Ende fehlten 93 Sekunden. Trüben konnte das seine Freude aber nicht. Im Kona Pro Ranking machte O'Donnell einen Satz auf Platz drei - das Ticket für die Ironman-WM im Oktober dürfte er damit in der Tasche haben. Für Schmid ist der Weg dorthin noch etwas weiter. Doch der Oberbayer hat in Florianopolis einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Etwa bei Halbzeit des Marathons schnappte er sich den Brasilianer Santiago Ascenço und gab den wertvollen dritten Platz bis ins Ziel nicht wieder her. Der Lohn: 1.560 Punkte und Zwischenrang 36 im Kona Pro Ranking.

Ironman Brasil | Männer

  1. Mai 2013, Florianopolis (BRA)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Timothy O'Donnell

USA

8:01:32

44:24

4:22:23

2:50:18

2

Igor Amorelli

BRA

8:19:40

46:20

4:33:47

2:54:17

3

Stefan Schmid

GER

8:25:02

50:53

4:32:44

2:56:04

4

Mario de Elias

ARG

8:31:59

48:45

4:38:41

2:59:03

5

Santiago Ascenço

BRA

8:32:20

48:17

4:35:08

3:04:13

Swipe me

Felt verspielt Chance, Stevens greift zu

Sogar als Zweite schnürte Silvia Felt im Rennen der Frauen ihre Laufschuhe. Beim Schwimmen war die 35-Jährige zum ersten Mal in ihrer Profikarriere unter der 60-Minuten-Grenze geblieben, mit der schnellsten Radzeit des Tages hatte sie sich dann in eine aussichtsreiche Position gebracht. Und bis zur Halbmarathonmarke lag das Podium auch noch in Reichweite. Dann habe sie Probleme bekommen und langsamer laufen müssen, schreibt Felt auf ihrer Facebookseite. Nach quälenden 3:48 Stunden stand letztlich der neunte Platz. Stevens nutzte ihre glänzende Ausgangslage nach Schwimmen und Radfahren besser. Dafür reichte der 35-Jährigen die viertbeste Laufzeit. Nach knapp über neun Stunden stand auch für sie der erste Ironmantitel fest. Daran konnte auch der schnellste Marathon der Kanadierin Sara Gross nichts ändern. Den letzten Platz auf dem Podium holte sich Jessie Donovan (USA).

Ironman Brasil | Frauen

  1. Mai 2013, Florianopolis (BRA)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Amanda Stevens

USA

9:05:53

48:44

4:51:29

3:20:05

2

Sara Gross

CAN

9:08:38

52:30

5:01:27

3:09:44

3

Jessie Donovan

USA

9:10:29

59:49

4:50:29

3:15:07

4

Mirjam Weerd

NED

9:21:04

51:25

4:56:28

3:25:05

5

Haley Chura

BRA

9:24:43

46:21

5:05:52

3:26:25

9

Silvia Felt

GER

9:40:03

57:58

4:48:10

3:48:52

Swipe me