Reichel und Gajer auf Punktejagd im Wüstenstaat

Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Beim drittletzten Ironman des Jahres wollen sich am Sonntag fast 120 Profiathleten mit einem guten Ergebnis in die Weihnachtspause verabschieden. Dass der Ironman Arizona ein gutes Pflaster für deutsche Profis ist, dürften auch Horst Reichel und Julia Gajer mitbekommen haben. In Tempe treffen sie unter anderem auf Jordan Rapp, Matthew Reed, Meredith Kessler und Michelle Vesterby.

Von > | 14. November 2013 | Aus: SZENE

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Horst Reichel Hawaii 2013

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Fünf Wochen nach der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii werden am Sonntag beinahe 120 Profiathleten an der Startlinie des Ironman Arizona stehen. Eine harte Nuss - auch für das deutsche Männertrio Christian Brader, Horst Reichel und Jungprofi Marc Dülsen. Abgesehen von den favorisierten US-Amerikanern Jordan Rapp und Matt Reed dürften vor allem der Spanier Victor del Corral und der Brite Ritchie Nicholls das Renntempo hoch halten.

Wer beerbt Nils Frommhold?

Letztere werden ihr Heil in der Flucht auf der Laufstrecke suchen. Immerhin sind del Corral und Nicholls für herausragende Laufvorstellungen bekannt - und gefürchtet. Erst am vergangenen Wochenende gewann del Corral den Ironman Florida mit einer der schnellsten jemals in einem Ironman-Rennen gelaufenen Marathonzeit von 2:37:29 Stunden. Und auch Nicholls, der zurzeit in der Trainingsgruppe des scheidenen Trainers Brett Sutton trainiert, gewann in diesem Jahr den Ironman 70.3 in Wiesbaden auf der Laufstrecke und verwieß damit olympische Kaliber wie Jan Frodeno auf die hinteren Ränge. So zuverlässig Nicholls' Leistungen allerdings auf der Mitteldistanz sind, so ungewiss sind sie auf der Langdistanz: Der 26-jährige Schotte wird in Arizona seinen ersten Ironman in Angriff nehmen. Man darf also gespannt sein, wie sich Reichel, Brader und Dülsen im riesigen Profifeld behaupten werden. Zumindest statistisch stehen die Karten für einen deutschen Sieg nicht schlecht: 2005, 2008, 2010 und 2012 hatten deutsche Profis in Tempe die Nase vorn. Zuletzt siegte Nils Frommhold bei seinem Langdistanzdebüt im Wüstenstaat.

Spannung ohne Corbin

Auch das Rennen der Frauen ist stark besetzt und sein Ausgang so offen wie selten. Nachdem Lokalmatadorin und Vorjahressiegerin Linsey Corbin den Start bei ihrem Heimrennen kurzfristig abgesagt hat, sind auch die Chancen der deutschen Frauen auf eine Top-Platzierung gestiegen. Zwar stehen mit der Hawaii-Siebten Meredith Kessler und der Achten Michelle Vesterby zwei erfahrene Athletinnen am Start, doch dürfte denen die Tempohatz von Kona auch nach fünf Wochen noch in den Knochen stecken. Auch Amanda Stevens, die die Weltmeisterschaft auf Hawaii beim Radfahren lange mitbestimmt hatte, dürfte in Arizona noch nicht in alter Stärke auftreten.

Ohnehin geht es bei Julia Gajer und Diana Riesler viel eher um Punkte als um einen Podiumsplatz - den das Duo natürlich auch gern mit in die Weihnachtspause nehmen würde. Riesler musste 2013 verletzungsbedingt lange pausieren, gewann dann im September bei der Challenge Vichy überraschend den ETU-Europameister-Titel und ihre erste Langdistanz seit zwei Jahren. Gajer will nach dem dritten Platz in Roth und Platz vier beim Ironman Wales in Tempe zum Saisonabschluss wichtige Punkte auf ihrem Kona-Pro-Ranking-Konto verbuchen. Neben Gajer und Riesler werden Katja Konschak (Nordhausen) und Steffi Steinberg (Neuwied) die deutschen Farben beim drittletzten Ironman des Jahres vertreten.