Quintett um Kienle und Gajer für 70.3-WM qualifiziert

Mindestens fünf deutsche Triathlonprofis könnten in acht Wochen am Lake Las Vegas um den WM-Titel über die 70.3-Distanz kämpfen. Angeführt wird das Quintett von Titelverteidiger Sebastian Kienle. Neben Horst Reichel und Andreas Böcherer haben sich auch Julia Gajer und 70.3-Neuling Svenja Bazlen für das große Finale in der Wüste Nevadas qualifiziert.

Von > | 16. Juli 2013 | Aus: SZENE

t113_FFM_Impressionen_7_mr | Andreas Böcherer

Andreas Böcherer

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Acht Wochen vor dem letzten 70.3-WM-Finale, das in Las Vegas ausgetragen wird, können fünf deutsche Profis ihre Flugtickets buchen. Besonders groß dürfte die Freude bei Svenja Bazlen sein. Der Tübingerin, die erst zu Saisonbeginn auf die längeren Distanzen umgestellt hat, reichten die beiden zweiten Plätze in San Juan (Puerto Rico) und Utah (USA), um sich gleich im ersten Anlauf für die Ironman 70.3 World Championships zu qualifizieren. Als 26. des aktuellen 70.3 Pro Rankings erhält sie in den nächsten Tagen die Einladung der World Triathlon Corporation. Noch fünf Plätze weiter vorn liegt Julia Gajer, die am Sonntag bei der Challenge Roth zum dritten Mal in Folge auf's Podium kam. Die 30-Jährige musste für ihren Startplatz in Las Vegas ein Rennen mehr bestreiten als Bazlen. Dazu zehrte sie von den Punkten, die sie im vergangenen Jahr für ihren achten Platz bei der 70.3 World Championship gutgeschrieben bekam. Die prominenteste der bislang 29 Konkurrentinnen des Duos ist zweifellos Ironman-Doppelweltmeisterin Leanda Cave (GBR). Dazu sind unter anderem Ironman-Europameisterin Camilla Pedersen aus Dänemark, die Zweitplatzierte von Frankfurt, Jodie Swallow (GBR) und die Niederländerin Yvonne van Vlerken, am Sonntag Zweite der Challenge Roth, für das Rennen in den USA qualifiziert.

Kienle, Böcherer, Reichel: Ja, nein, vielleicht

Noch einen Tick schlagkräftiger ist das deutsche Männertrio, das am 8. September zum achten Mal um den WM-Titel auf der Mitteldistanz kämpfen dürfte. Titelverteidiger Sebastian Kienle war für das letzte WM-Finale ohnehin gesetzt. Nach überstandenen Verletzungssorgen und dem vielversprechenden Rennen in Frankfurt gehört der Badener am Lake Las Vegas zu den Topfavoriten. Sein Trainingskollege Andreas Böcherer, der sich zuletzt als Fünfter des Ironman Germany ins internationale Rampenlicht rückte, verzichtet dagegen auf die WM. Der Freiburger und seine Frau Corinna erwarten im August zum zweiten Mal Nachwuchs. Zudem wolle er seine Kräfte für Hawaii schonen, so Böcherer gegenüber tri-mag.de. Stattdessen plane er, wie schon 2011 und 2012, beim Ironman 70.3 in Mexiko (22. September) seine Form zu testen. Einen fixen Startplatz hat auch Horst Reichel. Ob der Griesheimer in acht Wochen tatsächlich antreten wird, steht noch nicht fest. Gemeinsam mit seinen Kollegen vom Powerhorse Triathlon Team will sich der 31-Jährige in den nächsten Wochen entscheiden. Entscheidend soll dabei sein, wo sich die Truppe um Timo Bracht auf die Ironman-WM vorbereitet. Sollten sie sich für ein Trainingscamp auf Lanzarote entscheiden, will Reichel auf die WM in Las Vegas verzichten. Schlägt das Team sein Camp dagegen in Kona auf, würde er wohl seine 70.3-WM-Premiere feiern. Als Führender des 70.3 Pro Rankings und damit mit Startnummer 1 wird der Neuseeländer Bevan Docherty in Nevada ins Rennen gehen. Bei seinen insgesamt fünf Starts hat der zweifache Olympia-Medaillengewinner 5.400 Punkte gesammelt - die letzten davon am vergangenen Wochenende mit seinem Sieg beim Vineman in Kalifornien (USA).