Road to Kona: Cave und Jacobs auf Formsuche

Die amtierenden Hawaii-Champions wollen am kommenden Wochenende zurück in die Erfolgsspur. Leanda Cave stürzt sich nach überstandener Verletzung beim Ironman 70.3 Boulder wieder ins Wettkampfgetümmel. Pete Jacobs sucht auf den Philippinen nach dem Schlüssel zur Hawaiiform.

Von > | 2. August 2013 | Aus: SZENE

Ironman Frankfurt 2013 - Pressekonferenz - 15 | Pete Jacobs

Pete Jacobs

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Kein einziges vorzeigenswertes Ergebnis haben Leanda Cave und Pete Jacobs in diesem Jahr bisher zustande gebracht. Die Britin gewann mit ihrer überragenden Hawaiiform Ende Oktober 2012 noch den Ironman 70.3 Miami und bestätigte kurz als Sechste des Ironman Arizona ihren Startplatz für Hawaii 2013. Danach begann der Motor zu stottern. Seitdem hat Cave keins ihrer Rennen mehr auf dem Podium beendet. In der Vorbereitung auf die Challenge Roth kam sie bei den Ironman-70.3-Rennen in San Juan und St. George nicht über die Plätze sieben und zehn hinaus. Auch beim "Escape from Alcatraz" hatte sie mit dem Sieg nichts zu tun. Zu allem Übel zog sie sich danach noch einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu, der letztlich auch zur Absage ihres Comebacks in Franken führte. Genau zehn Wochen vor dem Ironman Hawaii 2013 meldet sich Leanda Cave wieder in der Wettkampfszene zurück. Sie sei erst seit eineinhalb Wochen wieder richtig schmerzfrei, erklärte die 35-Jährige wenige Tage vor dem Ironman 70.3 Boulder gegenüber dem Onlineportal "triathlon.competitor.com". Dennoch blickt sie optimistisch in die noch verbleibenden Wochen bis Kona: "Mir ist letztes Jahr genau das Gleiche passiert, trotzdem habe ich es geschafft, mein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren", so Cave weiter. "Es wäre sehr leicht gewesen, das Jahr wegen dieser Verletzung abzuhaken, aber ich habe den Glauben an mich nie verloren." Cave will also kämpfen - und zwar gleich um drei WM-Titel. Zwei davon - die über halbe und die volle Ironmandistanz - will sie verteidigen. Den 5150-WM-Titel hat sie zusätzlich im Auge.

Britisches Problem-Trio gegen Hauschildt und Naeth

In Boulder, wo sie seit Wochen hart für die zweite Jahres- und ihre erste wirkliche Saisonhälfte schuftet, nimmt es Cave gleich mit zwei ihrer härtesten Rivalinnen für die 70.3-WM im September in Las Vegas auf. Neben der 70.3-Weltmeisterin von 2011, Melissa Hauschildt (AUS), wird auch die 2013 schon mit drei 70.3-Siegen dekorierte Angela Naeth in Colorado dabei sein. Die kleine Kanadierin hat das Rennen in dem US-Trainingsparadies 2011 schon einmal gewonnen. Ähnlich verunsichert wie Cave dürften am Sonntag zwei ihrer britischen Profikolleginnen ins Rennen gehen. Auch Rachel Joyce hatte die Challenge Roth im Juli kurzfristig abgesagt und seitdem ihre Form im Training wieder aufgebaut. Noch länger musste Juli Dibens aussetzen. Die war 2009 die weltbeste Ironman-70.3-Athletin und hatte sich nach dem Ironman Hawaii 2011 - ebenfalls verletzungsbedingt - eine lange Auszeit genommen. Wie man in Boulder gewinnt, weiß die 38-Jährige. Dass sie ihren Premierensieg von 2010 wiederholen kann, ist allerdings unwahrscheinlich.

Über Cebu nach Kona: Jacobs schaut nach vorn

Wenig befriedigend verlief auch die bisherige Saison von Pete Jacobs. Nach der längsten Off-Season seiner Karriere kam der Australier im März durchwachsen aus den Startlöchern - mit einem vierten Platz beim "Escape from Alcatraz". Von Rückenprobleme geplagt, meldete er sich erst Anfang Juni aus seiner Heimat Down Under zurück. Allerdings nicht in bester Verfassung. Die Plätze acht und vier bei den 70.3-Rennen auf Hawaii und in Cairns waren nicht das, was sich der 31-Jährige für den Sommer vorgenommen hatte. Für Seinen Pflicht-Ironman kam der amtierende Ironmanweltmeister dann Anfang Juli nach Frankfurt. Dort blitzte die Klasse von Jacobs dann tatsächlich zum ersten Mal seit Oktober 2012 wieder auf. Doch bei Laufkilometer 18 gingen die Lichter wieder aus. Er wanderte nach 9:33 Stunden über den Zielstrich am Frankfurter Römer - genau die Zeit, die er als 20-Jähriger für seine erste Langdistanz benötigt hatte. Er habe es nicht geschafft, sich derart zu quälen wie Sebastian Kienle und Michael Raelert, gab er in seinem Blog nach dem Rennen zu. Daran wird er in seiner Vorbereitung auf die Titelverteidigung in Kona arbeiten müssen. Einen ersten Härtetest - zumindest was die äußeren Bedingungen angeht - wagt Jacobs am Wochenende beim Ironman 70.3 Philippines. "Dieses Rennen ist perfekt, um sich daran zu erinnern, wie sich richtige Hitze anfühlt", freut sich Jacobs auf ironman.com. Dreimal hat er das Rennen auf den Philippinen zuletzt gewonnen - mit dem vierten Sieg könnte er am Sonntag eine bislang verkorkste Saison abhaken und sich endlich auf den Weg in Richtung Kona machen.

Als Gradmesser soll dafür in Cebu unter anderem Chris McCormack herhalten. Der Hawaiichampion von 2007 und 2010 will in diesem Jahr auch auf Big Island noch einmal angreifen. Außerdem in Südostasien dabei: die Kiwis Cameron Brown und Courtney Atkinson, David Dellow (AUS) und der junge Kanadier Brent McMahon. Der gewann in dieser Saison schon den exzellent besetzten Ironman 70.3 St. George. Seine Chancen, gleich zwei Ironmanweltmeister hinter sich zu lassen, stehen nicht schlecht.

Bei Caroline Steffen platzte der lange festgeknüppelte Knoten vor drei Wochen bei der Challenge Roth. Die Schweizerin ist wie Jacobs als Titelverteidigerin nach Cebu geflogen. Zehn Wochen vor dem nächsten Angriff auf den Hawaiisieg nutzt auch sie das Rennen bei feuchtwarmen Bedingungen für einen Härtetest unter Wettkampfbedingungen.