Riesenchance für Ryf, Bahrain-Männerteam lässt aus

In Bahrain steht am Samstag das drittletzte Ironman-70.3-Rennen des Jahres auf dem Plan - und eines der bestdotierten des Jahres. Für die Schweizerin Daniela Ryf geht es gegen starke Konkurrenz gar um eine Million Dollar. Im Männerrennen lassen die prominentesten Mitglieder des Heimteams aus.

Von > | 3. Dezember 2015 | Aus: SZENE

Daniela Ryf - Ironman 70.3 Mallorca | Ironman 70.3 Mallorca

Ironman 70.3 Mallorca

Foto >Sina Horsthemke / spomedis

Sollte das Bahrain Endurance Team um Manager Chris McCormack und Shaikh Nasser Bin Hamad Al Khalifa jemals geplant haben, beim Ironman-70.3-Rennen in Bahrain alle 13 prominenten Mitglieder ihres finanzkräftigen Teams an den Start zu bringen, ist diese Mission gründlich gescheitert. Nur sechs der Topprofis aus dem eigenen Team haben für den drittletzten 70.3-Wettkampf des Kalenderjahres am Samstag in Bahrain zugesagt - die prominentesten Männer aus den eigenen Reihen hatten dagegen kein Interesse an einem Start.

Frodeno, Kienle und Gomez passen

Jan Frodeno hatte diesen Wettkampf ohnehin nie in seiner Agenda stehen, Sebastian Kienle erholt sich nach Angaben des Bahrainer Teams von einer Achillessehnen-Verletzung und geht deswegen ebenfalls nicht an den Start. Javier Gomez wurde eine Atempause vor dem Start seiner Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro im August zugestanden - und auch Kiwi Terenzo Bozzone, der in Bahrain eigentlich starten sollte, steht nicht mehr auf der Startliste der Profis. So finden sich am Samstag voraussichtlich nur drei der zehn Top-Männer aus dem Bahrainer Team an der Startlinie ein: Ben Hoffman (USA), James Cunnama (RSA) und Brent McMahon (CAN), allesamt starke Läufer, werden sich im Kampf um die 20.000 Dollar Siegprämie versuchen. Kein Rennen auf Ironman-70.3-Ebene ist besser dotiert als das in Bahrain.

Die Anzahl prominenter Namen in der Meldeliste fällt, gemessen an diesem Preisgeld, auf Seiten der Männer trotzdem gering aus: Dominic Passuello (ITA) aus dem Bahrainer Perspektivteam, Ruedi Wild, Mathias Hecht (beide SUI), Richie Cunningham (AUS), Alberto Casadei (ITA), Bertrand Billard, Antony Costes (beide FRA), Ritchie Nicholls, ITU-Kurzdistanzler Henri Schoeman (beide RSA) und Bart Aernouts (BEL) haben neben dem Trio aus dem ansässigen Team wohl die besten Chancen auf die vordersten Platzierungen. Patrick Dirksmeier und Christian Hoerper sind in Bahrain die beiden einzigen deutschen Starter mit Profi-Lizenz.

Konkurrenz aus dem eigenen Lager

Um noch deutlich mehr Geld als im Männerrennen geht es für Daniela Ryf: Gewinnt sie auch das Rennen in Bahrain, hat die Hawaiisiegerin alle drei Wettkämpfe der "Triple Crown" für sich entschieden - und würde somit den ausgelobten Jackpot von einer Million Dollar absahnen. Konkurrenz darum droht ihr vor allem aus dem eigenen Lager: Anders als bei den Männern ist das komplette dreiköpfige Damenteam um Ryf, Jodie Swallow (GBR) und Ryfs Landsfrau Caroline Steffen in Bahrain am Start und will der Hawaiisiegerin nichts schenken. Auch Corinne Abraham (GBR) ist gemeldet - ob sie knapp eine Woche nach ihrem Sieg beim Ironman Cozumel aber tatsächlich schon wieder fit am Start stehen wird, kann allerdings bezweifelt werden. Lucie Zelenkova-Reed (CZE), Laurel Wassner (USA) und Melanie McQuaid (CAN) sind weitere Anwärterinnen auf Podestplatzierungen. Auch die Wormserin Carina Brechters, die seit diesem Jahr zur Trainingsgruppe um den Australier Brett Sutton gehört, startet in Bahrain.

Angst dürften all diese Namen Ryf allerdings nicht einflößen: Die Schweizerin hat diese Saison ohnehin bereits dominiert, und die Trainingsplanung sei eigentlich sowieso auf das Rennen in Bahrain ausgelegt gewesen und nicht etwa auf den Ironman Hawaii, erklärte Brett Sutton im Gespräch mit tri-mag.de. Deswegen arbeitete die Schweizerin unmittelbar nach dem Ironman Hawaii im Trainingslager auf Thailand weiter an ihrer Form. "Wir haben versucht, die Messer zu schärfen, die kleine Extrapower und den Speed zu erarbeiten", so Ryf. "Ich bin zuversichtlich, dass das geklappt hat."