Raelert im Rennmodus, Hauschildt gegen Steffen

Während sich Europas Triathlonszene in die Winterruhe verabschiedet hat, nimmt die Saison im australischen Frühsommer schon wieder Fahrt auf. Beim Ironman 70.3 Mandurah treffen am Sonntag die beiden Doppel-70.3-Weltmeister Michael Raelert und Craig Alexander aufeinander. Im Rennen der Frauen bekommt es die Schweizerin Caroline Steffen mit 70.3-Queen Melissa Hauschildt und Anja Beranek zu tun.

Von > | 6. November 2014 | Aus: SZENE

Michael Raelert auf Ruegen 2014 | Nach Platz drei am Walchsee und Platz eins auf Rügen (Bild), will Michael Raelert seine Treppchen-Serie in Miami fortsetzen.

Nach Platz drei am Walchsee und Platz eins auf Rügen (Bild), will Michael Raelert seine Treppchen-Serie in Miami fortsetzen.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Michael Raelert ist auf dem besten Weg zurück zur Weltmeisterform von 2010 - dieses Momentum möchte der Rostocker verständlicherweise nutzen. Am Sonntag könnte er einen weiteren Schritt zurück in die Weltspitze machen. Ein Sieg beim Ironman 70.3 Mandurah wäre nicht nur sein dritter in Serie, sondern auch der dritte binnen acht Wochen - und das auf drei Kontinenten. Nach der Rügener Regenschlacht hatte Raelert seine Konkurrenz auch beim Ironman 70.3 Miami in den USA deklassiert. In Mandurah - einer Trabantenstadt an der australischen Westküste, wartet auf den 34-Jährigen nun die vielleicht kniffligste Aufgabe seit seinem Comeback. Auch wenn Terenzo Bozzone, der Titelverteidiger und 70.3-Weltmeister von 2008, den Start bei der dritten Auflage kurzfristig abgesagt und seine Wettkampfsaison beendet hat.

Alexander heiß, Kahlefeldt konzentriert

Genau wie Raelert hat auch Craig Alexander die 70.3-Krone in seiner Karriere schon zweimal erobert. Der 41-Jährige hat sein missglücktes Hawaiirennen nach eigener Aussage gut verdaut und dürfte heiß darauf sein, Raelert und Bozzone aus der Reserve zu locken. Noch ohne 70.3-WM-Titel ist Landsmann Brad Kahlefeldt. Dennoch gehört auch der frühere Kurzdistanzweltmeister am Sonntag zu den Favoriten. Der 35-Jährige hat seine Form nach einer kurzen Wettkampfpause in der Heimat wieder aufgebaut. Die Fahne der Eidgenossen will der EM-Vierte von Wiesbaden, Ruedi Wild, an der australischen Westküste hochhalten.

Alle jagen Hauschildt

Während Wild bei den Männern eher zu den Außenseitern zählt, gehört seine Landsfrau Caroline Steffen im Rennen der Frauen zu den ersten Anwärterinnen auf einen Podiumsplatz - mindestens. An Melissa Hauschildt dürfte - so sie ihre Verletzung aus der Hawaiivorbereitung richtig auskuriert hat - auch für Steffen kein Weg vorbeiführen. Zumal das Schwimmen in einem Kanal mit leichter Strömung der im Wasser eher schwächeren Hauschildt etwas entgegenkommt. Dass Steffen nach ihrem gebrauchten Tag in Kona schon wieder im Rennmodus ist, zeigte sie am vergangenen Wochenende beim legendären Noosa Triathlon - als sie nur den Kurzstreckenstars Ashleigh Gentle (AUS) und Paula Findlay (CAN) den Vortritt lassen musste.

Rachel Joyce erwischte auf Hawaii ein deutlich besseres Rennen. Entsprechend gelöst dürfte die Britin ihren Saisonausklang Down Under angehen. Eine kleine Chance auf einen Podiumsplatz rechnet sich auch Anja Beranek aus. Die Fürtherin fühlt sich nach einigen Tagen der Akklimatisierung in Australien schon ein bisschen heimisch. "Ich freue mich auf einen erfolgreichen Saisonabschluss im Land meiner Träume", schreibt Beranek bei Facebook voller Vorfreude auf ihre Wettkampfpremiere Down Under. Wenn der Sprung aufs Podium gelingen soll, wird die 29-Jährige auch die starke Tschechin Radka Vodickova bezwingen müssen, die ebenfalls gemeldet hat.