Potts und Jackson siegen, Twelsiek leidet

Mit einem Doppelsieg für die US-amerikanischen Triathlonprofis endete die 13. Auflage des Ironman Coeur d'Alene. Andy Potts gewann das Rennen im Bundesstaat Idaho nach einer überzeugenden Vorstellung zum dritten Mal. Maik Twelsiek fiel nach starkem Beginn beim Laufen weit zurück. Potts' Landsfrau Heather Jackson gelang beim Dreifacherfolg der Gastgeberinnen ihr erster Ironmansieg.

Von > | 29. Juni 2015 | Aus: SZENE

Ironman 70.3 California 2015 - 26 | Auch Potts muss heute hinterherrennen.

Auch Potts muss heute hinterherrennen.

Foto >Felix Rüdiger / letsmakeaplan.de

Elf Ironmanrennen hat Andy Potts in seiner langen Karriere bestritten. Sechs davon gewann der Vorzeigeprofi aus Colorado Springs. Kurios: Nur auf Hawaii, wo Potts seit seinem Debüt 2008 noch viermal am Start stand, klappte es noch nie mit einem Sieg. Dafür holte er sich zwei Titel beim Ironman USA in Lake Placid, einen in Mexiko und stockte gestern sein Konto in Coeur d'Alene auf drei Titel auf. Kaum ein Ironmanprofi hat eine höhere Erfolgsquote als der 38-Jährige. In Coeur d'Alene legte er den Grundstein dafür einmal mehr in seiner Schokoladendisziplin.

Potts problemlos, Twelsiek taumelt

An den Füßen des Aussies Paul Matthews und seines Landsmanns Brandon Barrett legte Potts beim Schwimmen nicht alle Karten auf den Tisch. Ungewöhnlich lange, nämlich mehr als 50 Minuten benötigte der frühere Leistungsschwimmer für die knapp vier Kilometer. Gemeinsam mit Matthews spulte Potts dann die erste Hälfte der 180 Radkilometer ab. Dahinter kämpfte Maik Twelsiek nach mäßigem Schwimmen um den Anschluss, hatte bis zur Halbzeit - gemeinsam mit Kiwi Callum Millward - aber sogar noch etwas Zeit auf das Führungsduo verloren. Potts löste sich an der Spitze schließlich auch von Matthews, der das Rennen später aufgab. Und dem US-Amerikaner den Sieg damit auf dem Silbertablett servierte. Der nahm das "Geschenk" gern an, rannte den Marathon in für ihn nicht außergewöhnlichen 2:53 Stunden und schnappte sich nach 8:20 Stunden seinen dritten Titel in Coeur d'Alene. Während Twelsiek beim Laufen böse einbrach und Zwölfter wurde, setzte sich Millward im Duell um Platz zwei knapp gegen den Kanadier Stephen Kilshaw durch. Bemerkenswert: Potts war der einzige, der auf dem schweren Kurs in Idaho den Marathon in weniger als drei Stunden schaffte.

Jackson jubelt

Im Gegensatz zu Potts ist Heather Jackson heilfroh, wenn sie den Neoprenanzug aus- und die Radschuhe anziehen darf. Acht Minuten nach Amanda Stevens und sechs hinter Katy Blakemore (beide USA) schwang sich die schrille Mitteldistanzspezialistin in Coeur d'Alene auf ihr Bike. Und nahm Fahrt auf. Weniger als zwei Minuten waren an der 90-Kilometer-Marke noch von Stevens' Polster übrig. Kurz darauf übernahm Jackson die Führung und verschaffte sich bis zum zweiten Wechsel noch einen Vorsprung von rund drei Minuten. Den hätte sie gar nicht gebraucht, denn keine ihrer Konkurrentinnen schaffte den Marathon in einer Zeit, die ihren Sieg gefährden konnte. Jackson selbst lief solide 3:09 Stunden und erreichte das Ziel ihres ersten Ironmansiegs nach 9:23 Stunden. Nach fast 20 Minuten begrüßte sie Stevens als Zweite, Kim Schwabenbauer (USA) war weitere zehn Minuten länger auf der Strecke. Beste Nicht-Amerikanerin war die Ukrainerin Tamara Kozulina auf Platz sieben.