Riesler und Aigroz besiegen die Hitze

Diana Riesler hat den Titel beim Ironman Malaysia erfolgreich verteidigt. Fünf Wochen nach der Ironman World Championship sicherte sie sich trotz Startschwierigkeiten und großer Hitze souverän ihren zweiten Ironmansieg des Jahres. Bei den Männern entschied der Schweizer Mike Aigroz ein packendes Finish gegen den Schweden Fredrik Croneborg für sich.

Von > | 16. November 2015 | Aus: SZENE

Mike Aigroz - Ironman Mallorca 2014 | Mike Aigroz - Ironman Mallorca 2014

Mike Aigroz - Ironman Mallorca 2014

Foto >Getty Images for Ironman

Als wären 3,8 Kilometer nicht genug drehte Diana Riesler beim Schwimmen noch eine kleine Extrarunde. "Ich bin gut 150 Meter mehr geschwommen, weil ich den Ausstieg verpasst habe", so die auf Mallorca lebende Profitriathletin gegenüber tri-mag.de. Acht ihrer Konkurrentinnen fanden den Weg ans Ufer schneller, sodass Riesler - wie so häufig in die Verfolgerrolle schlüpfte. Und die liegt der 31-Jährigen offenbar. Nach 35 Kilometern stellte Riesler die Führenden, darunter Topschwimmerin Lucie Zelenkova aus Tschechien. Während die meisten vor Rieslers Tempo kapitulierten, ging die Australierin Sarah Crowley zunächst mit. Doch auch sie verlor die Deutsche später aus den Augen. Solide viereinhalb Minuten Vorsprung fuhr Riesler bis zum zweiten Wechsel auf Crowley heraus. Auch wegen der großen Hitze sei sie sehr konservativ in den Marathon gestartet, erklärte Riesler nach dem Rennen ihre Taktik. Das reichte aber, um die Führung zu behaupten und sich mehr als zwölf Minuten vom Rest des Felds abzusetzen. "Die letzten zehn Kilometer waren eine Quälerei", gestand die amtierende Siegerin des Ironman Lanzarote. Es sei womöglich sogar noch heißer gewesen als bei ihrem Titel 2014. Nach 9:37:06 Stunden war die "Quälerei" vorbei und die Titelverteidigung perfekt. Der mit Abstand schnellste Marathon des Tages spülte die Spanierin Gurutze Frades noch auf den zweiten Platz nach vorn. Die legendäre Natascha Badmann schob sich nach starker Radleistung beim Laufen noch nach vorn und bejubelte im Ziel den dritten Rang.

Diana Riesler - Ironman Malaysia 2015 | Diana Riesler mit Coach Jo Spindler nach ihrem Sieg beim Ironman Malaysia 2015

Diana Riesler mit Coach Jo Spindler nach ihrem Sieg beim Ironman Malaysia 2015

Foto >privat

Guillaume gibt Gas und platzt

Lumpige zehn Sekunden lagen im Ziel zwischen den beiden schnellsten Männern des Tages. Dabei hatten die sich in den ersten beiden Disziplinen noch zurückgehalten. Der Schweizer Mike Aigroz war als Fünfter aus dem Meer gestiegen, Fredrik Croneborg (SWE) gar nur als Neunter, deutlich hinter einer Spitzengruppe um den favorisierten Franzosen Romain Guillaume. Der setzte dann auch beim Radfahren die Akzente. Allein der Este Kirill Kotsegarov fuhr ähnlich schnell, wobei Guillaume in 4:39 Stunden die deutlich schnellste Radzeit in den heißen Asphalt brannte und als Erster zum zweiten Wechsel kam. Später musste er für seine Angriffslust bitter büßen. Schmerzhafte fünf Stunden dauerte der Marathon des Franzosen, der am Ende 20. des Profifelds wurde. Besser machten es Aigroz und Croneborg. Gemeinsam mit Kotsegarov ging das Duo zehn Minuten nach Guillaume auf die Laufstrecke. Der Este war schnell abgeschüttelt. Was folgte, war ein fast drei Stunden langes Schulter-an-Schulter-Duell, bei dem der Schweizer am Ende dank des etwas schnelleren Marathons die Nase vorn hatte. Der Brite Harry Wiltshire komplettierte drei Minuten später das Podium. Aigrozs Landsmann Mauro Baertsch landete zweieinhalb Minuten vor dem Memminger Christian Brader auf dem sechsten Platz.