Raña siegt in Fabelzeit, Kramer starker Zweiter

Ivan Raña hat den Ironman Austria 2014 gewonnen. In 7:48:43 Stunden schaffte der Spanier am Wörthersee das drittschnellste Finish aller Zeiten. Zweiter wurde Christian Kramer. Dem Leipziger gelang das beste Rennen seiner Profikarriere, Platz drei ging an den Slowenen David Plese. Mitfavorit Faris Al-Sultan stieg bei Kilometer 140 vom Rad.

Von > | 29. Juni 2014 | Aus: SZENE

IvanRana_Klagenfurt_2014 | Ivan Rana

Ivan Rana

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Der Spanier Ivan Raña und Cristian Kramer haben beim Ironman Austria für sensationelle Resultate gesorgt. In 7:48:43 Stunden setzte nicht nur der Hawaii-Sechste Raña eine neue persönliche Bestmarke, auch der Leipziger  fegte auf dem Klagenfurter Parkett alles weg, was zuvor dagewesen war. Kramer pulverisierte in 7:54:31 Stunden seine bisherige Bestleistung um mehr als 20 Minuten. Auf Rang drei lief wie im vergangenen Jahr der Slowene David Plese in 8:02:54 Stunden.

Nix geht mehr bei Al-Sultan

Beim Zieleinlauf fehlte am Ende allerdings einer der Mitgestalter des Rennens, Faris Al-Sultan. „Nix geht mehr“, sagte der Österreich-Sieger von 2012 nach 140 Radkilometern, „jetzt fahre ich heim.“ Auf der ersten Radrunde hatte der 36-Jährige seiner Stärke noch demonstriert. Dieses wurde durch einen Plattfuß am Vorderrad letztlich aber zunichte gemacht. Dabei hatte das Rennen für den deutschen Favoriten gut begonnen: Beim Schwimmen hatte Al-Sultan direkt nach dem Startschuss am Strandbad die Schlagzahl hochgehalten, bevor wie erwartet der Este Marko Albert die Tempoarbeit übernahm und hohen Druck aufbaute. Aus dem Lendkanal kletterte letztlich der Brasilianer Luiz Francisco Ferreira als Führender in 44:17 Stunden, zwei Sekunden vor Albert und neun Sekunden vor Al-Sultan.

Rana großartig, Kramer in Schlagdistanz

Danach dominierte Faris Al-Sultan lange das Rennen und zog eine Gruppe von zunächst sieben Athleten mit sich. Nach 35 Kilometern war die Gruppe nur noch sieben Athleten stark, nach 55 Kilometern waren es noch sechs, zehn Kilometer später nur noch fünf, die mit Al-Sultan mithalten konnten – sein Tempodiktat war brutal. Dass der Hawaii-Sieger von 2005 die ersten 92 Kilometer in 2:08:52 Stunden herunterriss, war letztlich nur eine Fußnote, aber sie stellte die Weichen dieses Rennens entscheidend. Selbst als in der Folge Ivan Raña aus der Gruppe heraus attackierte und auch Christian Kramer mit an Al-Sultan ging, blieb der Mitfavorit bis zu seinem technischen Defekt in Schlagdistanz. Danach allerdings war der Weg frei für Raña. „Ich habe am Radfahren viel gearbeitet“, hatte der Spanier bereits vor dem Rennen erklärt. Nach seiner famosen Zeit von 4:15:58 Stunden sagte er: „Es hat heute alles großartig funktioniert.“ 2:21 Minuten vor Kramer und 4:23 Minuten vor dem starken österreichischen Ironman-Rookie Andreas Giglmayer kam Raña vom Rad, David Plese als Vierter lag bereits mehr als 13 Minuten zurück. Der extrem hoch gehandelte Mitfavorit Michael Weiss folgte Plese nach – er hatte keinen optimalen Tag und beim zweiten Wechsel fast 15 Minuten Rückstand.

Kramer im Marathon auf Augenhöhe

Beim Laufen drehte Raña dann richtig auf. Dass er den Marathon in 2:43:43 Stunden laufen kann, war keine Überraschung, das drittbeste Langstreckenergebnis aller Zeiten in 7:48:43 Stunden allerdings schon. Nur Andreas Raelert 2011 in Roth (7:41:33 Std.) und Marino Vanhoenacker 2011 in Klagenfurt (7:45:58 Std.) waren jemals schneller als der Spanier. „Als ich losgelaufen bin, habe ich gedacht: ,Oh mein Gott‘. Aber nach fünf Kilometern habe ich mich immer besser gefühlt.“ Jetzt will Raña auch auf Hawaii ein Wort mitsprechen. Und kaum war der Sieger über die Ziellinie gehuscht, flog die nächste Spitzenzeit heran: Christian Kramer hatte während des Marathons nicht die kleinste Schwäche gezeigt und war in 2:46:46 Stunden läuferisch mit Raña nahezu auf Augenhöhe. Der Leipziger war entsprechend in Feierlaune: „Ich hatte mir insgeheim schon einen Platz unter den Top 5 erhofft. Mein Sohn wird heute ein Jahr alt, meine Frau hat letzte Woche den Flug nach Kona gebucht - von daher war schon Druck da. Ich wusste, dass ich 8:05 Stunden fürs Podium brauche“, erklärte der 30-Jährige. „Meine Bestzeit lag bei 8:15 Stunden, eine 7:54 Stunden nehme ich natürlich sehr gern.“

Giglmayr grandios, Weiss muss kämpfen

Auch wenn der Österreicher Rookie Andreas Giglmayer auf der zweiten Hälfte des Marathons noch vom wie schon im Vorjahr Drittplatzierten David Plese eingeholt wurde, feierte der bisherige Kurzdistanzspezialist nach einem bravourösen Tag in 8:09:06 Stunden einen grandiosen Einstand auf der Langstrecke. Michael Weiss musste sich als zweiter Lokalmatador im Marathon quälen, Gehpausen einlegen und durchkämpfen, bis er als Achter in 8:17:42 Stunden im Ziel war. Er hatte sich seinen Traum, das Rennen als erster Österreicher zu gewinnen, nicht erfüllen können. Stattdessen feierten aufgrund der guten Bedingungen viele Athleten persönliche Bestleistungen. Der Drittplatzierte David Plese hatte einen weiteren wichtigen Grund zur Freude: Kaum war der 30-jährige Slowene im Ziel, machte er seiner Freundin einen Heiratsantrag – und steigerte auf einer der weltweit wahrscheinlich lautesten Finishlines am Strandbad Klagenfurt die ohnehin emotional-explosive Stimmung noch einmal zusätzlich.

Ironman Austria | Männer

  1. Juni 2014, Klagenfurt (AUT)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Ivan Rana

ESP

7:48:43

44:36

4:15:57

2:43:43

2

Christian Kramer

GER

7:54:31

44:30

4:18:26

2:46:46

3

David Plese

SLO

8:02:54

49:57

4:23:52

2:44:06

4

Andreas Giglmayr

AUT

8:09:06

44:40

4:20:10

2:59:43

5

Marko Albert

EST

8:12:57

44:19

4:36:06

2:47:49

6

Anton Blokhin

UKR

8:14:42

45:54

4:29:22

2:54:14

7

Bert Jammaer

BEL

8:16:36

45:59

4:29:24

2:56:30

8

Michael Weiss

AUT

8:17:42

50:04

4:24:11

2:57:53

9

Andrej Lyatskiy

RUS

8:19:04

46:00

4:29:16

2:58:59

10

Alberto Casadei

ITA

8:25:42

44:28

4:37:24

2:59:01

Swipe me