Raña vs. Vanhoenacker: Showdown der Giganten

Bei der 18. Auflage des Ironman Austria kommt es am Sonntag zum Schlagabtausch zwischen dem sechsmaligen Champion Marino Vanhoenacker und seinem spanischen Herausforderer Iván Raña. Den Podiums-Hattrick hat der Slowene David Pleše im Auge. Bei den Frauen nehmen Eva Wutti, Michaela Herlbauer und Lisa Hütthaler Anlauf zum ersten Heimsieg am Wörthersee seit fünf Jahren.

Von > | 25. Juni 2015 | Aus: SZENE

Marino Vanhoenacker | Marino Vanhoenacker Ironman Brazil 2015

Marino Vanhoenacker Ironman Brazil 2015

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Exakt 2:45 Minuten liegen die Bestzeiten von Marino Vanhoenacker und Iván Raña auseinander. In der ewigen Bestenliste liegen die beiden damit auf den Plätzen zwei und drei. Nur Andreas Raelert war 2011 in Roth schneller. Sowohl Vanhoenacker als auch Raña jagten mehr oder weniger im Alleingang zu ihren Fabelzeiten über die legendären 226 Kilometer. Umso spannender dürfte es am Sonntag werden, wenn die beiden in Kärnten direkt aufeinandertreffen - und sich auf dem bekannt schnellen Kurs am Wörthersee möglicherweise zu einer noch besseren Zeit anstacheln.

Duell der Bestzeitjäger

Iván Raña, daran besteht kein Zweifel, ist der stärkere Schwimmer. Bei seinem Vorjahressieg benötigte der frühere ITU-Kurzdistanz-Weltmeister genau 44:36 Minuten für die knapp vier Kilometer vom Strandbad Klagenfurt bis zum Schwimmausstieg im Lendkanal. Vanhoenacker brauchte bei seinem Rekordrennen vor vier Jahren mehr als zwei Minuten länger. Auf dem Rad trennten die Topfavoriten - zumindest virtuell - nur 20 Sekunden. In eindrucksvollen 4:15 Stunden spulten sie den knackigen Kurs durch Kärnten ab. Doch der virtuelle Vorsprung von zwei Minuten reichte Raña im Sommer vergangenen Jahres nicht, um Vanhoenackers Streckenrekord von 2011 zu knacken. Denn der zauberte am Wörthersee einen Marathon von 2:39 Stunden aus dem Hut und nahm dem Spanier damit mehr als vier Minuten ab.

Ironman Austria 2014 | Kann sich Iván Raña im direkten Duell gegen Marino Vanhoenacker durchsetzen?

Kann sich Iván Raña im direkten Duell gegen Marino Vanhoenacker durchsetzen?

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Die beiden mutmaßlichen Protagonisten vom Sonntag kommen mit ähnlichen Vorzeichen nach Klagenfurt: Raña musste sich Ende März beim Ironman Südafrika nur Vanhoenackers Landsmann Frederik van Lierde geschlagen geben. Vanhoenacker fuhr in Brasilien den zwölften Ironmansieg seiner Karriere ein. Trotz der deutlich kürzeren Erholungszeit ist der Rekordchampion bereit für das Duell mit dem Spanier. "Ich habe Riesenbock auf dieses Rennen und würde das Ding gern noch einmal hinkriegen", verkündete Vanhoenacker vor ein paar Tagen via Facebook. Vor allem für sein "pewag racing Team" wolle er noch einmal einen großen Sieg einholen. David Pleše wird ihm dabei vermutlich nicht in die Quere kommen. Doch der Slowene war 2013 und 2014 Dritter und könnte als erster Profi in der 19-jährigen Geschichte zum dritten Mal in Folge auf dem Treppchen rechts neben dem Sieger stehen. Das wollen aber auch die Österreicher Andreas Giglmayr, Daniel Herlbauer und Michael Weiss, Massimo Cigana aus Italien und der Kroate Dejan Patrcevic. Start des Profirennens ist am Sonntag um 6:40 Uhr.

Frauen: Wer holt den vierten Heimsieg?

Was bei den Männern eine Sensation wäre, scheint für das Frauenrennen durchaus realistisch. Nämlich ein Sieg der Gastgeber. Vor fünf Jahren gelang der mittlerweile zurückgetretenen Eva Dollinger der letzte Sieg einer Österreicherin. Dieses Mal schickt sich ein Trio an, die kleine Durststrecke zu beenden. Michaela Herlbauer, Lisa Hütthaler oder Eva Wutti sollen am Sonntag den vierten Heimsieg einfahren. Dass sie in guter Form ist, zeigte Herlbauer im Mai beim Ironman Lanzarote, wo sie als Zweite den bisher größten Erfolg ihrer Profikarriere feierte. Weniger erfreulich verlief der Saisoneinstieg für Wutti: Die Wienerin blieb beim Ironman Südafrika hinter ihren Erwartungen zurück und wurde danach von einer Angina und einer Bronchitis ausgebremst. Auch ihr Comeback beim Ironman 70.3 Staffordshire (GBR) vor zwei Wochen ging schief. Dennoch sollte man die 26-Jährige nicht abschreiben. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie nach einem missglückten Frühjahr einen Sahnetag erwischt. Hütthaler hat sich 2015 noch rar gemacht. Bei ihrem zweiten Platz beim Ironman 70.3 Italy deutete aber auch sie an, dass mit ihr zu rechnen ist. Den österreichischen Feiertag verhindern, möchte die US-Amerikanerin Sarah Piampiano. Mit einem Sieg würde sie in die Fußstapfen ihrer Landsfrauen Linsey Corbin und Mary Beth Ellis treten, die 2011 (Ellis) und 2012 und 2014 (Corbin) am Wörthersee erfolgreich waren. Außerdem dabei: Erika Csomor und Gabriela Zelinka (beide HUN), Martina Dogana (ITA) und die Saarländerin Nicole Woysch.